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Hinrichtung in den USA : "Für sie war die Todesstrafe niemals gedacht"

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Die Trump-Regierung hat mehr Menschen hinrichten lassen als jede andere US-Regierung seit dem 20. Jahrhundert. Aktuell bewegt der Fall Lisa Montgomery die USA.

Lisa Montgomery wartet im US-Bundesstaat Indiana auf ihre Hinrichtung
Lisa Montgomery soll im Federal Correctional Complex in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana durch eine tödliche Injektion hingerichtet werden.
Quelle: Reuters

Lisa Montgomery hat 2004 eine schwangere Frau umgebracht und ihr das Baby aus dem Leib geschnitten. Deswegen soll sie hingerichtet werden, angeordnet von der Trump-Regierung in den letzten Tagen ihrer Amtszeit. Ihre Anwältinnen hatten bis zum letzten Moment versucht, das Urteil anzufechten. Nun urteilten US-Richter, Montgomery sei derzeit mental "weit von der Realität entfernt" und könne die Begründung für ihre Todesstrafe daher nicht erfassen. Das sei aber die Voraussetzung für eine Hinrichtung.

Erste Hinrichtung einer Frau auf Bundesebene seit 1953

Ihre Schuld an der Tat wurde niemals geleugnet, auch ihre Verteidigerinnen halten sie für schuldig. Doch sie fordern, dass ihr Todesurteil in eine lebenslange Haftstrafe hätte umgewandelt werden müssen, da Montgomery schwer psychisch krank sei und eine lange Historie von Traumata erlitten habe. "Das ist keine Entschuldigung für ihr Verhalten, aber es gibt uns eine Erklärung, die Anteilnahme und Erbarmen hervorrufen sollte", meint Sandra Babcock, Expertin für Geschlechterungleichheit in Sachen Todesstrafe.

Unter der Trump-Regierung wurden mehr Amerikaner*innen in einem Jahr exekutiert als jemals zuvor im 20. oder 21. Jahrhundert. Lisa Montgomery wäre die erste Frau seit 1953, die nach einer Verurteilung auf Bundesebene hingerichtet wird. Expert*innen wie Babcock sehen hier einen klaren Fall von Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts.

Jahrelang sexuell missbraucht

Montgomery wurde von klein auf sadistisch gequält und sexuell missbraucht. Lisas Stiefvater fing an, sie mit elf Jahren zu belästigen. Er sperrte sie in einen speziell angefertigten Raum und ließ sie auch von seinen Freunden vergewaltigen. Ihre Mutter verkaufte sie für Sex an Klempner, um die Rechnungen zu begleichen. Mit 18 heiratete Lisa ihren Stiefbruder, der sie ebenfalls jahrelang missbrauchte. In der Folge vernachlässigte sie die vier gemeinsamen Kinder. Lisa Montgomery entwickelte eine bipolare und posttraumatische Störung, ist verhaltensauffällig und hat womöglich einen Hirnschaden.

Die Jury erfuhr bei ihrer Verurteilung viele dieser Details nicht, da ihre männlichen Anwälte wenig Erfahrung damit hatten, Frauen mit einer solchen Historie zu vertreten, berichtet Babcock. Oftmals würden zudem Staatsanwält*innen Frauen, die keine guten Mütter seien, besonders schnell verurteilen, so Babcock.

"Es war eine politische Entscheidung"

Lisa Montgomery habe zudem eine kürzere Zeitspanne gehabt als jede*r Gefangene*r in der modernen Zeit, zwischen dem Zeitpunkt, ihr Urteil anzufechten zu können und dem Datum ihrer Hinrichtung, meint Robert Dunham, Leiter des "Death Penalty Information Center". Er sieht die Vollstreckung als Teil der beschleunigten Hinrichtungs-Reihe der Trump-Regierung.

Es gibt keinen strafrechtlichen Grund, warum ihr Fall nach vorne gezogen wurde, das bedeutet, es war eine politische Entscheidung.
Robert Dunham, Leiter des "Death Penalty Information Center"

Immer mehr Amerikaner*innen lehnen die Todesstrafe ab. Sie hoffen, dass sie unter dem Todesstrafen-Gegner Joe Biden ganz abgeschafft wird. Doch für Menschen wie Lisa Montgomery kommt vielleicht jede Hoffnung zu spät.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

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