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Mit Grün gegen Hitzehotspots

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Heißes Wetter, heiße Städte - Mit Grün gegen Hitzehotspots

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Gewerbegebiete sind oft asphaltierte Hitzehotspots, doch das muss nicht sein: Ein Projekt will grüne Oasen schaffen - das kann Menschen und der Umwelt gut tun.

Hitzewellen treffen Deutschland immer härter. Zu viel Beton und enge Straßen - Städte heizen sich systematisch auf. Eine zunehmende Gefahr für die Gesundheit.

Beitragslänge:
30 min
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Heiße Tage über 30 Grad und tropische Nächte - Deutschland erlebte auch in diesem Jahr einen extremen Hitzesommer. Nicht nur in den Innenstädten "brannte" die Luft, auch in den angrenzenden Gewerbegebieten. Diese "vergessenen Hitzehotspots", sind eine zusätzliche Belastung für Cities.

Hilfe für überhitzte Kommunen

Die flächenversiegelten Bereiche rund um Städte und Kommunen verwandeln sich in regelrechte Hitzespeicher mit Folgen für Mensch und Natur.

Dr. Anke Valentin vom Wissenschaftsladen Bonn e.V. leitet ein Projekt, das Unternehmen und Stadtverwaltungen bei diesem Problem helfen kann:

Jeder, der Gewerbegebiete kennt, weiß auch, dass da viele Parkplätze sind, viele breite Straßen, damit der LKW-Verkehr durch kann, viel ruhender Verkehr, und einfach auch viel Raum, der schlicht mit Asphalt bedeckt ist, und deshalb auch viel Potenzial, was man machen kann.
Anke Valentin, Wissenschaftsladen Bonn

Die Geografin will die tristen, versiegelten Gewerbegebiete in grüne Oasen verwandeln. Überzeugt sind bereits zehn Kommunen deutschlandweit, sie beteiligen sich an dem Projekt: "Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel". Das wird vom Bundesministerium für Forschung und Bildung mitfinanziert.

Anke Valentin vom Wissenschaftsladen Bonn, ein Mann und eine weitere Frau sitzen auf einem Flachdach vor einer begrünten Fläche. Anke Valentin hat eine Thermografie des Daches vor sich liegen und erklärt etwas. Im Hintergrund sieht man einen Kameramann auf einem Kran.
Anke Valentin vom Wissenschaftsladen Bonn berät Firmen im Gewerbegebiet Bocholt.
Quelle: ZDF/Dieter Stürmer

Wärmebilder zeigen die Hitzehotspots

Um die Hitzebelastung genau zu dokumentieren, wird vom Flugzeug aus mit Wärmebildkameras fotografiert. Die Bilder zeigen, wo und wie sich Gewerbegebiete aufheizen. Bei einer Hitzewelle macht die Messtechnikerin Evi Schneider detaillierte Aufnahmen. Sie fliegt um 19 Uhr abends, um die Aufheizung zu dokumentieren, und dann morgens um sechs Uhr,  um zu sehen, wo das Gewerbegebiet gar nicht mehr abkühlt. Rot zeigt heiße, Blau zeigt kühlere Bereiche an.

Hitzekarte eines Gewerbegebiets, aufgenommen mit einer speziellen Kamera. Rot ist heiß, Blau ist kühl - viele Stellen sind sehr rot.
Hitzekarte eines Gewerbegebiets: Rot ist heiß, Blau ist kühl.

Grün statt Asphalt

Diese Wärmebilder wertet Anke Valentin dann aus - um Firmengelände zu begrünen.

Bocholt in Nordrhein-Westfalen ist eine der beteiligten Kommunen. Hier hat Barbara Valentin ein mittelständisches Unternehmen zum Umdenken bewegt, ein Teil des Betriebsgeländes zu entsiegeln und mit Bäumen, Sträuchern und Stauden zu begrünen. Die Auswertung der Wärmebilder bestätigen: Rund um das Beet bleibt es deutlich kühler.

Klimakiller Klimaanlage -
Kühlen, bis es immer heißer wird
 

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Videolänge:
1 min

Bessere Arbeitsbedingungen durch Grün

In Gewerbegebieten wie in Bocholt arbeiten viele Menschen acht Stunden oder länger. Ist es draußen zu heiß, heizen sich auch die Arbeitsplätze auf. Bei Spaleck, einem Maschinen- und Anlagenbauer, betrifft das Schweißer wie Tobias Niehuis.

Je nachdem, was für ein Bauteil man hier schweißt, kann‘s dann auch mal schnell 35, 40 Grad werden.
Tobias Niehuis, Schweißer

Firmenchefin Karin Spaleck hat für heiße Tage flexible Arbeitszeiten eingeführt, will aber noch mehr verändern. Sie wird zusätzlich ein 140 Quadratmeter großes Hallendach begrünen. Mit einem einfachen Modulsystem: Die Pflanzen kühlen das gesamte Dach und die unmittelbare Umgebung, vor allem, weil sie auch jede Menge Wasser speichern - pro Quadratmeter 20 Liter Regen. Wenn das alle machen, dann wird so ein Gewerbegebiet dauerhaft kühler, sagt Anke Valentin:

Wer ein Kiesdach hat, dem kann ich nur empfehlen: Macht es doch grün.
Anke Valentin, Wissenschaftsladen Bonn

Begrünung gegen Folgen des Klimawandels

Bocholt und andere Projektkommunen sponsern viele Maßnahmen für Gewerbegebiete: naturnahe Hecken statt Mauern, Baumpflanzungen, insektenfreundliche Wiesen als Versickerungsflächen und Dachbegrünungen mit kleinen und großen Pflanzen.

Jeder Quadratmeter Grün zählt und hilft gegen die Folgen des Klimawandels - und was mit den Projektkommunen angefangen hat, könnte beispielhaft für ganz Deutschland sein.

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