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Europa gedenkt der getöteten Sinti und Roma

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In der NS-Zeit verfolgt - Europa gedenkt der getöteten Sinti und Roma

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Etwa eine halbe Million Sinti und Roma sind während der NS-Zeit in Europa ermordet worden. Heute wird in vielen europäischen Ländern an die Opfer erinnert.

Etwa eine halbe Million Sinti und Roma wurden von den Nazis ermordet. Heute haben Vertreter der evangelischen Kirche, von Juden, Sinti und Roma gemeinsam daran erinnert.

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In vielen europäischen Staaten ist heute an die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während der NS-Zeit erinnert worden. 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, des Holocaust sowie der Befreiung der Konzentrations- und Vernichtungslager besuchten hochrangige Vertreter des Zentralrats der Juden in Deutschland, des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam die KZ-Gedenkstätte Auschwitz.

Sie nahmen auch an einer Gedenkfeier zum Europäischen Gedenktag für Sinti und Roma am 2. August teil. Darin wurde an die rund 500.000 ermordeten Sinti und Roma in dem von den Nationalsozialisten besetzten Europa erinnert.

Zentralrat warnt vor europäischem Nationalismus

Die deutsche Delegation wurde geleitet vom Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sowie dem Ratsvorsitzenden und der Synodenpräses der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Irmgard Schwaetzer. Rose warnte in einer Ansprache vor einem neuen Nationalismus in Europa:

Der Holocaust an Sinti und Roma wie an Juden, die Massenmorde der Nazis in Europa, waren ein Zivilisationsbruch, ein Menschheitsverbrechen, der uns verpflichtet, heute gegen jede Form von Rassismus und Nationalismus unsere Stimme zu erheben.

Europa stehe angesichts eines "in vielen Ländern etablierten rassistischen Nationalismus" und eines "immer gewaltsamer werdenden Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus" vor großen Herausforderungen.

Schäuble: Freiheitliche Rechtsordnung verteidigen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble unterstrich in einer Grußbotschaft die Selbstverpflichtung Deutschlands, "die Würde jedes Menschen zu wahren und zu schützen". Auf diesem Fundament fußten die freiheitliche Rechtsordnung Deutschlands und ihre Werte, die "immer wieder verteidigt" werden müssten. Schäuble weiter:

Wir neigen dazu, die demokratische Ordnung für selbstverständlich zu halten. Das ist sie nicht.

Der vom Europäischen Parlament vor fünf Jahren zum Europäischen Roma-Holocaust-Gedenktag erklärte 2. August erinnert an die letzten 4.300 Sinti und Roma, die in dieser Nacht in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Insgesamt starben in Auschwitz über 20.000 Sinti und Roma; insgesamt wurden im NS-besetzten Europa mehr als 500.000 Sinti und Roma Opfer des Holocaust.

Teilnehmer beim Gedenken anlässlich des europäischen Holocaust-Gedenktags für Sinti und Roma am 02.08.202 in Auschwitz aufgestellt
Der Vorsitzendes des Zentralrats deutscher Sinti und Roma, Romani Rose (vorne, 3.v.l), und der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm (vorne, 2.v.r) beim Gedenken in Auschwitz.
Quelle: dpa

Roth: Deutlich machen, was Sinti und Roma widerfahren ist

Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), beklagte Mängel in der deutschen Erinnerungskultur:

Es ist nach wie vor beschämend, dass wir in Deutschland viel zu wenig darüber wissen, was wir den Sinti und Roma während des Nationalsozialismus angetan haben.

Es sei in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig deutlich gemacht worden, sagte Roth dem "Tagesspiegel am Sonntag", dass auch Sinti und Roma unter dem Nazi-Terror gelitten hätten.

Ein 3D-Modell zeigt die Dimensionen der Gräueltaten in Auschwitz.

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