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"Wir müssen uns weiter an Auschwitz erinnern"

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Holocaust-Gedenktag - "Wir müssen uns weiter an Auschwitz erinnern"

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75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau warnen Staats- und Regierungschefs und Überlebende vor Vergessen und vor Verfälschung der Geschichte.

Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 75 Jahren

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Mit eindringlichen Appellen gegen Gleichgültigkeit und das Vergessen haben Überlebende sowie Staats- und Regierungschefs an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau vor 75 Jahren erinnert. An dem offiziellen Gedenkakt nahmen am Montag mehr als 200 Überlebende und zahlreiche Politiker teil.

"Müssen uns weiter an Auschwitz erinnern"

Polens Staatspräsident Andrzej Duda bezeichnete in seiner Rede den Holocaust als grausamstes Verbrechen der Menschheitsgeschichte: "Vor 75 Jahren endete hier der monströseste Albtraum, der fünf Jahre zuvor begonnen hatte." Zwar hätten sich die Nationalsozialisten bemüht, vor Kriegsende alle Zeichen des Vernichtungslagers zu zerstören - das sei ihnen aber nicht gelungen. "Die Zeugen wurden gerettet, der Ort wurde erhalten und zum Symbol des Holocaust."

Dieses Gedächtnis von Auschwitz müsse erhalten bleiben, so Duda. Er warnte zudem vor jedem Versuch der Fälschung der Geschichte: "Die Verfälschung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, das Bestreiten des Völkermords, das Leugnen des Holocaust, die Instrumentalisierung von Auschwitz für welchen Zweck auch immer - dies alles bedeutet eine Schändung des Gedenkens an die Opfer, deren Asche hier verstreut liegt." Die Wahrheit über den Holocaust dürfe nicht "sterben", sagte Duda. "Wir müssen uns weiter an Auschwitz erinnern, sodass sich der Holocaust nie wieder in der Geschichte der Welt wiederholen kann."

Zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wurde der Opfer des Holocaust gedacht. ZDF-Korrespondentin Natalie Steger hat die Gedenkfeier in Auschwitz miterlebt.

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Ruf nach Gesetzen gegen Antisemitismus

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, sprach von einer "fürchterlichen Narbe". Deutschland und Österreich hätten "dieses Übel" angerichtet; aber auch andere Länder in Europa hätten dabei geholfen. "Zu viele Menschen in zu vielen Ländern haben Auschwitz möglich gemacht", sagte Lauder. Zugleich erinnerte er an Menschen, die Juden retteten.

Antisemitismus könne nicht ausgerottet werden. Aber die Menschen heute könnten umsichtiger und vorsichtiger werden. Worte allein reichten nicht: "Es braucht Gesetze", und die müssten auch durchgesetzt werden.

Steinmeier: "Ort deutscher Schuld"

In bewegenden Reden berichteten bei dem offiziellen Gedenkakt auch Überlebende des NS-Konzentrationslagers über ihr Leid. Sie mahnten dazu, dass Minderheiten geschützt werden und Menschen sich auf Werte besinnen müssten. Sie wandten sich zudem mit eindringlichen Worten gegen Gleichgültigkeit.

Dem Trauma der zweiten Generation

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der nach Angaben des Bundespräsidialamtes das frühere deutsche Konzentrationslager erstmals besuchte, nannte in dem Gedenkbuch des Museums Auschwitz einen "Ort deutscher Schuld". "Wir wissen, was geschehen ist, und müssen wissen, dass es wieder geschehen kann."

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Nach Schätzungen wurden dort mehr als eine Million Menschen ermordet, zumeist Juden.

Man müsse dafür sorgen, dass die Jugend die Mechanismen kenne, wie Antisemitismus entstehe und was er bewirken könne, sagt Ulrich Bongertmann, der frühere Vorsitzende des Geschichtslehrer-Verbandes.

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