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Holocaust-Gedenktag : Israel erinnert an ermordete Juden

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Israel gedenkt der im zweiten Weltkrieg ermordeten sechs Millionen Juden. Regierungschef Bennett betont, selbst "die schlimmsten Kriege" seien nicht mit dem Holocaust vergleichbar.

Vera Idan überlebte Theresienstadt, das weltweit berühmt-berüchtigte Nazi-Vorzeige Ghetto für Juden, die aus ganz Europa deportiert wurden. Sie überlebte Hitler um 77 Jahre, das sei ihr größter persönlicher Triumph.

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Mit einem Moment des Innehaltens haben die Menschen in Israel an die Ermordung von rund sechs Millionen Juden durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg erinnert. Im ganzen Land ertönten am Donnerstag, dem Holocaust-Gedenktag, Sirenen. Fußgänger blieben stehen, Autofahrer stiegen aus ihren Wagen aus und beugten ihre Köpfe in Erinnerung an die Opfer der Schoah.

Israels Premier: Kein Ereignis so grausam wie der Holocaust

An der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hatte der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett am Mittwochabend zum Auftakt des Gedenkens davor gewarnt, den Völkermord an den Juden mit anderen Gräueltaten gleichzusetzen - ein klarer Verweis auf Äußerungen über den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Solche Vergleiche seien zunehmend zu hören, sagte Bennett.

Aber nein. Kein Ereignis in der Geschichte, so grausam es auch gewesen sein mag, ist vergleichbar mit der Auslöschung der Juden Europas durch die Nazis und ihre Kollaborateure.
Naftali Bennett, Regierungschef von Israel

Der Regierungschef rief gleichzeitig Israel zur Einheit auf. Man dürfe nicht zulassen, dass die Differenzen innerhalb der Bevölkerung die Nation aus dem Inneren zersetzen, sagte Bennett. Der Ministerpräsident hatte zuletzt Morddrohungen erhalten.

Holocaust-Gedenktag - Warnungen von Zeitzeugen

Auch Holocaust-Überlebende aus der ganzen Welt warnten anlässlich des Holocaust-Gedenktags vor den Folgen von Hass und Hetze. In einem Video riefen 100 Zeitzeugen die Menschheit auf, sich den Völkermord in Erinnerung zu rufen, damit sich die Schrecken der Vergangenheit nicht wiederholten.

Antisemitismus ist kein Randproblem: Jüdinnen und Juden in Deutschland alltäglich Beleidigungen und Anfeindungen ausgesetzt. Während Corona hat dies noch zugenommen.

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Ungehinderter Hass könne zu Handlungen führen und Handlungen zum Genozid, heißt es in dem Video.

Überlebende Lane: Holocaust nicht vergessen

Wenn nicht an die Opfer des Holocaust erinnert werde, "ermorden wir sie ein zweites Mal, weil wir sie vergessen haben", warnte die Holocaust-Überlebende Ginger Lane.

"Es ist wichtig, sich zu erinnern, weil das Teil unseres Erbes und unseres Vermächtnisses ist, das wir an die jüngere Generation weitergeben.
Ginger Lane, Überlebende des Holocaust

"Das Holocaust-Leugnen, wir wissen, dass es immer existiert hat, aber es scheint zuzunehmen und (...) eine große Anzahl junger Menschen weiß nicht einmal, was das Wort Holocaust bedeutet", so Ginger Lane.

Zeitzeugin und KZ-Überlebende Anastasia Gulej erinnert sich an Stalin und Hitler. Sie ist davon überzeugt, dass sie Putin ebenso überleben wird.

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In dem Video machen die Holocaust-Überlebenden noch einmal deutlich, dass vor etwas mehr als 75 Jahren ein Drittel der Juden weltweit systematisch ermordet wurde. Unter ihnen waren mehr als 1,5 Millionen Kinder.

Bundestagspräsidentin nimmt an Gedenken teil

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas legte bei der Gedenkveranstaltung in Yad Vashem einen Kranz im Namen des Bundestags nieder. Danach wohnte sie als erste hochrangige Repräsentantin aus Deutschland einer Zeremonie im Parlament bei. Dabei wurden die Namen von Opfern des Holocaust verlesen.

Israel gedenkt der sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden. Anlass für die letzten Zeitzeugen, ihre persönliche Geschichte zu erzählen. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas nimmt bei ihrem Antrittsbesuch in Israel an den offiziellen Zeremonien teil.

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In der Knesset entzündete Bas bereits zuvor eine Kerze im Gedenken auch an die vor 80 Jahren aus ihrer Heimatstadt Duisburg deportierte Jüdin Irma Nathan. Sie wurde 1942 von den Nazis ermordet. Auch deren Mann und die beiden Kinder wurden von den Nazis getötet.

Bärbel Bas legt einen Kranz während einer Gedenkzeremonie in der Halle der Erinnerung im Holocaust-Gedenkmuseum Yad Vashem am 27.04.2022 in Jerusalem (Israel)

Bundestagspräsidentin in Israel - Bas will gegen Judenfeindlichkeit vorgehen 

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