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Weltweiter Boom - Explodierende Preise: Warum Holz so teuer ist

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Bauen und Renovieren mit Holz boomt. Der Kampf um die Nutzbäume erreicht völlig neue Dimensionen. Von der steilen Preisentwicklung profitieren aber längst nicht alle.

Ein Arbeiter auf einem Holzgerüst beim Bau eines Appartmenthauses.
Holz wird zum immer teureren Baumaterial.
Quelle: AP

Klimafreundlich, nachwachsend, beständig - der Rohstoff Holz ist derzeit stark begehrt. Zum einen werden in Deutschland immer mehr Neubauten in Holzbauweise errichtet. Zum anderen beschäftigen sich seit der Corona-Krise viele Menschen mit Holzarbeiten am Haus und im Garten. Damit nicht genug: Die USA ordern seit Monaten verstärkt deutsche Hölzer, da durch die verheerenden Waldbrände in Kalifornien die Holzernte ins Stocken geraten ist. Ein ungebremstes Holz-Interesse haben zudem China und Indien.

Weltweit gesehen besteht derzeit eine sehr große Nachfrage nach Nadelschnittholzprodukten.
Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg

20 Millionen Festmeter Rund- und Schnittholz gingen nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Säge- und Holzindustrie 2020 in den Export - ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 80 Prozent.

Dürre und Borkenkäfer machen dem Wald schwer zu schaffen. Das anfallende Schadholz hat den Holzpreis abstürzen lassen. Die hiesigen Waldbesitzer machen Minusgeschäfte, obwohl das Käferholz als Bauholz tausende Kilometer nach China und Amerika exportiert …

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Ebbe im Holzlager

In dem Maß, in denen die Holzvorräte der Sägewerke dramatisch abnehmen, explodieren derzeit die Holzpreise. Beispiel Schnittholz: Hier steigen die Preise bis zu 20 Euro pro Woche. Normalerweise bewegen sich die Preiserhöhungen im Monats- oder Quartalsrhythmus und liegen im Centbetrag. Auch Nicole Dölle-Otto hat in ihrem familiengeführten Sägewerk in Nordhessen kaum noch Vorrat, und wenn, ist das Holz deutlich teurer als zum Jahresbeginn.

Es ist so, dass teilweise hohe Summen geboten werden, nur damit man liefert. Damit die Baustellen nicht stillstehen
Nicole Dölle-Otto, Sägewerk-Inhaberin

"Der Markt macht den Preis. Auch das Rundholz ist gestiegen. Vor kurzem hat ein Festmeter Fichte noch etwa 30 Euro gekostet. Jetzt ist der Marktpreis schon bei fast 90 Euro für frisches Rundholz." Folge: Die Kunden können nur noch bedingt beliefert werden.

Sogar Schadholz ist heiß begehrt. Borkenkäferbefall, Stürme und große Hitze ließen die Schadholz-Berge in Deutschlands Wäldern besorgniserregend anwachsen. Bislang brachte das minderwertigere Holz nicht viel ein. Jetzt aber floriert auch das Schadholz-Business, zu den größten Abnehmern zählt die US-amerikanische Baubranche.

Baustoffe wie Holz und Stahl werden knapp. Das führt zu steigenden Preisen und Problemen bei Bauunternehmen. Bauen und Mieten wird deshalb immer teurer.

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Gewinner und Verlierer

Ob Zimmermann, Schreiner, Dachdecker: Viele Handwerker versuchen mancherorts vergeblich an Holz zu kommen. Lieferzeiten von mehr als zehn Wochen sind inzwischen angesagt. So können Aufträge nur schwer abgearbeitet werden. Die Angst der Kurzarbeit keimt auf.

Über den Holz-Boom freuen sich indes die Waldbesitzer. Dennoch profitieren sie vom gestiegenen Holzpreis bei Weitem nicht so stark wie die Holzhandelskonzerne und Exporteure. Zwar gibt es für den Festmeter Holz inzwischen mehr Geld als im Vorjahr. Doch das daraus gewonnene Schnittholz verkaufen die Holzhandelskonzerne auf dem Weltmarkt für ein Vielfaches. Bei den Waldbesitzern kommt davon aber nichts an. Dabei wären sie auf das Geld dringend angewiesen.

Denn die Forstbesitzer müssen ihre Wälder klimawandelbedingt umbauen, um den Rohstoff Holz auch in Zukunft liefern zu können.

   

Die Corona-Krise macht sich auch auf dem Baumarkt bemerkbar. Lieferengpässe bestimmen den Markt, die Folge: Die Preise für Holz, Stahl und Dämmstoffe sind enorm gestiegen.

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Änderung nicht in Sicht

Vor dem Hintergrund der Holzknappheit und der hohen Preise geht der Interessensverband der Forstwirtschaft jetzt in die Offensive. "Wir werden regelrecht abgezockt", sagt Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates. Er sieht keine andere Möglichkeit mehr und forderte daher die deutschen Waldbesitzer zum Streik auf: "Stoppt das Sägen! Lasst die Bäume stehen!"

Damit Deutschlands Wälder angesichts der steigenden Holznachfrage stehen bleiben, hat die Bundesregierung in einer Waldstrategie das Ziel formuliert, den Wald als Kohlendioxid Senke zu erhalten und dazu die Holzernte maximal bis zum durchschnittlichen jährlichen Zuwachs zu steigern.

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