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Homeoffice: Heil rückt von Rechtsanspruch ab

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GroKo-Streit - Homeoffice: Heil rückt von Rechtsanspruch ab

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Arbeitsminister Heil hat einen Rechtsanspruch auf Homeoffice vorgeschlagen. Die Union sträubt sich. Um die Sache voranzutreiben, will sich Heil nun mit weniger zufrieden geben.

Hubertus Heil (SPD), Bundesarbeitsminister. Archivbild
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil geht in der Homeoffice-Debatte auf die Union zu.
Quelle: Danny Gohlke/dpa

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kommt der Union im Streit über den Gesetzentwurf zum Homeoffice entgegen und rückt von seiner Forderung nach einem Rechtsanspruch von 24 Tagen ab. "Ich habe einen maßvollen Rechtsanspruch für Beschäftigte vorgeschlagen, bei denen das möglich ist", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Da die Union bei dieser Frage offensichtlich noch nicht im Jahre 2020 angekommen ist, bin ich bereit, den Anspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr zurückzustellen.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD)

Heil wolle nun zumindest gemeinsam "einen modernen Rahmen für mobile Arbeit beschließen". Der Minister führte aus: "Ich will weiter den Beschäftigten rechtlich den Rücken stärken, die mobil arbeiten wollen."

Arbeitnehmer sollen Recht auf Homeoffice-Verhandlungen haben

Im Kern solle der Arbeitnehmer das Recht auf ein ernstzunehmendes Gespräch mit dem Arbeitgeber zum Thema Homeoffice bekommen, erläuterte der Minister. "Konkret heißt das, dass Beschäftigte einen Erörterungsanspruch bekommen: Sie sollen das Recht haben, mit ihrem Arbeitgeber über ihren Homeoffice-Wunsch zu verhandeln", sagte Heil.

Der Arbeitgeber darf den Wunsch dann nicht einfach so vom Tisch wischen, sondern muss gut begründen, warum es mit dem mobilen Arbeiten aus betrieblichen Gründen nicht geht.
Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister

Dazu ZDF-Rechtsexperte Felix Zimmermann erklärt die Regeln beim Homesoffice.

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Altmaier: Homeoffice muss Sache der Firmen bleiben

Auch mit dem abgeschwächten Vorschlag kommt Heil beim Koalitionspartner nicht an: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bekräftigte seine ablehnende Haltung zu einem Recht auf Homeoffice. "Arbeit im Homeoffice muss Sache der Firmen und ihrer Mitarbeiter bleiben", sagte Altmaier der "Bild am Sonntag".

Er habe "keinerlei Sympathie für Rechtsansprüche, die nur einigen wenigen Arbeitnehmern zugutekommen." Schließlich würden Briefträger, Pfleger oder Chirurgen niemals von zu Hause aus arbeiten können.

Grüne kritisieren Heils Rückzieher

Die Grünen kritisierten den Rückzieher. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Beate Müller-Gemmeke, bedauerte, dass der Rechtsanspruch auf Homeoffice vom Tisch ist. Heils neuer Vorschlag sei "ein schlechter Kompromiss", der nur wenigen Menschen helfe, erklärte sie.

Immobilienexperten vermuten eine Verlagerung der Wohnungsnachfragen aus Städten in die ländlichen Umkreise. Denn Homeoffice könnte in vielen Betrieben bestehen bleiben.

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Heil betonte, es gebe beim Thema Homeoffice auch Regelungsbedarf zum Schutz der Arbeitnehmer, etwa bei der Arbeitszeit. Dabei setze er auf digitale Lösungen. "Es geht nicht um eine Stechkarte zu Hause, aber wir brauchen eine Dokumentation der Arbeitszeit, zum Beispiel durch eine App", sagte er.

Notfalls gehe natürlich auch eine schriftliche Dokumentation. Eines müsse klar sein: "Irgendwann ist Feierabend, auch im Homeoffice soll niemand rund um die Uhr zur Verfügung stehen."

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