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Hongkonger Aktivist Wong wieder frei

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Vorübergehend festgenommen - Hongkonger Aktivist Wong wieder frei

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Der Hongkonger Aktivist Joshua Wong ist vorübergehend festgenommen worden. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß. Ende September steht ein Gerichtsverfahren an.

In Hongkong ist der prominente Regierungskritiker Joshua Wong ein weiteres Mal festgenommen worden, kam aber auf Kaution frei. Dazu ZDF-Korrespondent Ulf Röller.

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Nach seiner vorübergehenden Festnahme ist der bekannte Hongkonger Aktivist Joshua Wong wieder auf freien Fuß. "Ich bin jetzt in Sicherheit", teilte er mit. Stunden zuvor hatte er via Twitter seine Festnahme mitgeteilt - wegen der Teilnahme an einer unerlaubten Versammlung im Herbst 2019. Demnach wurde er auch beschuldigt, gegen das damals geltende Vermummungsverbot bei Protesten in Hongkong verstoßen zu haben. Ein Gerichtstermin wurde für Ende September anberaumt.

Bereits im August hatte Wong gesagt, er rechne nach Inkrafttreten des sogenannten Sicherheitsgesetzes in der chinesischen Sonderverwaltungszone ständig mit seiner Festnahme. Er berichtete zudem von Schikanen: Autos mit chinesischem Kennzeichen hätten ihn geschnitten, "Peking-treue Gangs" hätten ihn fotografiert. Er fühle sich dennoch weiter verpflichtet, auf die Lage in Hongkong hinzuweisen.

Das Risiko ist, nach China ausgeliefert und dort vor Gericht gebracht und in ein schreckliches Gefängnis gesteckt zu werden. Jede Nacht schlafe ich nun mit der Angst ein, dass Beamte der Nationalen Sicherheit an meine Tür klopfen, mich festnehmen und nach China verschleppen.
Joshua Wong

Anklage wegen Gedenken an Proteste auf Tiananmen-Platz

In der vergangenen Woche hatte sich Wong zusammen mit 25 anderen angeklagten Aktivisten wegen eines verbotenen Gedenkens an die Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz verantworten müssen, die die Hongkonger Polizei erstmals seit 30 Jahren verboten hatte. Den Beschuldigten drohen Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren.

In den vergangenen Wochen hatten die Hongkonger Sicherheitsbehörden ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone massiv verschärft. Das Ende Juni von China verabschiedete sogenannte Sicherheitsgesetz erlaubt den Behörden ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen. Verstöße können mit lebenslanger Haft geahndet werden.

Wong will weiter kämpfen

Das Gesetz stellt den bislang schwersten Eingriff in den Autonomiestatus von Hongkong dar. Es richtet sich gegen Aktivitäten, die China als subversiv, separatistisch oder terroristisch ansieht. Der früheren britischen Kronkolonie waren bei ihrer Übergabe an China 1997 für 50 Jahre Sonderrechte gewährt worden, darunter Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Wong will dennoch weiter dagegen kämpfen, wie er erst kürzlich im Gespräch mit ZDF-Reportern unterstrich:

Das Inkrafttreten des Nationalen Sicherheitsgesetztes bedeutet nicht das Ende der Opposition in Hongkong. Sie können uns von den Wahlen ausschließen, aber sie können nicht verhindern, dass wir uns auch weiterhin für ein demokratisches Hongkong einsetzen.
Joshua Wong

Doku-Tipp: Hongkongs Ende?

Das von China erlassene, hochumstrittene Gesetz „zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong“ gefährdet die Demokratiebewegung in Hongkong.

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