Sie sind hier:

Human Rights Watch - Israel der "Kriegsverbrechen" bezichtigt

Datum:

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft Israel "offenkundige Kriegsverbrechen" im jüngsten Nahost-Konflikt vor. Kritik wird auch an den Palästinensern geübt.

Palästinenser retten einen Überlebenden aus den Trümmern eines zerstörten Wohnhauses nach tödlichen israelischen Luftangriffen in Gaza-Stadt am 16.05.2021
Gaza-Stadt nach Luftangriffe (Archivfto)
Quelle: AP

Rund zwei Monate nach dem jüngsten Konflikt im Gazastreifen hat Human Rights Watch (HRW) schwere Vorwürfe gegen Israel erhoben. Dessen Militär habe bei den elftägigen Gefechten im Mai Angriffe ausgeführt, die "offenkundig Kriegsverbrechen gleichkommen", hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Dieser stützt sich demnach auf eine Untersuchung dreier israelischer Luftangriffe, bei denen laut HRW 62 palästinensische Zivilisten getötet wurden. Dabei habe es "keine erkennbaren militärischen Ziele in der Umgebung" gegeben, hieß es.

Auch Vorwürfe gegen palästinensische Kämpfer

In dem Report werden auch palästinensischen Kämpfern offensichtliche Kriegsverbrechen vorgeworfen. Sie hätten mehr als 4.000 ungelenkte Raketen und Mörsergranaten auf bevölkerte israelische Gebiete abgefeuert. Solche Angriffe stellten einen Verstoß gegen das Verbot von "vorsätzlichen oder willkürlichen Attacken auf Zivilisten" dar.

Der Fokus des Berichts lag indes auf israelischen Aktionen im jüngsten Gaza-Konflikt. Für August sei die Veröffentlichung eines separaten Reports über das Vorgehen der Hamas und anderer militanter palästinensischer Gruppen geplant.

Die Kampfhandlungen zwischen Israel und Palästinensern gehen trotz internationaler Aufrufe weiter. Die Gewalt eskaliert zunehmend auch auf den Straßen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Human Rights Watch wirft Israel "mutmaßliche Kriegsverbrechen" vor

Gerry Simpson, Direktor für Krisen und Konflikte bei HRW, warf israelischen Truppen Angriffe auf den Gazastreifen vor, die "ganze Familien" zerstört hätten, "ohne dass es in der Nähe ein erkennbares militärisches Ziel" gegeben habe.

Israels "beharrlicher Unwille, mutmaßliche Kriegsverbrechen ernsthaft zu untersuchen" sowie der palästinensische Raketenbeschuss bewohnter israelischer Gebiete machten die Wichtigkeit anhaltender Ermittlungen zu beiden Seiten durch den Internationalen Strafgerichtshof deutlich, erklärte Simpson.

Konflikt in Nahost - UN warnen vor "unaufhaltsamen" Folgen 

UN-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der zusehends eskalierenden Gewalt in Nahost vor unkontrollierbaren Folgen für den gesamten Nahen Osten gewarnt.

Videolänge
2 min

Mehr als 250 Tote bei Gefechten im Mai

Die militärische Auseinandersetzung hatte am 10. Mai begonnen, als die Hamas zahlreiche Raketen in Richtung Jerusalem abgefeuert hatte. Damit bekundete die militant-islamistische Gruppe ihre Solidarität mit Protesten von Palästinensern gegen harte Methoden der israelischen Polizei auf dem Tempelberg mit der Al-Aksa-Moschee, der sowohl Muslimen als auch Juden heilig ist.

Auslöser der Konfrontation war auch die drohende Zwangsräumung palästinensischer Familien aus Häusern in einem Ostjerusalemer Viertel. Bei den Gefechten im Mai wurden laut dem Gesundheitsministerium im Gazastreifen rund 254 Menschen getötet, darunter mindestens 67 Kinder und 39 Frauen. Hamas gab die Zahl ihrer getöteten Kämpfer mit 80 an, laut Israel ist sie aber höher. In Israel kamen zwölf Zivilisten um, darunter zwei Kinder, sowie ein Soldat.

Mauer zwischen Israelis und Palästinensern auf neuer Autobahn

Nachrichten | Thema - Der Nahost-Konflikt 

Die Staatsgründung Israels 1948 basierte auf einem UN-Plan nach dem Holocaust. Was folgte war eine Eskalation der wechselseitigen Gewalt. Ein Überblick zum N...

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.