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ifo Bildungsbarometer 2020 - Bildung: Bund soll mehr entscheiden

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Eine Mehrheit der Deutschen möchte, dass der Bund wichtige Entscheidungen in Bildungsfragen treffen kann. Außerdem soll das Bildungssystem einheitlicher und vergleichbarer werden.

Archiv, Baden-Württemberg, Marbach am Neckar: Ein Schüler meldet sich während einer Unterrichtsstunde.
Das ifo Bildungsbarometer zeigt, dass eine Mehrheit der Deutschen ein einheitlicheres Bildungssystem möchte.
Quelle: dpa

Nicht zuletzt durch die Corona-Krise wurde die Uneinheitlichkeit des deutschen Bildungssystems deutlich. Bildung ist Ländersache und dementsprechend hat jedes Bundesland im Bildungssektor seine eigenen Regeln – auch für den Umgang mit Corona.

Wie steht die deutsche Bevölkerung grundsätzlich zur Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit des deutschen Bildungssystems? Mit dieser Frage beschäftigt sich das diesjährige ifo-Bildungsbarometer - mit einem relativ deutlichen Ergebnis.

Mehrheit: Bund soll wichtige Entscheidungen treffen

60 Prozent der Befragten sind dafür, dass wichtige bildungspolitische Entscheidungen vom Bund getroffen werden. Nur 28 Prozent sprechen sich (sehr oder eher) dagegen aus. 

Betrachtet man allerdings die verschiedenen Bildungsbereiche, offenbaren sich deutliche Unterschiede: Geht es um Kitas und Kindergärten, sollten sich laut der repräsentativen Umfrage vor allem die Gemeinden kümmern. Der Wunsch nach mehr Verantwortung des Bundes äußert sich vor allem im Hochschulbereich, aber auch auf Schulebene.

Insgesamt sehen die Autorinnen und Autoren einen Wunsch nach Umstrukturierung in der Bevölkerung. "Relativ große Teile der Bevölkerung sprechen sich also für eine Verlagerung der derzeitigen Zuständigkeiten aus, vor allem in Richtung Bund", konstatieren die Wissenschaftler.

Maßnahmen zur Vereinheitlichung finden breite Zustimmung

Bereits vor Corona wurde die Frage, inwiefern der Bund in Sachen Bildung stärker eingreifen sollte, breit diskutiert. Kritikpunkte waren und sind die qualitativen Unterschiede der Bildung oder die mangelnde Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Gleichwohl erlaubt die föderale Struktur beispielsweise, exakter auf regionale Besonderheiten zu reagieren.

Der nationale Bildungsbericht sieht bei der Digitalisierung in den Schulen Nachholbedarf. Außerdem lässt der Trend zu höherer Bildung in Deutschland etwas nach.

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Grundsätzlich befürworten die Deutschen Maßnahmen zur Vereinheitlichung des Bildungssystems. 70 Prozent der Befragten sprechen sich (sehr oder eher) für die Einrichtung eines Nationalen Bildungsrates aus. Ein Bildungsstaatsvertrag mit verbindlichen Vorgaben für mehr Vergleichbarkeit und Einheitlichkeit des Bildungssystems findet sogar noch breitere Zustimmung. 83 Prozent sprechen sich dafür aus.

Ausbildung vereinheitlichen – Sommerferien individuell behandeln

Mit welchen Initiativen könnte das Schulsystem einheitlicher werden? Auch diese Frage behandelte das ifo Bildungsbarometer, indem den Befragten konkrete Maßnahmen vorgestellt wurden. Eine deutliche Mehrheit würde vor allem bei der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer ansetzen. Dies betrifft sowohl die Anerkennung der Ausbildung als auch ihre bundesweite Vereinheitlichung.

Knapp drei Viertel der Deutschen (73 Prozent) sind außerdem dafür, das Kooperationsverbot im Schulbereich aufzuheben. Etwas anders sieht es bei der Sommerferien-Regelung aus. Ein bundesweit einheitlicher Starttermin für die Sommerferien tritt auf deutliche Ablehnung. Eine Mehrheit der Befragten spricht sich allerdings dafür aus, dass sich alle Bundesländer beim Sommerferienbeginn abwechseln.

Bildungsbarometer: Vergleichbare Schülerleistungen sehr wichtig

Den Befragten geht es allerdings nicht nur um eine stärkere Einheitlichkeit des Bildungssystems. Auch eine bessere Vergleichbarkeit der Leistungen ist für eine deutliche Mehrheit (sehr) wichtig.

Bundesländervergleiche, notenrelevante einheitliche Vergleichstests und deutschlandweit einheitliche Abschlussprüfungen finden Zustimmung. Auf Gymnasialebene befürworten "überwältigende Mehrheiten" deutschlandweit einheitliche Lehrpläne und verschiedene Vorschläge zur besseren Vergleichbarkeit der Abiturprüfungen.

Insgesamt kommen die Autorinnen und Autoren des Bildungsbarometers zu einem klaren Fazit: Die Ablehnung vieler Bundesländer gegenüber möglichen Eingriffen des Bundes in das Bildungssystem sowie der ausbleibende Erfolg von Bestrebungen zu stärkerer Vereinheitlichung und verbesserter Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern stehe "in starkem Kontrast zur Meinung der deutschen Bevölkerung".

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