ZDFheute

Braun: "Haben Ausgangssperre nicht erwogen"

Sie sind hier:

"maybrit illner spezial" - Braun: "Haben Ausgangssperre nicht erwogen"

Datum:

Im Kampf gegen das Coronavirus verhängen immer mehr Länder in Europa Ausgangssperren. In Deutschland hält Kanzleramtsminister Braun diese Maßnahme für "nicht erforderlich".

Die Bundesregierung erwägt nach Angaben von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) derzeit keine Ausgangssperre im Kampf gegen das Coronavirus. Die Regierung gehe "fest davon aus", dass die Bürger die jetzt verlangte Kontaktreduktion ernst nähmen "und dass deshalb solche Schritte wie in Frankreich mit den Ausgangssperren bei uns nicht erforderlich sind", sagte Braun am Dienstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner spezial". Die Lage sei ernst. Deutschland verzeichne einen so steilen Anstieg der Infektionszahlen, dass jetzt klar sei:

Wir müssen wirklich die Zahl der Kontakte zwischen den Menschen in unserem Land deutlich reduzieren.
Helge Braun, Kanzleramtsminister

Alle gemeinsam sollten jetzt darauf achten, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet und ältere sowie stärker infektionsgefährdete Menschen geschützt würden. Darauf zielten die am Montag verkündeten Maßnahmen ab. "Aber eine Ausgangssperre haben wir nicht erwogen", sagte Braun.

Sehen Sie hier die ganze Sendung zur aktuellen Corona-Krise:

"maybritt illner spezial": Corona-Krise - Kampf gegen die Pandemie.

Beitragslänge:
48 min
Datum:

Große Not bei den Solo-Selbständigen

Hoffnung auf Hilfe in wirtschaftlich schwieriger Lage können sich nun möglicherweise auch viele so genannte Solo-Selbstständige machen. In dieser sehr heterogenen Gruppe böten Menschen zum Teil Leistungen an, "die jetzt nicht mehr abgefragt werden", sagte Braun. Da gebe es große Not. "Wir werden am Donnerstag in unserem Krisenkabinett über diese ganzen Fälle beraten. Das Instrument ist noch nicht fertig, aber wir wollen natürlich zielgenau versuchen, auch solchen Leuten wirtschaftlich durch die Krise zu helfen", kündigte Braun an.

Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender Weltärztebund und Ehrenpräsident der Bundesärztekammer, betonte, dass die Zahl der Infizierten stark steigen werde und man jetzt die Kapazitäten in den Krankenhäusern benötige.

Wir sind jetzt an dem Punkt, an dem es spannend wird, ob wir es schaffen.
Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender Weltärztebund

Ein Meter Abstand senkt die Infektionsgefahr auf ein Prozent

Montgomery ist sich sicher, dass man aus der Pandemie lernen werde. Für den sozialen Kontakt gibt es laut dem Vorsitzenden des Weltärztebunds eine einfache Regel: "Ein Abstand von einem Meter senkt die Infektionsgefahr auf ein Prozent". Wer sich dem Risiko einer Infektion aussetze, gefährde damit auch andere und das sei laut Montgomery "unsolidarisch". Die EU-Grenzschließung hält der Mediziner für eine wenig sinnvolle Maßnahme gegenüber dem Virus, aber "um der Bevölkerung den Ernst der Lage zu verdeutlichen, ist es hilfreich".

Isabelle Oberbeck, Amtsärztin der Stadt Weimar, erklärte, dass eine Reduktion der sozialen Kontakte das einzige probate Mittel sei, um eine schnelle Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Ich hoffe nicht, dass eine Ausgangssperre nötig ist, will es aber nicht hundertprozentig ausschließen
Isabelle Oberbeck, Amtsärztin der Stadt Weimar

Sehen Sie hier eine Sondersendung, zu den während der Corona-Krise momentan drängendsten Fragen:

Das "ZDF spezial" beantwortet die dringendsten Zuschauerfragen zu medizinischen Erkenntnissen, Reise- und Arbeitsrecht, psychologische Fragen rund um die Familie.

Beitragslänge:
72 min
Datum:

Im öffentlichen Gesundheitswesen fehlen Ärzte

Die Amtsärztin Oberbeck berichtete aus ihrem Arbeitsalltag in Weimar und erzählte, dass es gerade zu Beginn des Ausbruchs Probleme wegen zu geringer Laborkapazitäten gab. "Wir würden gern noch viel mehr testen, haben aber keine ausreichenden Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiter", konstatierte sie. Auch fehle es im öffentlichen Gesundheitswesen an Ärzten. Sie forderte die Menschen auf, derzeit nur dann aus dem Haus zu gehen, wenn es wirklich nötig ist.

Der stellvertretende Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radeck, betonte, dass die Polizei sich um die Einhaltung einer Ausgangssperre kümmern würde, sofern diese kommen sollte.

Momentan geht die Polizei noch sehr verhältnismäßig vor.
Jörg Radeck, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei

Radeck verwies dabei auf die Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz. Besorgt ist der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, dass nicht genug Schutzausrüstung in allen Landespolizeien vorhanden ist: "Daran muss noch gearbeitet werden". Für den Polizisten stellen Menschen, die sich nicht an die Quarantäne halten, eine Allgemeingefahr.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.