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"maybrit illner" - Laschet rechnet mit früherem Kohleausstieg

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CDU-Chef Laschet stellte bei "maybrit illner" einen früheren Kohleausstieg in Aussicht. Der SPD-Politiker Lauterbach warnte vor mehr Fluten und Hochwasser in der Zukunft.

Armin Laschet bei "maybrit illner"

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Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet (CDU), rechnet mit einem früheren Kohleausstieg als geplant. In der ZDF-Sendung "maybrit illner" sagte Laschet am Donnerstagabend, im besonders für den Energiebereich vorgesehenen europäischen Emissionshandel läge der Preis je Tonne CO2 etwa bei 45 Euro.

Das werde aus seiner Sicht "dazu führen, dass wir schneller aus der Kohle aussteigen, als das bisher in den Plänen der Kohlekommission geplant war". Diese Wirkung müsse unter Wahrung der Sozialverträglichkeit "übertragen werden auf andere Bereiche".

Laschet: Industrieland ja, aber klimaneutral

Die im Wahlprogramm der Union festgeschriebene Straffung des Preises pro Tonne ausgestoßener Treibhausgase werde "marktwirtschaftlich gesteuert" sein, sagte Laschet. Deutschland müsse Industrieland bleiben - aber klimaneutral.

Wenn Stahl-, chemische, Glas- und Autoindustrie abwanderten nach China, Russland oder Indien, sei "immer noch das gleiche Weltklima" betroffen. Allerdings seien dort die sozialen und ökologischen Standards "nicht so, wie sie in Deutschland sind".

Hochwasser: "Nationale Kraftanstrengung"

Vor dem Hintergrund der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz rief Laschet zu einer "nationalen Kraftanstrengung" beim Wiederaufbau und zur Abmilderung der Härten für Betroffene auf.

Er habe bereits mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) gesprochen, sagte der nordrhein-westfälische Regierungschef. Auch der Bund wolle helfen.

Karl Lauterbach bei "maybrit illner"

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Lauterbach: Situation wird sich eher verschlechtern

Vor in immer schnellerer Folge kommenden Katastrophen warnte der SPD-Politiker Karl Lauterbach. Deutschland sei um etwa zwei Grad wärmer geworden:

Wir werden deutlich mehr Fluten und Hochwasser dieser Art bekommen.
Karl Lauterbach, SPD-Politiker

Das sei nicht mehr abzuwenden, betonte Lauterbach und fügte hinzu: "Und die traurige Nachricht ist, das wird für 80 Jahre so weitergehen."

Bis zum Ende des Jahrhunderts werde sich die Situation auch mit Klimaschutzmaßnahmen nicht mehr verbessern, sondern tendenziell verschlechtern. "Das, womit wir jetzt den ersten Kontakt gehabt haben, das geht nicht mehr weg", sagte Lauterbach.

Von Hirschhausen: "Naturgesetze nicht verhandelbar"

Eckart von Hirschhausen, Arzt und Unterstützer von "Scientists for Future", betonte, dass "wir in einer Situation sind, die extrem bedrohlich ist". Die Klimakrise sei die größte Gesundheitsgefahr, aber die meisten Menschen hätten das Ausmaß der globalen Krise noch nicht begriffen.

"Naturgesetze sind nicht verhandelbar", konstatierte der Moderator und fügte hinzu, dass "wer glaubt, dass Wirtschaft wichtiger ist als Gesundheit, kann ja mal versuchen sein Geld zu zählen, während er die Luft anhält".

Eckart von Hirschhausen bei "maybrit illner"

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DIW-Chefin: Politik war untätig

Laut Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung "Energie, Verkehr und Umwelt" am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), ist es unverständlich, dass die Politik 17 Jahre untätig war. "Wir hätten alle Optionen gehabt, in erneuerbare Energien und Hochwasserschutz zu investieren", stellte sie fest.

Das Hochwasser von 2012 hätte den Steuerzahler bereits 20 Milliarden Euro gekostet und die Kosten steigerten sich exponentiell: "Schäden werden im Faktor 15 zunehmen." Ihr Fazit lautet daher: Klimawandel kostet Geld, aber Klimaschutz spart auch.

Jung verteidigt Emissionshandel

"Die USA wollen bis 2050 klimaneutral werden, wir wollen es bis 2045 schaffen", erklärte Andreas Jung (CDU), Klimaexperte der Unionsfraktion. Jung verteidigte den Emissionshandel und den dafür festgelegten Preis je Tonne CO2:

Wir müssen zeigen, dass man Klimaneutralität auch mit innovativen Technologien erreichen kann.
Andreas Jung, CDU

Hoffmann: Reichtum schützt nicht vor Klimawandel

Christiane Hoffmann, Autorin im Hauptstadtbüro des "Spiegel", betonte, dass Hochwasser alle treffen könne: "Auch Reichtum kann nicht vor den Folgen des Klimawandels schützen."

Die Journalistin erklärte, dass es in Deutschland bezüglich der Klimapolitik "zu wenig Aufklärung und Ängste wegen Mehrkosten" gäbe. Hier hätten die Grünen ihrer Ansicht nach die Chance in die Offensive zu gehen.

Meterologin: "Unwetter ist ein Phänomen"

Meteorologin Katja Horneffer erklärte, dass das Tief "Bernd" sich immer wieder regenerierte und so diese Regenmassen von bis zu 150 Litern pro Quadratmeter entstanden seien. "Dieses Unwetter ist ein Phänomen", erklärte die Meteorologin. Aber:

Unwetter wie diese treten immer häufiger auf und das hängt sehr wohl mit dem Klimawandel zusammen.
Katja Horneffer, Meteorologin

Die ganze Sendung sehen Sie hier:

"maybrit illner“ mit dem Thema "Regenflut und Hitzerekorde – schutzlos in der Klimakrise?" vom 15. Juli 2021, um 22:15 Uhr im ZDF.

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