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Schwesig kritisiert Gabriels Tönnies-Beratung

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"maybrit illner" - Schwesig kritisiert Gabriels Tönnies-Beratung

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Manuela Schwesig will eine generelle Debatte um Lebensmittelkosten. Eine solche Diskussion sei angesichts der vielen Fleischskandale überfällig, erklärte sie bei "maybrit illner".

"maybrit illner“ mit dem Thema "Corona trifft nicht alle gleich – schwindet die Solidarität?" vom 2. Juli 2020, um 22:15 Uhr im ZDF.

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Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat ihren früheren Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel wegen dessen Beratertätigkeit für den Fleischproduzenten Tönnies kritisiert. In der ZDF-Sendung "maybrit illner" sagte Schwesig am Donnerstag, sie verstehe die Entscheidung Gabriels nicht und fügte hinzu:

Das geht gar nicht und ich glaube, das weiß Sigmar Gabriel selbst auch.
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern

Der frühere Wirtschaftsminister hatte Medienberichten zufolge bestätigt, ab 1. März für Tönnies tätig gewesen zu sein und die Arbeit bei dem Fleischkonzern aus gesundheitlichen Gründen zum 31. Mai beendet zu haben.

Schwesig fordert Debatte um gutes und bezahlbares Fleisch

Schwesig mahnte vor dem Hintergrund des Tönnies-Skandals eine generelle Debatte darüber an, wieviel Lebensmittel kosten dürfen und wie Fleisch in Deutschland künftig produziert werden soll. Eine solche Diskussion sei angesichts alle Jahre wiederkehrender Fleischskandale überfällig.

Beantwortet werden müsse die Frage, wie gutes und bezahlbares Fleisch unter vernünftigen Arbeitsbedingungen produziert werden könne. Ideen beisteuern könnten da nicht nur die Biobauern, sondern auch die, die konventionelle Landwirtschaft betreiben.

Manuela Schwesig (SPD) spricht bei "illner" von "sozialen Unwuchten", die das Coronavirus zeige. In Bayern soll es bis zu 30.000 Tests am Tag geben, so Markus Söder (CSU).

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2 min
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Klar müsse sein, dass ein Fleischpreis von "1,99" für die Beschäftigten Arbeits- und Wohnbedingungen wie bei Tönnies inkludiere. Von der Bundesregierung erwarte sie, dass diese einen Weg zur Lösung der Probleme in Tierhaltung und Fleischproduktion finde. Zudem müssten Werkverträge verboten werden.

Söder: Regelmäßige Tests in Fleischbetrieben

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte dass Corona nicht weg sei, "das ist wie ein kleiner Funke, der sofort ein großes Feuer entfachen kann". In Bayern stocke man deshalb die Testkapazitäten auf 30.000 pro Tag auf. So sollen bestimmte Gruppen, wie in Alten- und Pflegeheimen, regelmäßig getestet werden.

Söder forderte mit Blick auf Tönnies und Gütersloh verbesserte Arbeitsbedingungen in Fleischbetrieben und regelmäßige Tests. Auch müsse laut dem bayerischen Ministerpräsident besonders bei den Unternehmen, die Hilfen erhalten haben, geschaut werden, dass sich daraus eine Verantwortung für die Mitarbeiter ableitet.

Markus Söder bei "maybrit illner"

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Ärzteverband: Viele Kontaktpersonen

Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V., merkte an, dass bei "50 Neuinfektionen" eine ganze Reihe von Kontaktpersonen dahinter stehen.

Sie gab zu bedenken, dass "der Test nur aussagt, dass ich zu dem Zeitpunkt, an dem der Abstrich genommen wurde, negativ war". Ihrer Ansicht nach muss mit System getestet werden – regelmäßig und an Brennpunkten. "Nicht die sozialen Verhältnisse, das Crowding ist das Problem", folgerte Teichert.

Journalistin Marinić: Corona ist Brennglas

Jagoda Marinić, Schriftstellerin und Journalistin, betonte, dass "wir uns vergegenwärtigen müssen, was wir als Solidargemeinschaft geleistet haben". Je länger die Maßnahmen gegen die Pandemie jedoch andauern, desto stärker "fächert sich die Gesellschaft in einzelne Gruppen auf", warnte Marinić.

Für die Journalistin ist Corona nur deshalb ein Brennglas, "weil es jahrelang eine Kultur des Wegsehens gab". Obgleich Deutschland eines der besten Krisenmanagements hingelegt habe, dürfe man die Zustände in Spanien oder Italien nicht als "Fiktion verkaufen", konstatierte Marinić.

Man sieht mehrere Schweine in unterschiedlichen Größen, am Ende ein Symbolbild für Fleisch.

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Vom Schwein zum Schnitzel
 

Das kurze Leben eines Schweins

Virologe Schmidt-Chanasit: Schnelligkeit beim Testen entscheidend

Schnelligkeit ist laut Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der virologischen Zentraldiagnostik, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, beim Testen entscheidend:

Wir brauchen in der Fläche schnelle und gute Testkapazitäten.
Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der virologischen Zentraldiagnostik, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Das Virus sei ein "Brennglas" auf schwierige Arbeits- und Lebenssituationen, so Schmidt-Chanasit. Gleichzeitig lobte der Virologe auch das deutsche Gesundheitssystem, "es ist weltweit führend – jeder hat Zugang, auch wenn er kein Geld hat".

Bürgermeister aus Kreis Gütersloh: Region stigmatisiert

Michael Esken, hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Verl im Kreis Gütersloh, erklärte, dass man bis zu den Testungen bei Tönnies auf einem "guten Weg" gewesen sei und "jetzt sind wir wieder im Lockdown". Er fügte hinzu, dass es nicht nur ein Tönnies-Problem sei, sondern eines von "beengten Wohnverhältnissen". Die Folge? "Wir sind eine Region, die stigmatisiert ist", kritisiert der Bürgermeister.

Diesen Regionen droht erneut der Lockdown

Obergrenze überschritten -
Corona-Obergrenze: Wo Verschärfungen drohen
 

Ob Corona-Maßnahmen gelockert oder verschärft werden, hängt von der Zahl der Neuinfektionen ab. Eine aktuelle Karte zeigt, ob die Obergrenze in Ihrer Region eingehalten wird.

von Simon Haas
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