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Zehntausende demonstrieren in Kolkata gegen Modi

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Proteste in Indien - Zehntausende demonstrieren in Kolkata gegen Modi

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Die Massenproteste gegen das Staatsbürgerschaftsgesetz in Indien gehen weiter. In Kolkata demonstrieren Zehntausende gegen Premier Modi. Die Polizei geht gewaltsam gegen sie vor.

Demonstration gegen den Besuch von Modi in Kolkata
Gegen Modis Staatsbürgerschaftsgesetz: In Kolkata haben Zehntausende gegen den Premier und seine Reform demonstriert.
Quelle: reuters

Im ostindischen Kolkata haben Zehntausende Menschen erneut gegen das umstrittene Staatsbürgerschaftsgesetz protestiert. Die Polizei ging am Sonntag mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vor, um sie nach eigenen Angaben daran zu hindern, den Konvoi mit Premierminister Narendra Modi auf dem Weg zum Stadion zu stoppen. Der Premier wollte dort in einer Rede für das umstrittene Gesetz werben.

Die Hauptstadt des Bundesstaats Westbengalen ist eine der Hochburgen des Widerstands gegen das Gesetz.

Modi bezeichnet Demonstranten als "fehlgeleitet"

Knapp 2.000 Demonstranten hatten sich zuvor vor dem Stadion versammelt, verbrannten Bilder des indischen Premierministers und riefen "Faschist Modi, geh zurück". Mehr als 100 Demonstranten wurden nach Angaben der Polizei festgenommen. Modi bezeichnete die Demonstranten bei seiner Rede später als "fehlgeleitet".

Indiens Premierminister Narendra Modi.
Wirbt für das Staatsbürgerschaftsgesetz: Premierminister Narendra Modi (Bild aus dem Archiv).
Quelle: Uncredited/AP/dpa

Die Regierungschefin von West-Bengalen, Mamata Banerjee, weigert sich, das Staatsbürgerschaftsgesetz umzusetzen.

Hintergrund: Was steht in dem Staatsbürgerschaftsgesetz?

Nach dem Staatsbürgerschaftsgesetz ist es für viele Menschen leichter, die indische Staatsbürgerschaft zu erhalten - aber nicht für alle. Denn die Vereinfachung gilt nur für:

  • Hindus
  • Parsis
  • Sikhs
  • Buddhisten
  • Jains
  • Christen

Angehörige dieser religiösen Minderheiten können die indische Staatsbürgerschaft nun bereits nach fünf Jahren in Indien erhalten. Bislang mussten sie - wie alle Antragssteller - mindestens elf Jahre in Indien wohnen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen vor dem 31. Dezember 2014 aus einem der Nachbarländer BangladeschPakistan oder Afghanistan nach Indien gekommen und in ihrer Heimat verfolgt worden sein.

Kritiker werfen Modis hinduistisch-nationalistischer Partei BJP vor, die 200 Millionen Muslime im Land zu diskriminieren. Seit der Verabschiedung des Gesetzes durch das Oberhaus im Dezember kommt es immer wieder zu Kundgebungen. Dabei starben mindestens 27 Menschen, hunderte weitere wurden bei Zusammenstößen mit der Polizei verletzt. Den Behörden wird vorgeworfen, unverhältnismäßig hart gegen die Demonstranten vorzugehen.

Mehr zu den Protesten in Indien lesen Sie auch hier.

Archiv: In Indien protestieren Tausende gegen das neue Einbürgerungsgesetz, aufgenommen am 03.01.2020

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von Ramya Iyer, Bangalore
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