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Unternehmer Thelen bei "Lanz" : "Das Gelddrucken muss aufhören"

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Der Unternehmer Frank Thelen appelliert bei "Lanz", die "Gelddruck-Politik" zu stoppen. Diese sei nicht das "zentrale Problem", widerspricht die Journalistin Ulrike Herrmann.

Unternehmer Frank Thelen bei Markus Lanz.
Unternehmer Frank Thelen bei Markus Lanz.
Quelle: Cornelia Lehmann ZDF

Der Unternehmer Frank Thelen warnte am Donnerstagabend bei Markus Lanz vor einer vorangaloppierenden Inflation.

Wir haben die exzessivste Gelddruck-Politik jemals. (…) Wir haben die höchste Inflation seit Dekaden.
Frank Thelen, Unternehmer

"Wenn ich immer mehr Euro (…) drucke, dann ist der einzelne Euro weniger wert", so Thelen.

Thelen: Durch Anhebung des Leitzins entstehen neue Probleme

Das löse die Probleme nicht und sei keine "lustige Geschichte". Die Konsequenz: "[Die Realwirtschaft] reagiert mit einer Inflation von neun Prozent. Wir haben eine Soll-Inflation von zwei Prozent."

Als Gegenmaßnahme sei der Leitzins durch die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank angehoben worden. Woraus sich "andere Probleme" ergeben würden, "weil [Unternehmen] eben nicht mehr an das Kapital kommen". Die Folge seien "vielleicht noch mehr Insolvenzen", so Thelen.

Die EZB hat heute den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben. Dadurch soll mittelfristig die Teuerungsrate gesenkt werden.

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Journalistin Ulrike Herrmann: Verschuldung nicht der Grund für Inflation

Diese Analyse der Inflation sei "völlig falsch", widersprach die Journalistin Ulrike Herrmann:

Die Inflation entsteht nicht dadurch, dass der Staat sich verschuldet hat, sondern (…) dadurch (…), dass die Energiepreise so teuer werden (…), weil Putin gerade die Pipelines zudreht.
Ulrike Herrmann, Journalistin

Und weiter: "Der ganz wesentliche Treiber der Inflation sind Nahrungsmittel, weil die so viel Energie brauchen, um hergestellt zu werden, die Energie an sich (…) und gestörte Lieferketten aus China."

Aufgrund des Lockdowns in Shanghai hätten im April "drei Prozent der weltweiten Container" im Hafen der Metropole gewartet, so Herrmann. Infolgedessen seien die Lieferketten "monatelang weltweit gestört" gewesen.

Trotz des strengen Lockdowns in Shanghai steigt die Zahl der Corona-Infektionen weiter an. Außerdem wächst der Unmut über unzureichende Lieferungen von Nahrungsmitteln.

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Die Reaktion der Unternehmen habe die Inflation weiter vorangetrieben: "Viele Firmen, die Lieferprobleme hatten, haben einfach ihre Preise erhöht, weil sie weniger zu bieten hatten, und haben dann tatsächlich (…) größere Gewinne gemacht."

Hingegen sei die "Produktion von Schulden durch den Staat" nicht das "zentrale Problem". Der Schuldenstand liege aktuell bei ungefähr 66 Prozent der Wirtschaftsleistung, was "wenig" sei.

Thelen: Zu hohe Geldmengen im Umlauf

Thelen stimmte Herrmanns Erklärungen zu, widersprach in einem Punkt aber vehement. Die Inflation würde weiter steigen, "wenn die Zentralbanken weiterhin solche Geldmengen in den Umlauf bringen".

Genau deshalb ziehe die US-Notenbank "gerade massiv Geld raus". Frank Thelen appellierte:

Wir glauben immer, ähnlich wie bei der Umwelt, wir können immer mehr drauflegen. Es sind Grenzen. Das Gelddrucken muss aufhören.
Frank Thelen, Unternehmer
Illustration: Ein Ein-Euro Münze und ein Ein-Dollar-Schein
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von Stephanie Barrett
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