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Zahlen und Fakten - So geht's Deutschland

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Millionenstädte und höchstes Bruttoinlandsprodukt, viel zu tun bei Digitalisierung und Klimaschutz: Wie steht Deutschland vor der Bundestagswahl im internationalen Vergleich da?

Blick auf das Regierungsviertel
Blick auf das Regierungsviertel
Quelle: Imago

Deutschland - ein mit 83,16 Millionen Menschen auf einer Fläche von 357.581 Quadratkilometern einwohnerreiches Land und damit auf der Liste der Top 20 der Länder mit der höchsten Einwohnerzahl weltweit. 2020 wurden 80 Großstädte gezählt, darunter die vier Millionenstädte Berlin, Hamburg, München, Köln. Am kuscheligsten ist es in München mit 4.777 Einwohnern pro Quadratkilometern, Prignitz in Brandenburg hingegen ist die am dünnsten besiedelte Stadt Deutschlands mit 35,6 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Bildung

In keinem anderen europäischen Land ist die Quote der Hochschulabschlüsse bei beiden Geschlechtern so ausgewogen wie in Deutschland. Allerdings ist die Quote auch nicht sehr hoch: Mit rund 35 Prozent liegt sie deutlich hinter den Nachbarländern auf Platz 21. Das EU-Bildungsziel von 40 Prozent der 30 bis 34-Jährigen mit Uni- oder Fachhochschulabschluss hat Deutschland bislang nicht erreicht.

Jugendarbeitslosigkeit

Hatte sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen nach der Eurokrise vor gut zehn Jahren langsam erholt, hat durch die Corona-Pandemie in ganz Europa die Arbeitslosigkeit von Menschen zwischen 15 und 24 Jahren wieder zugenommen. Während die Quote bei den zwischen 15- und 24-Jährigen besonders in Spanien und Griechenland dramatisch ansteigt, steht Deutschland hingegen gut da: Mit 7,5 Prozent gab es zusammen mit Tschechien nach Malta mit 7,4 Prozent die niedrigsten Jugendarbeitslosenquoten in den EU-Ländern.

Gender Pay Gap

In Deutschland verdienen Frauen 19,2 Prozent weniger als Männer. Das ist europaweit der viertschlechteste Platz, nur in Österreich, Estland und Lettland ist das Gefälle zwischen den Einkommen von Frauen und Männer größer. Der Durchschnitt des Abstandes liegt in Europa bei 14,1 Prozent. Frauen arbeiten häufig in schlechteren Positionen und überdurchschnittlich oft in schlechter bezahlten Branchen. Das wirkt sich auf die Gehaltsunterschiede in Deutschland aus. Der "unbereinigte Gender Pay Gap" berücksichtigt diese Faktoren und vergleicht die Durchschnittslöhne beider Geschlechter.

Bruttoinlandsprodukt

Deutschland ist im Jahr 2020 mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 3,33 Billionen Euro die größte Volkswirtschaft der Europäischen Union. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 40.116 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ging das BIP um 4,8 Prozent zurück. Ursache dafür sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf nahezu sämtliche Wirtschaftszweige.

Klimaschutz-Bemühungen

Wie sehr sich einzelne Länder um den Klimaschutz bemühen, analysiert jährlich der Klimaschutz-Index (Climate Change Performance Index, CCPI). Keines der bewerteten Länder unternimmt laut CCPI genug, um die Grenzen von 2 Grad globaler Erderwärmung einzuhalten. Die Plätze eins bis drei sind deshalb nicht belegt. Der CCPI bewertet die Länder nach den vier Kategorien: Treibhausgas-Emissionen, Erneuerbare Energien, Energieverbrauch und Klimapolitik.

Deutschland hat sich von 2019 auf 2020 zwar von Platz 23 auf Platz 19 verbessert, zu mehr als mittelmäßig reichen die Bemühungen im Klimaschutz laut Analyse allerdings nicht. Die Ausbauziele für Erneuerbare Energien sind zu schwach und der Energieverbrauch und die Pro-Kopf-Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase sind zu hoch und werden unter anderem als Problembereiche identifiziert.

Digitalisierung

Laut dem Digitalisierungs-Index ist für Deutschland Luft nach oben: 56 Punkte gibt es von 100 und belegt damit den 12. Platz unter den europäischen Ländern. Der "Digital Economy and Society Index" (DESI) ist ein Index, der Indikatoren zur digitalen Leistungsfähigkeit der EU-Mitgliedsstaaten in fünf Hauptkategorien beurteilt: Konnektivität, Humankapital, Nutzung des Internets, Integration digitaler Technologie und digitale öffentliche Verwaltung. In den Bereichen Technologieintegration und digitale Bürokratie schneidet Deutschland unterdurchschnittlich ab und landet jeweils auf den Plätzen 18 und 21.

Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland zusammen mit dem Vereinten Königreich hinterher. Die Zeit, um einen fünf Gigabyte großen Film aus dem Netz zu laden, liegt im Durchschnitt bei rund 16 Minuten. In Luxemburg braucht es knapp sechs Minuten.

Pressefreiheit

Im vergangenen Jahr sei es durch die Corona-Pandemie für viele Journalisten schwieriger denn je geworden, ohne Angst vor Gewalt oder Repressionen zu arbeiten, zu dem Ergebnis kamen die Reporter ohne Grenzen. Insgesamt gingen die Länder anders mit den Informationen zur Corona-Krise um. Manche Länder verhängten Nachrichtensperren, manche streuten bewusst Falschmeldungen. Deutschland sank im Ranking um zwei Stellen auf den 13. Platz. Grund hierfür ist die zunehmende Gewalt und Bedrohung gegen Journalisten, die besonders im Umfeld von Querdenker-Demonstrationen stattfanden.

Zustand der Demokratie

Der Demokratie-Index der Economist Intelligence Unit untersucht den weltweiten Zustand der Demokratie in 167 Ländern und bewertet jährlich nach den Faktoren Wahlprozess und Pluralismus, Funktionsweise der Regierung, Politische Teilhabe, Politische Kultur, Bürgerrechte. 2020 werden 23 Länder als "vollständige Demokratien" eingestuft.

Deutschlands Zustand der Demokratie schneidet dabei gut ab und landet auf Platz 14, fällt aber im Vergleich zum Vorjahr einen Platz nach hinten. Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie wie Lockdown und Reisebeschränkungen führten zu Punktabzug in der Kategorie bürgerliche Freiheiten.

Bundestagswahlen seit 1949

Lange bildeten CDU und SPD die stärksten Kräfte in Deutschland. Es ist aber eine Tendenz feststellbar, dass die beiden großen Parteien an Dominanz verlieren und sich die Stimmen mehr auf alle Parteien verteilen. Bei der Bundestagswahl 2017 erhielten CDU/CSU knapp ein Drittel der Stimmen und wurden trotz 8,2 Prozent Verlusten stärkste Fraktion. Auch die SPD verlor 5,2 Prozentpunkte, dennoch reichte es mit 20,5 Prozent für eine Unions-geführte Große Koalition. Die AfD zog erstmals in den Bundestag ein, FDP, Grüne und Linke konnten leichte Gewinne zur vorherigen Wahl erzielen.

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