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Inklusionsbarometer - Menschen mit Behinderung häufiger arbeitslos

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In den ersten zehn Monaten dieses Jahres waren im Durchschnitt 174.000 Menschen mit Behinderung arbeitslos - deutlich mehr als vor der Corona-Pandemie.

Ein Rollstuhl steht an einem Arbeitsplatz der Lebenshilfe Werkstätten gGmbH, einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
Menschen, die mit Einschränkungen leben, sind immer häufiger arbeitslos.
Quelle: imago

Im Oktober 2021 sind mehr Menschen mit Behinderung arbeitslos gewesen als vor der Corona-Pandemie. Das in Bonn erschienene "Inklusionsbarometer Arbeit" der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institute untersuchte die Folgen der Corona-Krise für behinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt.

Corona-Pandemie hat Fortschritte zunichte gemacht

Bundesweit gebe es über acht Prozent mehr arbeitslose Personen mit Behinderung als vor der Pandemie, so die Studie. Der Großteil des Anstiegs der Arbeitslosigkeit sei auf ausgebliebene Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen und auf geringere Beschäftigungsaufnahmen im Anschluss an solche Maßnahmen zurückzuführen, erklärte der Präsident des Handelsblatt Research Institute, Bert Rürup.

Anna Mühlhause sitzt im Rollstuhl und studiert Psychologie an der Universität Marburg – eine der wenigen barrierefreien Universitäten in Deutschland mit inklusivem Wohnheim.

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Der Arbeitsmarkt habe sich in den Jahren vor der Corona-Pandemie für behinderte Menschen positiv entwickelt. Aber:

Alle seither erreichten Fortschritte sind verloren.
Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Institute

Zudem verbessere sich die Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung erfahrungsgemäß langsamer als für Nicht-Behinderte. Dennoch würden auch Menschen mit Behinderung von der für 2022 absehbaren Erholung des Arbeitsmarktes profitieren, vermutet der Wissenschaftler.

Immer mehr Menschen könnten in Langzeitarbeitslosigkeit geraten

Die Aktion Mensch warnt vor der Gefahr, dass immer mehr Menschen in die Langzeitarbeitslosigkeit geraten. Bereits 2020 seien 70.000 Personen mit Behinderung mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung gewesen.

Langzeitarbeitslosigkeit ist auch unabhängig von der derzeitigen Krise ein gravierendes Problem.
Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch

Für Menschen mit Behinderung, die schon lange Arbeit suchte, gebe es ohne aktive Unterstützung durch Wirtschaft und Politik kaum Chancen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

In den sozialen Brennpunkten breitet sich das Coronavirus stärker aus - geringe Einkommen, beengte Wohnverhältnisse, aber auch Sprachbarrieren führen zu höheren Ansteckungsraten.

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"Diese Menschen werden schlichtweg vergessen und durch strukturelle Barrieren auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt", sagt Marx. Sie fordert einen Kultur- und Bewusstseinswandel auf dem Arbeitsmarkt.

Höchste Veränderung in Hamburg und Bayern

Den höchsten Anstieg der Arbeitslosenzahlen infolge der Pandemie verzeichneten die Bundesländer Hamburg und Bayern. Wenig veränderten sich die Zahlen arbeitsloser Beschäftigter mit Behinderung in Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Das Handelsblatt Research Institute erstellt gemeinsam mit der Aktion Mensch den Angaben zufolge seit 2013 jährlich das Inklusionsbarometer, um Veränderungen bei der Inklusion in der Arbeitswelt zu messen und langfristig zu beobachten.

Tarifeinigung - 2,8 Prozent mehr Lohn im Öffentlichen Dienst 

Die Beschäftigten der Länder bekommen 2,8 Prozent mehr Geld und eine Corona-Sonderzahlung von 1.300 Euro. Darauf haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber verständigt.

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