Pro-russische Fake-Websites: Innenministerium besorgt

    Pro-russische Propaganda:Innenministerium besorgt über Fake-Websites

    |

    Gefälschte Internetseiten ahmen Medien nach und streuen massenhaft pro-russische Fake News im Netz - das hatte eine ZDF-Recherche ergeben. Das Innenministerium zeigt sich besorgt.

    Bundesinnenministerium, Berlin
    Besorgt über Fake News und gefälschte Webseiten: das Bundesinnenministerium
    Quelle: Kay Nietfeld/dpa

    Das Bundesinnenministerium ist beunruhigt über gefälschte und täuschend echt aussehende Medien-Websites mit pro-russischen Desinformationen rund um den Ukraine-Krieg. Das ZDF und das Portal "T-Online" hatten darüber berichtet. Ein Ministeriumssprecher teilte mit:

    Wir haben mit Sorge zur Kenntnis genommen, dass über Fake-Accounts in bestimmten sozialen Medien täuschend echt aussehende, allerdings gefälschte Webauftritte von etablierten Nachrichtenseiten verlinkt werden.

    Sprecher des Innenministeriums

    Dort werden demnach erfundene Nachrichten und gefälschte Videos verbreitet. "Diese verfolgen das Ziel, Vertrauen in Politik, Gesellschaft und staatliche Institutionen zu untergraben", hieß es von dem Sprecher weiter. Die aktuelle Berichterstattung zeige "exemplarisch das Ausmaß pro-russischer Propaganda und Desinformation in Deutschland".

    Pro-russische Propaganda
    :Massenweise falsche News-Seiten enttarnt

    Es ist die größte Desinformations-Kampagne bisher: Nachgemachte Medienseiten verbreiten pro-russische Propaganda, hunderte Fake-Accounts teilen sie massenhaft in Sozialen Medien.
    von Oliver Klein
    Eine gefälschte Propaganda-Fake-Seite
    Unter anderem wurden auch Seiten der "Bild" und des "Spiegel" nachgebaut. Dazu hieß es aus der "Spiegel"-Verlagsgruppe: "Leider werden unsere Marken immer wieder für vergleichbare Aktionen missbraucht. Wir prüfen regelmäßig rechtliche und technische Möglichkeiten und gehen im Einzelfall auch gegen diese Art Missbrauch vor."

    DJV warnt vor gefälschten Nachrichten-Websites

    Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warnte vor der Desinformationskampagne. "Das Ziel der Kampagne ist klar", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall.

    Sie will die deutsche Gesellschaft destabilisieren, indem sie seriöse Medien in Misskredit bringt.

    Frank Überall, DJV-Bundesvorsitzender

    Die gefälschten Nachrichtenseiten seien an der Adresse (URL) zu erkennen, die nicht mit dem Original identisch sei. "Mediennutzer sollten genau hinsehen, welche Seite sie aufrufen", empfahl Überall. Die Verlage seien in der Pflicht, "alle nur erdenklichen Schutzmaßnahmen" zu ergreifen, um Missbrauch zu erschweren. Besondere Vorsicht sei auch in den Kommentarbereichen und bei Social Media geboten. Gegen gefälschte Nachrichtenportale helfe nur geschärfte Aufmerksamkeit, so der DJV-Chef.
    Desinformation - auch Fake News genannt - ist schon länger ein großes Problem im Netz.
    Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

    Russland greift die Ukraine an
    :Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

    Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
    Ukrainische Soldaten üben an einem Panzer während einer militärischen Ausbildung, aufgenommen am 06.12.2023
    Liveblog
    Quelle: dpa

    Mehr zum Thema

    Aktuelle Nachrichten zur Ukraine