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Tag der Artenvielfalt - Politiker dringen auf mehr Artenschutz

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Alle elf Minuten verliert die Welt eine Tier- oder Pflanzenart. Am Internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt fordern Politiker mehr Einsatz und mehr Schutzgebiete.

Wiesenblumen wachsen am Ufer des Bärensees bei Stuttgart
Immer mehr natürliche Lebensräume werden zerstört.
Quelle: dpa

Bundesumweltministerin Svenja Schulze fordert ein "globales Stoppschild gegen die Zerstörung natürlicher Lebensräume". Diese Zerstörung habe "drastische Auswirkungen auf uns alle", sagte die SPD-Politikerin anlässlich des Internationalen Tages zur Erhaltung der Artenvielfalt in Berlin.

Ökosysteme in ihrer biologischen Vielfalt sind nicht nur die Grundlage für unsere wirtschaftliche und soziale Stabilität, sondern auch für unsere Gesundheit.
Umweltministerin Svenja Schulze

Biologische Vielfalt hat sich dramatisch verschlechtert

Der Zustand der biologischen Vielfalt habe sich dramatisch verschlechtert, so das Ministerium: Das Artensterben sei heute um ein Vielfaches höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre.

Laut Weltbiodiversitätsrat könnten eine Million Tier-, Pflanzen-, und Pilzarten im Laufe des 21. Jahrhunderts verschwinden. Ganze Lebensräume wie Korallenriffe sind in ihrer Existenz bedroht.

Hessen, Königstein-Falkenstein: Am Boden liegende Äste und Baumstämme sind im Forst bei Königstein-Falkenstein am Taunus mit einer Schneeschicht überzogen.

Zu wenig Wildnis - Deutschland scheitert beim Naturschutz 

Zwei Prozent der Landfläche in Deutschland soll per Vorschrift Wildnis sein. Bundesweit sind es nur 0,6 Prozent. Eine Frontal21-Umfrage zeigt: Kein Bundesland erreicht die Vorgabe.

von Güven Purtul

Müller fordert weitere Schutzgebiete

Entwicklungsminister Gerd Müller forderte mehr weltweite Schutzgebiete. Derzeit seien erst 16 Prozent der Landfläche und acht Prozent der Meere als Schutzgebiete ausgewiesen, sagte der CSU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Mehr als 50 Staaten verfolgten das Ziel, bis 2039 insgesamt 30 Prozent der Land- und Meeresflächen auf der Erde unter Schutz zu stellen. Um dies zu erreichen, seien mehr Anstrengungen nötig. Die aktuellen Fortschritte reichten nicht, "zumal in vielen Schutzgebieten in ärmeren Ländern nicht ausreichend Mittel ankommen". Die Corona-Pandemie verstärke die Finanznot noch.

Die Zahlen sind alarmierend: Alle vier Sekunden wird weltweit Regenwald von der Fläche eines Fußballfeldes abgeholzt. Alle elf Minuten geht eine Tier- oder Pflanzenart unwiederbringlich verloren.
Entwicklungsminister Gerd Müller

Schulze lädt zu Dialog ein

Schulze lädt am 17. Juni zum "Dialog zur weltweiten Biodiversität" ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird die Veranstaltung eröffnen. Damit soll der Verhandlungsprozess bei der diesjährigen Weltbiodiversitätskonferenz vorbereitet werden, die voraussichtlich im Oktober in China stattfinden wird.

Die Corona-Pandemie habe verdeutlicht, "dass wir auf eine intakte Natur angewiesen sind", mahnte Schulze. "Die Weltgemeinschaft muss nun beweisen, dass sie daraus gelernt hat und ein starkes globales Rahmenwerk zum Schutz der biologischen Vielfalt beschließen."

Dazu biete die Weltbiodiversitätskonferenz eine einmalige Chance. "Wir brauchen starke Biodiversitätsziele, die wir global, national und lokal wirksam umsetzen können."

von Paula Konersmann, KNA

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