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Präsidentschaftswahl im Iran - Hardliner hat Chancen auf Wahlsieg

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Der Kleriker Raeissi hat gute Aussichten auf das Präsidentenamt in Iran. Er gilt als Kritiker des Atomabkommens. Viele Iranerinnen und Iraner fürchten eine Isolierung des Landes.

Die Bürger im Iran sind wütend über eine Wahl, die eigentlich gar keine ist.

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Die Präsidentenwahl im Iran hat begonnen. Mehr als 59 Millionen Stimmberechtigte wählen einen Nachfolger für Präsident Hassan Ruhani, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten durfte. Wegen der Corona-Krise wurde die Öffnungszeit der Wahllokale verlängert und ihre Zahl auf mehr als 70.000 erhöht. Erste Ergebnisse werden laut Innenministerium am Samstag oder spätestens Sonntag erwartet. Der neue Präsident soll dann im August vereidigt werden.

Machtwechsel im Iran erwartet

Nach der Wahl erwarten Beobachter einen politischen Machtwechsel. Von den zunächst sieben zugelassenen Kandidaten gingen am Wahltag nur noch vier ins Rennen: Ein erzkonservativer Kleriker, ein Reformer, ein ehemaliger General und ein Hardliner.

Als klarer Favorit wird der Kleriker und Justizchef Ebrahim Raeissi gehandelt. Sein Konkurrent aus dem gemäßigten Lager ist der frühere Notenbankchef Abdolnasser Hemmati. Raisi ist ein enger Verbündeter des geistlichen und politischen Oberhaupts des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, und gilt auch als möglicher Nachfolger des 82-Jährigen.

"Außenpolitisch muss man damit rechnen, dass Ebrahim Raisi einen Konfrontationskurs fahren wird", so ZDF-Korrespondent Jörg Brase zur Wahl in Iran. Raisi gilt als Favorit.

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Chamenei und der scheidende Präsident Hassan Ruhani riefen ihre Landsleute auf, wählen zu gehen. "Jede Stimme zählt", sagte Chamenei bei der Stimmabgabe in der Hauptstadt Teheran.

Kommt und wählt euren Präsidenten. (...) Es ist wichtig für die Zukunft eures Landes.
Ajatollah Ali Chamenei

Raeissi könnte Ruhani ablösen

In weiten Teilen der Bevölkerung gilt ein Wahlsieg Raeissis als gesetzt. Vor vier Jahren noch an Ruhani gescheitert, stellt sich dieses Mal sein Weg ins Präsidialamt wesentlich einfacher dar. Dafür sorgte auch der sogenannte Wächterrat, der als Wahlgremium ernsthafte Konkurrenten aussortierte.

Dies führte sogar in den eigenen Reihen zu heftigen Protesten - und zu großem Desinteresse der Menschen an einer Wahl, die weithin als inszeniert und undemokratisch wahrgenommen wird.

Wirtschaftsthemen im Vordergrund

Als Präsident würde Raeissi nach Überzeugung von Experten den moderaten Kurs Ruhanis nicht fortsetzen. Im Wahlkampf fokussierte er sich mehr auf Wirtschaftsthemen und versprach ein schnelles Ende der durch die US-Sanktionen verursachten Finanzkrise.

Doch ohne Verhandlungen mit den USA über die Zukunft des inzwischen von beiden Seiten unterminierten Wiener Atomabkommens von 2015 wäre ein Ende der Sanktionen - und der schon fast drei Jahre währenden Wirtschaftskrise - nicht machbar.

Viele junge Iraner sind von der Regierung enttäuscht, die ihnen keine Perspektive bietet. Daran ändern werden ihrer Ansicht nach auch die Wahlen nichts.

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Kritik an Atomabkommen von 2015

Genau dieses Abkommen hat Raeissi in den vergangenen Jahren indes scharf kritisiert. Inzwischen klingt sein Standpunkt jedoch weniger radikal. "Wir werden das Abkommen respektieren, die Bedingungen dafür stellen aber wir, nicht die USA", sagte er im Wahlkampf. Seine Bedingungen dafür wolle er erst später bekanntgeben.

Auch in der Nahost-Politik erwarten Beobachter bei Übernahme des Präsidentenamts durch Raeissi einen radikaleren Kurs, im Verhältnis zum Erzfeind Israel einen gar noch feindseligeren als bislang.

Sorge vor Isolierung des Iran

In der Bevölkerung herrscht mehr Skepsis als Hoffnung. Von Ruhani und den Reformern enttäuscht, erwarten die meisten Perser auch von Raeissi keine großen Veränderungen. Sie hoffen vor allem auf ein Ende der Wirtschaftskrise. Gleichzeitig befürchten viele, dass Raeissis Politik zu einer erneuten Isolierung ihres Landes führen könnte.

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