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Ischinger zum Iran-Konflikt - "Was passiert, wenn Teheran die Massen niederknüppelt?"

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Sicherheitsexperte Ischinger warnt EU und USA davor, auf einen Regierungswechsel im Iran hinzuarbeiten. Auch zu viel Unterstützung für die Demonstranten hält er für gefährlich.

Aus Mahnwachen wurde Protest: In Teheran haben am Wochenende Iraner gegen die Staatsführung protestiert. Sie sind verärgert, weil diese tagelang den Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs geleugnet hatte.

Trump twittert auf Farsi

Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz wirbt nun für internationale Unterstützung für die Demonstranten: "Es ist wichtig, dass Bevölkerung spürt, dass die Welt zuschaut und sie Zuspruch bekommt bei dem Versuch, sich gegen Repressionsmaßnahmen der Mullah-Regierung zu wehren", sagte er im ZDF-Morgenmagazin.

Zu viel Unterstützung - so wie Donald Trump das jetzt anscheinend versucht - kann ja auch dazu führen, dass der Konflikt eskaliert.
Wolfgang Ischinger

Zugleich mahnte er zur Zurückhaltung: "Zu viel Unterstützung - so wie Donald Trump das jetzt anscheinend versucht - kann ja auch dazu führen, dass der Konflikt eskaliert", sagte Ischinger. Der US-Präsident hatte am Wochenende vor "weiteren Massakern an friedlichen Demonstranten" gewarnt. "Die Welt schaut zu", twitterte er auf Englisch und auf Farsi.

"Was passiert denn, wenn in Teheran die Massen von den Sicherheitsbehörden niedergeknüppelt oder niedergeschossen werden?", fragte Ischinger nun. "Wer hilft denen dann? Können wir dann helfen? Da bin ich nicht so sicher." Etwas Zurückhaltung und Vorsicht seien wichtig. "Gleichzeitig wollen wir aber auch nicht schweigen", betonte er. Das sei "eine der schwierigsten Gratwanderungen" und eine komplizierte diplomatische Frage.

Auf einen Regierungswechsel in Teheran sollte das Ausland nach Ansicht des Experten nicht hinarbeiten. "Es wäre falsch, wenn die USA oder gar wir jetzt Regimechange vorschlagen", sagte Ischinger. "Wir wissen ja nicht, wer dann kommen würde, wenn die Mullahs die möglicherweise Macht verlieren würden."

Generell müsse das Ausland in Konflikten wie dem mit dem Iran auf mehrere Mittel setzen. "Sie brauchen, um in der Region Einfluss zu haben, politische Überzeugungskraft, Sie brauchen kluge Diplomatie und Sie brauchen notfalls auch Unterfütterung durch militärische Mittel - das ist die Methode, mit der (Russlands Präsident Wladimir) Putin in Syrien, in Libyen und natürlich auch in der Iran-Frage seinen Einfluss sichert - weil alle wissen, er könnte auch anders."

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