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Mutmaßliche IS-Zelle: Festnahmen in NRW

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Razzia - Mutmaßliche IS-Zelle: Festnahmen in NRW

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Sie sollen auf Kritiker und US-Soldaten Anschläge in Deutschland geplant haben: In NRW wurden am Morgen vier terrorverdächtige Islamisten festgenommen.

Polizeiauto mit Blaulicht (Archivbild vom 20.10.2017)
Die festgenommenen Männer sollen sich Anfang 2019 dem IS angeschlossen haben.
Quelle: dpa

Bei einer Razzia gegen eine mutmaßliche Terrorzelle haben Ermittler am Mittwochmorgen in Nordrhein-Westfalen vier tadschikische Staatsbürger festgenommen. Sie und ein fünfter bereits in Untersuchungshaft sitzender Mann sollen im Namen der Terrororganisation Islamischer Staat Anschläge in Deutschland geplant haben.

Generalbundesanwalt.
Der Generalbundesanwalt ist die oberste Strafverfolgungsbehörde Deutschlands.
Quelle: Uli Deck/dpa/Symbolbild/Archiv

Wie die Generalbundesanwaltschaft mitteilt, werden die Männer verdächtigt, in Deutschland als IS-Mitglieder eine Terrorzelle gegründet zu haben. Ihre Ziele seien es demnach gewesen, tödliche Anschläge auf Einrichtungen von US-amerikanischen Streitkräften in Deutschland oder auch auf Einzelpersonen zu verüben.

Waffen und Anleitungen zu Sprengkörpern

Insbesondere planten sie demnach einen Mordanschlag auf einen Menschen, der sich "aus Sicht der Beschuldigten islamkritisch in der Öffentlichkeit geäußert hatte". Die von den Männern ins Auge gefasste Person sei bereits ausgespäht worden, heißt es. Die Bundesanwaltschaft schreibt:

Zur Durchführung der Anschlagspläne verfügte die Zelle bereits über scharfe Schusswaffen nebst Munition.
Bundesanwaltschaft

Zudem beschaffte der bereits inhaftierte fünfte Beschuldigte laut den Ermittlern Anleitungen für die Herstellung sogenannter unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen. Einige der hierfür notwendigen Komponenten seien bereits im Internetversandhandel erworben worden.

Die Männer sollen im Kontakt mit zwei hochrangigen IS-Führungsmitgliedern in Syrien und Afghanistan gestanden haben, von denen sie Anweisungen erhielten.

Mutmaßliche Finanzierung des Islamischen Staats

Laut Bundesanwaltschaft wurden die vier Verdächtigen durch Spezialkräfte des Landes Nordrhein-Westfalen und Beamte des Polizeipräsidiums Düsseldorf in Essen, Neuss und Siegen sowie im Kreis Heinsberg festgenommen. Zudem wurden die Wohnungen der Beschuldigten sowie sechs weitere Objekte in Nordrhein-Westfalen durchsucht.

Zur Finanzierung ihrer Vorhaben sollen die Beschuldigten auch Geld in Deutschland gesammelt haben, welches sie über die Türkei an den Islamischen Staat leiteten. Zudem soll einer der Beschuldigten einen 40.000 US-Dollar dotierten Auftrag für einen Mordanschlag in Albanien angenommen haben. Der Anschlag scheiterte kurzfristig.

Die Beschuldigten sollen noch heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.

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