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Islamfeindlichkeit - Täglich Übergriffe auf Muslime oder Moscheen

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Die Zahl islamfeindlicher Straftaten ist im dritten Quartal 2020 gesunken. Dennoch: Rein rechnerisch wird täglich ein Übergriff auf Muslime oder eine Moschee verübt.

Archiv: Muslime beten am 15.01.2017 in der Imam Ali Moschee im Islamischen Zentrum in Hamburg
Betende Muslime in der Imam Ali Moschee im Islamischen Zentrum in Hamburg.
Quelle: dpa

Die Zahl der islamfeindlichen Straftaten in Deutschland ist im dritten Quartal 2020 gesunken. Dem Bundeskriminalamt (BKA) wurden im dritten Quartal 2020 (Stand: 13. November 2020) insgesamt 144 Übergriffe gemeldet - auf Muslime, Moscheen und andere muslimische Einrichtungen.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, über die zuerst die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet hatte. Im ersten Quartal dieses Jahres waren 275 und im zweiten Quartal 213 Vorfälle registriert worden.

Volksverhetzung, Beschimpfungen, Sachbeschädigungen

Trotz der gesunkenen Zahlen gibt es damit rein rechnerisch jeden Tag einen Übergriff auf Muslime und Moscheen. Allein im dritten Quartal wurden insgesamt zwölf Menschen leicht verletzt.

Die endgültigen Zahlen dürften laut Links-Fraktion durch Nachmeldungen noch steigen. 15 Straftaten wurden aus einer islamfeindlichen Motivation heraus gegen Moscheen begangen.

Politisch motivierte Kriminalität: Neun von zehn Taten aus rechtem Spektrum

Die Behörden verzeichneten unter anderem Volksverhetzung, Beleidigungen, Beschimpfungen, Störung der Religionsausübung und Sachbeschädigung.

Im Jahr 2019 wurden laut Polizeistatistik insgesamt 950 Straftaten mit islamfeindlichem Hintergrund erfasst. Dies entspricht einem Anstieg um 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei kamen etwa neun von zehn Taten aus dem rechten Spektrum.

Jelpke: Zahl der Straftaten nur Spitze des Eisbergs

Fremdenhass zeige sich in vielen Formen von Diskriminierung, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke.

Vorurteile und Hass auf Muslime haben viele Gesichter.
Ulla Jelpke, Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag

Dazu gehöre auch, dass Muslime auf der Straße beschimpft oder Kopftuch tragende Frauen bei der Jobsuche benachteiligt würden.

Jelpke verwies auf eine hohe Dunkelziffer: "Die gemeldeten Straftaten sind erfahrungsgemäß nur die Spitze des Eisbergs." Viele Betroffene würden aus Scheu oder Skepsis gar nicht erst zur Polizei gehen.

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