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Judenfeindlichkeit - Israels Botschafter besorgt über Proteste

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Israels Botschafter Issacharoff bezeichnet judenfeindliche Proteste in Deutschland als "verstörend". US-Präsident Biden will "dauerhafte Ruhe" zwischen Palästinensern und Israelis.

Jeremy Issacharoff, Botschafter des Staates Israel in Deutschland spricht bei einem Solidaritätsgebets in der jüdischen Gemeinde zu Berlin in der Synagoge Berlin-Wilmersdorf.
Jeremy Issacharoff ist Botschafter des Staates Israel in Deutschland.
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Angesichts der jüngsten antisemitischen Kundgebungen und judenfeindlichen Proteste in Deutschland zeigt sich der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, tief besorgt. Der Diplomat lobt zugleich die klare politische Haltung der deutschen Regierung.

"Es ist verstörend, diese Bilder zu sehen", sagte Issacharoff am Sonntagabend im Polittalk der Zeitung "Bild" unter Verweis auf "unglaubliche antisemitische Äußerungen" bei den Kundgebungen.

Lob für deutsche Solidarität

Issacharoff fand zugleich lobende Worte für Solidarität in Deutschland mit Israel. Seit Beginn der Raketenangriffe der Hamas "haben wir ganz außergewöhnliche Botschaften der Unterstützung von Politikern in Deutschland bekommen".

Namentlich erwähnte er Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Heiko Maas, Innenminister Horst Seehofer sowie die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU/CSU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD).

Issacharoff: Starke Formen von Antisemitismus

Dem "Mannheimer Morgen" sagte der Diplomat:

Glücklicherweise erleben wir sehr deutliche Reaktionen von den höchsten Ebenen in der deutschen Politik, was das Recht Israels auf Selbstverteidigung angeht.
Jeremy Issacharoff. Botschafter Israels

Issacharoff weiter: "Wir haben am Wochenende starke Formen von Antisemitismus gesehen, aber überall dort, wo er sich manifestiert, sind die Reaktionen der deutschen Behörden ebenso stark".

Er fügte hinzu: "Hier geht es nicht allein um eine Bedrohung von Juden oder Israelis, sondern auch um die moralische Identität Deutschlands als tolerante demokratische Gesellschaft".

Wegen des Konflikts zwischen Israel und Palästina haben hierzulande Demonstrationen stattgefunden. Dabei kam es zu antisemitischen Vorfällen. Die Parteien fordern Konsequenzen.

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Versuch, Demos zu unterbinden

Man habe ihm auch versichert, dass man "alles tun werden, solche Demonstrationen zu unterbinden, bei denen zum Beispiel israelische Flaggen verbrennt werden". Der Botschafter sagte dazu bei "Bild": "Ich nehme sie beim Wort." Er ließ zugleich Zweifel erkennen, ob solche Vorfälle in jedem Fall verhindert werden können.

Am Wochenende hatte es pro-palästinensische und einige pro-israelische Demonstrationen in mehreren deutschen Städten gegeben. Auslöser der Demonstrationen war vor allem die Eskalation der Gewalt zwischen Israel und der Hamas-Gruppierung im Gaza-Streifen.

Die Gefechte gehen weiter

Israel hat unterdesen auch in der Nacht zum Montag seine Luftangriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Dutzende Bomben seien über dem dicht besiedelten Küstenstreifen abgeworfen worden, berichteten AFP-Reporter. Die israelische Armee erklärte, Kampfjets griffen "Terrorziele" im Gazastreifen an.

Die Kampfhandlungen zwischen Israel und Palästinensern gehen trotz internationaler Aufrufe weiter. Die Gewalt eskaliert zunehmend auch auf den Straßen.

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Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas feuerte ihrerseits weiter Raketen auf Israel ab. Dabei wurden seit dem 10. Mai zehn Israelis getötet; auf palästinensischer Seiten starben mindestens 197 Menschen.

Biden will "dauerhafte Ruhe" in Nahost

Zuvor war es dem UN-Sicherheitsrat erneut nicht gelungen, sich auf eine gemeinsame Erklärung zum eskalierten Nahost-Konflikt zu einigen. Diplomaten zufolge blockieren die USA wie auch schon in den beiden vorangegangenen nicht-öffentlichen Sitzungen eine gemeinsame Erklärung.

Die USA arbeiten Präsident Joe Biden zufolge aber mit Palästinensern und Israelis zusammen, um eine "dauerhafte Ruhe" zu erreichen, sagte er in einer ausgestrahlten Videobotschaft zum Ende der islamischen Fastenzeit.

Der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern spitzt sich weiter zu. Gibt es noch einen Ausweg aus der Gewaltspirale?

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