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Eskalation in Nahost : Raketen auf Tel Aviv - Israel droht Hamas

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Die Hamas im Gazastreifen hat mehr als 100 Raketen auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert. Israels Regierungschef Netanjahu drohte mit Gegenschlägen - der Preis werde hoch sein.

Israel: Raketen werden aus dem Gazastreifen abgefeuert.
Militante Palästinenser schießen Raketen aus dem Gazastreifen Richtung Israel.
Quelle: ap

Nach massiven Raketenangriffen militanter Palästinenser auf den Großraum Tel Aviv hat Israel harte Gegenschläge angekündigt. Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Dienstagabend, die militanten Palästinenser-Organisationen Hamas und Islamischer Dschihad würden einen hohen Preis für die jüngsten Angriffe bezahlen. Israel werde seine verstärkte Operation fortsetzen, aber es werde Zeit brauchen, die Mission zu vollenden.

Mindestens eine Tote durch Rakete nahe Tel Aviv

Aus dem Gazastreifen wurden am Dienstagabend mehr als hundert Raketen auf die israelische Küstenmetropole Tel Aviv abgefeuert. Im Großraum Tel Aviv kam es immer wieder zu schweren Explosionen. Luftschutzsirenen in der ganzen Stadt heulten, die israelischen Flugabwehrsysteme waren aktiviert.

"Es gibt viele Detonationen. Wir sehen die vielen Raketen, die Abfangraketen des Iron-Dome-Systems, die in den Himmel schießen und dort explodieren", berichtete ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge am Abend live aus Tel Aviv.

Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes starb eine Frau nach einem Raketeneinschlag in der Stadt Rischon Lezion nahe Tel Aviv. Medienberichten zufolge traf eine weitere Rakete einen Bus im südlichen Vorort Cholon. Dabei soll eine weitere Frau ums Leben gekommen sein, dafür gab es aber zunächst keine Bestätigung. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Die Hamas erklärte, sie habe 130 Raketen abgeschossen. Sie reagiere damit auf die Zerstörung eines 13-stöckigen Wohnblocks in Gaza durch einen israelischen Luftangriff - in dem Gebäude befand sich auch ein Hamas-Büro.

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Unterdessen gab es am Dienstagabend in Lod neue schwere Ausschreitungen. Nach Medienberichten setzten arabische Einwohner eine Synagoge in Brand. Außerdem wurden demnach Dutzende Autos angezündet und Fenster von Geschäften eingeworfen.

Gegenseitige Angriffe ausgeweitet

Militante Palästinenser hatten am Dienstag ihre Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel ausgeweitet. Das israelische Militär reagierte darauf mit Dutzenden Luftangriffen auf Ziele in dem Küstengebiet am Mittelmeer. Die Angriffe und Gegenangriffe hielten den zweiten Tag in Folge an. Auf beiden Seiten gab es Tote. Es sind die schwersten Gefechte seit 2019.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April zugespitzt. Der Ramadan geht diese Woche zu Ende.

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Tote auf beiden Seiten - darunter offenbar auch Kinder

Nach Angaben der israelischen Polizei wurden in der schwer beschossenen Küstenstadt Aschkelon am Dienstag bereits zwei Menschen getötet. Laut Rettungsdienst Zaka handelte es sich um Frauen, die in ihren Häusern von Raketen getroffen wurden. Ein Armeesprecher sagte, im Gazastreifen seien mindestens 15 Mitglieder der Hamas und des Islamischen Dschihads getötet worden.

Karte von Israel mit Tel Aviv
Quelle: ZDF

Den Behörden in Gaza zufolge starben im Zuge der Gewalt bislang 26 Menschen, darunter neun Kinder. Nach Berichten örtlicher Medien wurden drei Kinder durch israelische Luftangriffe getötet, die übrigen sechs durch fehlgeleitete Raketen von Extremisten. Mehr als 100 Menschen seien verletzt worden.

In den vergangenen Tagen hatte es zunächst vor allem in Jerusalem heftige Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gegeben. Auslöser waren unter anderem Polizei-Absperrungen in der Altstadt sowie drohende Zwangsräumungen von palästinensischen Familien im Viertel Scheich Dscharrah.

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