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Gegenseitiger Beschuss - Israel und Hamas - die Angriffe gehen weiter

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Trotz internationaler Appelle kämpfen Israelis und Palästinenser weiter gegeneinander. Die Hamas feuert Raketen auf Israel ab - Israel fliegt schwere Luftangriffe auf Gaza.

Die Kampfhandlungen zwischen Israel und Palästinensern gehen trotz internationaler Aufrufe weiter. Die Gewalt eskaliert zunehmend auch auf den Straßen.

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Auch eine Woche nach Beginn des neuen blutigen Konflikts zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas ist kein Ende der Gewalt in Sicht.

Israelische Kampfjets haben auch am Montagnachmittag die Bombardierung des Gazastreifens fortgesetzt. Bereits in der Nacht zuvor hatte die israelische Armee als Reaktion auf palästinensischen Raketenbeschuss dutzende Einrichtungen der radikalislamischen Hamas angegriffen. Internationale Aufrufe zu einem Ende der Gewalt stießen auf taube Ohren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Israel die Solidarität der Bundesregierung zu. Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad feuerte nach eigenen Angaben am Montag erneut Raketen in Richtung Tel Aviv. In Israel ertönten insbesondere in der Nähe des Gazastreifens die Alarmglocken. In Aschdod mussten zehn Verletzte medizinisch versorgt werden. Drei von ihnen seien durch Glassplitter verletzt worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Mehr als 200 Menschen getötet, Hunderte verletzt

Israelische Kampfjets warfen in der Nacht laut Berichten von AFP-Reportern dutzende Bomben über dem dicht besiedelten Gazastreifen ab. Die Angriffe führten zu massiven Stromausfällen in dem Küstenstreifen, hunderte Gebäude wurden nach Angaben der palästinensischen Behörden zerstört oder beschädigt. Ob es Opfer gab, war zunächst unklar. Seit dem neuen Ausbruch der Gewalt wurden auf beiden Seiten insgesamt bereits mehr als 200 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt.

Mittlerweile ginge es darum, wer als Sieger aus dem Konflikt hervorgeht, sagt ZDF-Reporter Axel Storm zur aktuellen Lage im Nahost-Konflikt.

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Regierung und Militär in Israel versichern, ihre Angriffe zielten vor allem auf die Infrastruktur der Hamas ab. Nach Armeeangaben vom Montag wurden bei den nächtlichen Bombardements die Häuser von neun "ranghohen" Hamas-Kommandeuren getroffen.

Weitverzweigtes Tunnelsystem der Hamas bombardiert

Das israelische Militär schätzt zudem, dass bei seinen Angriffen bislang Tunnelanlagen der Hamas in einer Länge von rund 100 Kilometern zerstört wurden. Dies sagte Armeesprecher Jonathan Conricus am Montag in einer Video-Konferenz mit Reportern. Das Militär hatte auch in der letzten Nacht das Tunnelsystem erneut angegriffen. 54 Kampfflugzeuge hätten im Laufe der Nacht rund 35 Ziele beschossen.

Nach Angaben der Armee hatte die Hamas das Tunnelsystem über Jahre aufgebaut. Einem Armeevertreter zufolge hat es eine Länge von Hunderten Kilometern. Es werde unter anderem dafür benutzt, um innerhalb des Gazastreifens Kämpfer, Munition und Lebensmittel zu bewegen, teils auch mit Fahrzeugen. Zuletzt beschossen worden seien strategisch wichtige Orte des Netzes wie etwa Knotenpunkte. Die "Metro" liegt zu großen Teilen unter der Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens. Conricus bezeichnete sie unlängst als "Stadt unter der Stadt".

Im Nahen Osten gehen die Kämpfe zwischen Israel und militanten Palästinensern weiter. Dazu ZDF-Korrespondent Axel Storm aus Tele Aviv.

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"Wir sind Zivilisten und keine Kämpfer"

Am Morgen waren die Straßen von Gaza-Stadt menschenleer, während aus einer Matratzenfabrik dichter schwarzer Rauch quoll. Noch nie habe er Luftangriffe in dieser Intensität erlebt, sagte der Bewohner Mad Abed Rabbo. Er habe das Gefühl gehabt, dass er die Angriffe nicht überleben werde, sagte ein weiterer Einwohner, Gasan Mani Kasaat. "Wir sind Zivilisten und keine Kämpfer", dies müsse Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu doch erkennen, fügte er hinzu. Israel wirft der Hamas vor, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Seit Beginn des neuen bewaffneten Konflikts am Montag vor einer Woche wurden im Gazastreifen 197 Menschen getötet, darunter 58 Kinder. Mehr als 1.200 Menschen wurden laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium verletzt. In Israel wurden den Behörden zufolge zehn Menschen beim Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen getötet, darunter ein Kind, und knapp 300 verletzt.

Karte: Israel - Jerusalem - Westjordanland - Gaza und Ägypten
Karte: Israel - Jerusalem - Westjordanland - Gaza und Ägypten
Quelle: ZDF

Insgesamt wurden laut israelischer Armee 3.100 Raketen aus dem Gazastreifen Richtung Israel abgefeuert, von denen über ein Drittel vom Abwehrsystem "Iron Dome" ("Eiserne Kuppel") abgefangen wurde. Seit Tagen kommen die Menschen in Tel Aviv und anderen Städten kaum noch aus ihren Schutzräumen. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte in einer Fernsehansprache an, die "Kampagne gegen die Terrororganisationen" werde mit voller Macht weitergehen.

UN-Dringlichkeitssitzung bleibt ohne Ergebnis

Eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats endete derweil erneut ohne Ergebnis. Diplomaten zufolge blockierten die USA wie auch schon in den beiden vorangegangenen nicht-öffentlichen Sitzungen eine gemeinsame Erklärung. Washington arbeite mit anderen Mitteln "unermüdlich für ein Ende der Feindseligkeiten" und einen "dauerhaften Frieden", betonte Botschafterin Linda Thomas-Greenfield. UN-Generalsekretär António Guterres hatte am Sonntag gewarnt, der Konflikt könnte sich zu einem "unkontrollierbaren" Flächenbrand in der gesamten Region ausweiten.

Die Gewalt zwischen der Hamas und Israel ist die schlimmste seit dem 51-tägigen Gaza-Krieg von 2014, als Israel neben Luftangriffen auch eine Bodenoffensive im Gazastreifen gestartet hatte, um den Raketenbeschuss aus dem Gebiet zu beenden. Auf palästinensischer Seite wurden damals mehr als 2.250 Menschen getötet, darunter vor allem Zivilisten. Israel zählte 74 Tote - fast ausschließlich Soldaten.

Nahost-Konflikt - Gerlach: Hamas hat Gazastreifen diszipliniert 

Trotz aller Bemühungen um Waffenruhe eskaliert der Konflikt zwischen Israelis und militanten Palästinensern weiter. Nahost-Experte Gerlach sieht sogar ein neues Maß an Gewalt.

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