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Gegen islamistische Hamas - Israel will Militäreinsatz ausweiten

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Die Lage in Nahost eskaliert weiter. Israels Sicherheitskabinett kündigt Medienberichten zufolge weitere Angriffe auf Gebiete im Gazastreifen an.

Aus dem Gazastreifen hagelt es Raketen Richtung Israel, die israelische Armee antwortet weiter mit massiven Luftangriffen. Auf beiden Seiten starben seit Montag mehrere Menschen.

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Israels Sicherheitskabinett hat nach Medienberichten eine Ausweitung des Militäreinsatzes gegen die im Gazastreifen herrschende islamistischen Hamas beschlossen. Die Armee solle von sofort an gezielt "Symbole der Hamas-Herrschaft" in dem Palästinensergebiet angreifen, berichtete der Sender Kanal 12 am Mittwochabend.

Lokalen Medienberichten zufolge wurden das Finanzministerium im Herzen der Stadt Gaza sowie eine Bank der Hamas zerstört. Dies solle der Hamas die finanzielle Kontrolle im Gazastreifen erschweren. Bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen waren nach Angaben des von der Hamas geführten Innenministeriums schon alle Polizeigebäude in dem Küstengebiet zerstört worden.

Gantz kündigt weitere Angriffe an

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz kündigte am Mittwoch weitere Angriffe an, um eine "vollständige" Ruhe im Gazastreifen zu erzwingen.

Auch die zweite Krisensitzung des UN-Sicherheitsrats endete ohne eine gemeinsame Erklärung. Übereinstimmenden Berichten zufolge lehnten die USA als einziges der 15 Ratsmitglieder die Erklärung ab. Sie scheinen nicht daran zu glauben, dass dies "zur Deeskalation beitragen" könnte, sagte ein Diplomat.

Über 1.000 Raketen seit Montag nach Israel gefeuert

Nach israelischen Angaben feuerten militante Palästinenserorganisationen wie die Hamas und der Islamische Dschihad seit Montag mehr als 1.000 Raketen in Richtung Israel ab. Viele von ihnen wurden von der Raketenabwehr abgefangen, während andere in Wohngebieten einschlugen.

In Tel Aviv und in umliegenden Städten heulten am Dienstagabend die Alarmsirenen, am internationalen Flughafen von Tel Aviv wurde der Flugverkehr vorübergehend eingestellt.

Die jüngsten Angriffe der Hamas auf Israel wurden durch die EU und USA stark verurteilt.

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In Israel wurden insgesamt sechs Menschen durch den Raketenbeschuss getötet, unter ihnen ein indischer Staatsbürger, eine 16-jährige arabische Israelin und ihr Vater in Lod sowie ein Soldat. Der 21-Jährige wurde nach Armeeangaben bei einem Einsatz zum Schutz von Dörfern nahe der Grenze von einer Panzerabwehrrakete getroffen.

Israel fliegt schwerste Angriffe seit 2014

Als Reaktion auf die Attacken flog die israelische Luftwaffe die schwersten Angriffe seit dem Gaza-Krieg 2014. Sie bombardierte bei hunderten Einsätzen Einrichtungen der radikalislamischen Hamas und anderer militanter Gruppen im Gazastreifen. Dabei wurde unter anderem ein Hochhaus im Stadtzentrum von Gaza komplett zerstört, in dem sich auch mehrere Büros der Hamas befanden.

Nach palästinensischen Angaben wurden bei den Luftangriffen insgesamt 56 Menschen getötet, unter ihnen 14 Kinder. Die Hamas bestätigte den Tod mehrerer ihrer militärischen Anführer, darunter auch der Chef ihres bewaffneten Arms in Gaza, Bassem Issa.

Interview

Nahost-Experte Gerlach - "Neues Ausmaß der militärischen Eskalation" 

Nahost-Experte Gerlach sieht eine Verschiebung der Taktik: Israel versuche, die Hamas politisch zur Aufgabe zu zwingen. Warum das eine Illusion ist, erklärt er im Interview.

Mehrere militärische Hamas-Führer tot

Laut dem israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet wurde auch der Leiter des Hamas-Cyberkommandos, Dschumaa Tahle, ihr Forschungsleiter Dschamal Sibde, der leitende Produktionsingenieur Hasem Hatib, sowie ein Dutzend weiterer Mitglieder des Forschungs- und Entwicklungsbereichs der Hamas getötet. Cyberspezialist Tahle war demnach auch dafür zuständig, die Zielgenauigkeit der Raketen zu verbessern.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte:

Das ist nur der Anfang.
Benjamin Netanjahu

Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern in israelischen Städten

Zwischen jüdischen und arabischen Israelis kam es in mehreren israelischen Städten zu schweren Konfrontationen. Trotz Ausgangssperre flammten Unruhen in der Stadt Lod in der Nähe von Tel Aviv erneut auf. Nach Medienberichten wurde in der Stadt ein Polizeifahrzeug in Brand gesetzt. In Akko im Norden des Landes wurde nach Angaben des israelischen Fernsehens ein jüdischer Einwohner von arabischen Demonstranten lebensgefährlich verletzt.

In Bat Jam südlich von Tel Aviv attackierten ultrarechte Juden nach Medienberichten arabische Geschäfte. Ein arabischer Einwohner wurde nach Fernsehberichten von einer jüdischen Menge brutal mit Knüppeln angegriffen. In Haifa bewarfen jüdische Demonstranten nach Angaben der "Times of Israel" einen arabischen Autofahrer mit Steinen. Er habe daraufhin einen der Angreifer angefahren und verletzt. Auch in Tiberias wurde nach Polizeiangaben ein arabischer Fahrer von jüdischen Demonstranten mit Steinen angegriffen und verletzt.

Nahost-Expertin Baumgarten zur neuen Gewaltspirale in Nahost.

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Drohende Zwangsräumung von Palästinensern als Auslöser

Auslöser der jüngsten Gewalteskalation ist die drohende Zwangsräumung von rund 30 Palästinensern aus ihren von jüdischen Israelis beanspruchten Wohnungen in Ost-Jerusalem.

Bei den heftigsten Zusammenstößen seit Jahren zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern in Ost-Jerusalem waren in den vergangenen Tagen hunderte Palästinenser und dutzende Polizisten verletzt worden.

FAQ

Das Arsenal von Hamas und Co. - Diese Raketen sind auf Israel gerichtet 

Seit Dienstag gilt in Israel fast durchgehend Luftalarm. Mindestens 13.000 Raketen sollen militante Gruppen in Gaza haben. Woher kommen die Raketen und wie verteidigt sich Israel?

von Nils Metzger
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