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Ganz Italien nun Schutzzone - Kampf gegen Corona: Hamsterkäufe und leere Städte

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Hamsterkäufe, geschlossene Restaurants, leer gefegte Straßen - ganz Italien steht unter Quarantäne. Was das für den Alltag bedeutet: Eindrücke von ZDF-Korrespondentin Hilsenbeck.

ZDF-Korrespondentin Annette Hilsenbeck berichtet aus Rom, wo die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus erst heute greifen. Nachdem Ministerpräsident Giuseppe Conte verkündet hatte, dass ganz Italien eine Schutzzone ist, habe es Hamsterkäufe gegeben:

Es gab lange Schlangen vor den Supermärkten, die Menschen wollten sich noch eindecken. Wahrscheinlich, weil sie sich nicht darüber im Klaren waren, welche Dimensionen diese Maßnahmen haben würden.
ZDF-Korrespondentin Annette Hilsenbeck

In der Lombardei, im Norden des Landes, in Mailand sowie in Venetien gilt diese Sperrzone schon seit Montagmorgen. Der Verkehr in diesen Gebieten habe bereits abgenommen. "Dort, wo sich sonst Menschen in Staus quälen", so Hilsenbeck weiter, "war gestern freie Fahrt". Restaurants mussten schließen, weil sie nur tagsüber hätten öffnen dürfen. Die Menschen "haben sich in großen Teilen auch daran gehalten, zuhause zu bleiben, soweit wie es möglich war. Der Platz vor dem Mailänder Dom zum Beispiel war vollständig leer".

Rom "sah sich wohl genötigt, Notbremse zu ziehen"

Für die Ausweitung der Beschränkungen der Bewegungsfreiheit auf das ganze Land gibt es Hilsenbeck zufolge zwei Gründe:

  • "Zum einen ist in den letzten drei Tagen die Zahl der Neuinfizierungen rasant nach oben gegangen - und stieg auch noch weiter." Am Montag seien es fast 1.600 gewesen und die Zahl der Infizierten damit auf 9.200 gestiegen - zugleich seien alleine an diesem Tag auch fast 100 Menschen gestorben.
  • "Der zweite Grund ist, dass nachdem im Norden des Landes Sperrungen ausgerufen worden ist - das war am Abend zuvor durchgesickert -, da haben sich viele noch schnell auf den Weg gemacht. Sind zum Bahnhof gehastet und haben versucht, die Spätzüge zu erreichen." Diese Menschen, so Hilsenbeck, seien in den Süden gereist und haben das Infektionsrisiko auch dorthin getragen. "Da sah sich die Regierung wohl genötigt, die Notbremse zu ziehen."

Conte: Italiens "dunkelste" Stunde

Die italienische Regierung hatte am Montagabend ihre Maßnahmen nochmals drastisch ausgeweitet. Für das ganze Land gelten ab heute ein Versammlungsverbot und Reisebeschränkungen. Betroffen sind auch Sportveranstaltungen. So wurden alle Spiele der ersten Fußball-Liga Serie A abgesagt.

Conte sagte, dass der Verkehr von öffentlichen Transportmitteln aber nicht eingeschränkt werden solle, damit die Wirtschaft nicht zum Erliegen komme und die Menschen weiter zur Arbeit gehen könnten. "Conte sprach von 'unserer dunkelsten Stunde'", berichtete Hilsenbeck, "und dass die Italiener ihre Gewohnheiten ändern müssten - zum Wohle des Ganzen".

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