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2019 haben Deutsche 750 Trophäen eingeführt

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Großwildjagd im Ausland - 2019 haben Deutsche 750 Trophäen eingeführt

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Viele Wildtiere - zum Beispiel in Afrika - sind vom Aussterben bedroht. Dennoch dürfen Touristen ihre Trophäen von organisierten Großwildjagden legal nach Deutschland einführen.

Deutsche auf Trophäenjagd

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Anlegen für den finalen Schuss: Auf YouTube präsentieren Großwildjäger begeistert, wie sie Giraffen, Elefanten oder Löwen erlegen. Es gibt hunderte solcher Videos. Tausende Deutsche machen jedes Jahr beispielsweise in afrikanischen Ländern Jagd auf Wildtiere und bringen ihre geschossenen Trophäen ganz legal mit nach Hause.

2019 wurden 750 Jagdtrophäen eingeführt

Allein im vergangenen Jahr wurden nach Frontal21-Recherchen rund 750 Trophäen aus der ganzen Welt nach Deutschland eingeführt, darunter erlegte Nashörner, Elefanten, Eisbären, Löwen und Leoparden. Tierschutzorganisationen fordern von der Bundesregierung, den Import der Tier-Trophäen zu verbieten.

Die Auslandsjäger entgegnen, die geregelte Trophäen-Jagd schütze die Tiere vor Wilderern und sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die afrikanischen Länder. Stephan Wunderlich vom Deutschen Jagdverband fordert deshalb, nach der Corona-Krise den Jagd-Tourismus schnellstmöglich wieder aufzunehmen: "Diese Einnahmen sichern Jobs oder lösen die Mensch-Wildtier-Konflikte vor Ort."

ZDF-Reporter auf der Spur des Geldes

Aber stimmt es, dass die Bevölkerung von der Trophäenjagd profitiert? Frontal21-Reporter sind vor der Corona-Pandemie nach Namibia gereist. Es ist das beliebteste Reiseziel für deutsche Trophäenjäger. Pro Jahr kommen etwa 2.500 Jäger.

Simbabwe: Auf der Suche nach Wasser laufen die Tiere in die Dörfer. Es kommt zu tödlichen Konflikten.

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Unterwegs waren die ZDF-Reporter in der Region Otjivera, vier Stunden von der Hauptstadt Windhoek entfernt. Ein Gebiet, das seit Jahren von Dürre geplagt ist. Hier ziehen immer wieder Elefantenherden auf der Suche nach Wasser durch die Dörfer. Das Gemeindeoberhaupt Ben Haakuria zeigt die Wasserleitungen, die Elefanten herausgerissen haben. Erst seit einem Jahr gibt es diese Leitungen, finanziert durch die einmalige Zahlung aus einer Trophäenjagd.

Ministerium gibt Probleme bei der Verteilung der Mittel zu

Doch um sie tiefer zu legen und sie instand zu halten, dafür ist nun kein Geld mehr da, erzählt er. "Wir können uns auf die Trophäenjagd nicht verlassen. Wenn es eine regelmäßige finanzielle Unterstützung gäbe, um die Schäden hier zu reparieren und die Leitungen zu unterhalten, dann könnten wir überleben." Damit die Wasserversorgung des Dorfs nachhaltig gesichert wird, müsste eigentlich weiter Geld aus den Trophäenjagden fließen. Doch das passiert nicht.

Romeo Muyunda vom verantwortlichen namibischem Umweltministerium räumt Probleme bei der Vergabe der Gelder aus der Trophäenjagd ein: "Wir kontrollieren alles. Man kann das nicht alles auf einmal richtig machen - es wird weiter Herausforderungen geben, wir brauchen Rechenschaftsberichte, es gibt Betrügereien - aber das sind Dinge, an denen wir arbeiten."

Tierschützer fordern Verbot der Trophäen-Jagd

Heike Henderson von "Future for Elephants" zweifelt an der Nachhaltigkeit der Trophäenjagd und fordert ein Verbot: "Es wäre ein starkes Zeichen international, wenn Deutschland als drittgrößte Trophäen-Jagdnation - nach USA und Spanien - das verbieten würde."

Doch die Bundesregierung hält daran fest: Jagd-Trophäen dürfen weiter nach Deutschland eingeführt werden.

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