ZDFheute

Brexit, Corona, Vaterfreuden

Sie sind hier:

Ein Jahr Premierminister Johnson - Brexit, Corona, Vaterfreuden

Datum:

Den Brexit geliefert. Das Land Corona ausgeliefert. Fast selbst daran gestorben. Zum sechsten Mal Vater geworden mit neuer Verlobten. Ein Jahr Triumph und Tragödie, ein Jahr Boris.

Seit einem Jahr ist Boris Johnson nun britischer Premierminister. Seine Beliebtheit ist inzwischen gesunken – vor allem sein Umgang mit der Corona-Krise wird scharf kritisiert.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Fast wie ein Jahrzehnt zurück wirkt es. Sommer 2019, die Brexit-Krise bestimmt das politische Leben in Großbritannien. Komplett. Die glücklose Theresa May tritt ab, gescheitert am Brexit. Sie macht Platz für Boris Johnson. Der mit allen Mitteln arbeitet. Legal, illegal, scheißegal.

Johnsons Start als Premier? Ein Bruch

Sein Start als Premier - ein Bruch mit allen Gepflogenheiten. Johnson schickt das Parlament in eine Zwangspause. Will verhindern, dass die Abgeordneten ihn zwingen, das Austrittsdatum erneut zu verschieben. Schande, hallt es im Unterhaus. Ein Verfassungsbruch, urteilt das höchste Gericht. Ein Schachzug, der sich rechnet - von nun an gilt das Parlament als Feind des Brexit.

Der Schaden für die Demokratie? "So was lässt Johnson kalt", urteilt Matthew Parris, ehemals Abgeordneter für die Konservativen, heute "Times"-Kolumnist. "Ich kenne Boris seit 30 Jahren. Was ihn interessierte, war das Amt des Premiers. Der Brexit war für ihn nur das Vehikel, um an die Macht zu kommen. Er hat keine Überzeugungen."

Und keine Gewissensbisse. Um das Austrittsabkommen mit der EU hinzubekommen nimmt er Mays Abkommen aus Anfangstagen, ein paar Zugeständnisse, und fertig ist der Deal. Der den Weg ebnet zur Wahl im Dezember. Johnson macht es zur simplen Entscheidung: Er liefert den Brexit. Alle anderen das Chaos. Nach drei Jahren davon haben die Briten ein offenes Ohr. Der fulminante Wahlkämpfer Johnson holt eine riesige Mehrheit.

Führungs- und kopflos in die Corona-Krise

Am 31. Januar kommt der Austritt. Unmittelbar nach dem Höhepunkt verschwindet der Premier aus der Öffentlichkeit. Urlaub, Scheidung, eine neue Verlobte, die zudem schwanger ist. Der Premier verschläft das Coronavirus. Führungs- und kopflos schlittert das Land in die Krise. Nur gut Hände waschen reiche, erklärt er immer wieder.

Doch die Pandemie greift um sich. Johnson selbst erkrankt. Kommt auf die Intensivstation. Notfallpläne für seinen Tod werden entwickelt. Er erholt sich wieder.

Doch ein fataler Mix aus zu spätem Handeln, schlechter Vorbereitung, mangelnder Führung macht Großbritannien zum traurigen Spitzenreiter: die meisten Toten in Europa. Die Wirtschaft am härtesten getroffen. "Seit der Brexit aus den Köpfen ist", urteilt Mathhew Parris, "ist da ein Führungsvakuum." Seine Partei sei entsetzt über das Management der Corona-Krise. "Ich glaube nicht, dass Boris das politisch überleben kann."

Großbritannien und das Vereinigte Königreich ist das am härtesten getroffene Land in Europa. Hat die Regierung versagt?

Beitragslänge:
44 min
Datum:

Brexit wird wieder zum Bumerang

Eine Kommission, die das Vorgehen der Regierung in der Corona-Krise untersuchen soll, wird kommen. Im Herbst laufen viele Förder- und Stützprogramme aus, die Wirtschaftsaussichten: nicht rosig. Noch immer hakt das Corona-Test- und Nachverfolgungsprogramm.

Selbst der Brexit wird zum Bumerang. In den Verhandlungen um die künftigen Beziehungen mit Brüssel gab es in dieser Woche wieder keine Fortschritte. Bis 31. Dezember muss ein Vertrag her, dann endet die Übergangsphase. Es drohen Milliardenkosten für die gebeutelte Wirtschaft. Obendrauf.

"Allein die Zollformalitäten kosten uns mit oder ohne Vertrag acht Milliarden Euro", erklärt Claudia Catelin, Analystin der Denkfabrik "Institute of Directors". Nur ein Viertel der Unternehmen sei vorbereitet auf den Brexit. "Manche sagen, Boris wolle die riesigen Schäden, die der Brexit anrichten wird, verstecken", so Matthew Parris. "Unter dem Unheil, das Corona anrichtet. Doch so dumm sind die Leute nicht."

Kaum Vorfreude auf das zweite Jahr Boris

Am Tag, ein Jahr nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Konservativen zum Regierungschef, ist Johnson in Schottland. Der teure Brexit, die Corona-Krise haben eine Mehrheit geschaffen, für die, die die Union mit England, mit Johnson verlassen wollen. Das zweite Jahr Boris, viel Vorfreude gibt es wohl nicht.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.