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Corona als Friedensbringer für den Jemen?

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Hoffnung bei Vereinten Nationen - Corona als Friedensbringer für den Jemen?

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Nach fünf Jahren Krieg im Jemen: Offenbar planen die Konfliktparteien der Waffenruhe ein Friedensabkommen folgen zu lassen. Humanitäre Fortschritte gibt es ebenfalls.

Eine Frau und ein Kind malen in Sanaa im Jemen ein Graffiti an eine Wand. Ihre Botschaft: Wir brauchen Frieden.
"Brauchen Frieden": Der Wunsch dieser Familie aus Sanaa im Jemen könnte schon bald Realität werden.
Quelle: dpa

Während die Corona-Pandemie weltweit Tausende Opfer fordert, könnte die Seuche ausgerechnet in der schlimmsten humanitären Katastrophe der Gegenwart zum Frieden führen. UN-Vermittler Martin Griffiths unterrichtete den UN-Sicherheitsrat darüber, dass Verhandlungen für einen anhaltenden landesweiten Waffenstillstand und humanitäre Hilfsprojekte im Jemen große Fortschritte machten.

Es hat sich die Chance ergeben, Frieden in den Jemen zu bringen.
UN-Vermittler Martin Griffiths

Saudi-Arabien und seine Verbündeten hatten vergangene Woche überraschend eine einseitige Waffenruhe von zwei Wochen verkündet, nachdem UN-Generalsekretär António Guterres zu einer globalen Feuerpause zur Bekämpfung von Covid-19 aufgerufen hatte. Ein langfristiger Waffenstillstand werde nun grundsätzlich von beiden Seiten - dem Bündnis sowie den Huthi-Rebellen - unterstützt, so Griffiths.

Feuerpause als klare Verpflichtung für eine friedliche Lösung

"Wir erwarten, dass sie diese Abkommen in naher Zukunft vereinbaren und formell annehmen", sagte Griffiths weiter über den Stand der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Die von Saudi-Arabien verkündete Feuerpause sei eine "klare Verpflichtung zu einer friedlichen, politischen Lösung des Konflikts" gewesen.

Eine Gruppe Kinder vor einer mit arabischen Schriftzeichen bemalten Fassade, in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Bericht von "Save the Children" -
Jemen-Krieg: Jedes fünfte Kind in ständiger Angst
 

Ein Bericht von "Save the Children" offenbart: Nach fünf Jahren Krieg ist jedes zweite Kind im Jemen depressiv, Millionen sind unterernährt.

Seit 2014 kamen im Jemen rund 112.000 Menschen ums Leben

Das saudische Militärbündnis bombardiert seit März 2015 Ziele im Jemen. Dabei wurden immer wieder auch viele Zivilisten getötet. Seit Ende 2014 kamen im Jemen schätzungsweise 112.000 Menschen ums Leben, darunter 12.600 Unbeteiligte bei gezielten Angriffen.

Die noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten wolle man nun mit aller Kraft überbrücken. Griffiths dankte den verfeindeten Parteien für ihre offenen, zielorientierten und raschen Gespräche für eine Lösung des fünf Jahre andauernden Konflikts. Er betonte jedoch auch, dass Kämpfe in dem Land gegenwärtig trotzdem weitergingen.

Im Video: Sehen Sie hier einen Beitrag über deutsche Waffenlieferungen:

Seit Anfang 2019 hat die Bundesregierung Rüstungsexporte für über eine Milliarde Euro an die von Saudi-Arabien geführte Kriegsallianz im Bürgerkriegsland Jemen genehmigt.

Beitragslänge:
1 min
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Kampf gegen Ausbreitung des Coronavirus

Zu den anvisierten humanitären Maßnahmen gehören Griffiths zufolge die Öffnung des Flughafens in der von den Huthis kontrollierten Hauptstadt Sanaa, die Freilassung von Gefangenen, die Zahlung der Beamtengehälter sowie die Öffnung des Hafens in Hudaida für lebensnotwendige Lieferungen. Mit diesen Maßnahmen solle der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in dem Land gestärkt werden.

Vor einigen Tagen hatte es die erste bestätigte Erkrankung in dem Land gegeben, die Pandemie könnte schwere Folgen für das Land haben. Wegen der großen humanitären Not befürchten Hilfsorganisationen viele Opfer, sollte sich die Lungenkrankheit Covid-19 dort ausbreiten.

Schlimmste humanitäre Krise der Gegenwart

Nach UN-Angaben brauchen im Jemen 24 Millionen Menschen - rund 80 Prozent der Bevölkerung - Hilfe. Die UN sprechen von der schlimmsten humanitären Krise der Gegenwart. Nur knapp die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen arbeitet in vollem Umfang.

Ärzte und Krankenschwestern am 22.04.2020 in einem Krankenhaus in Barcelona

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Wie die Welt gegen das Coronavirus kämpft
 

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