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Staatsakt für John Lewis - ohne Trump

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Verstorbene Bürgerrechtslegende - Staatsakt für John Lewis - ohne Trump

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Der verstorbene US-Bürgerrechtler und Kongressabgeordnete John Lewis wurde im US-Kapitol mit einer Zeremonie geehrt. US-Präsident Trump verweigerte ihm die letzte Ehre.

Nach dem Tod der Bürgerrechtsikone John Lewis ist dessen Leichnam im US-Kapitol in Washington aufgebahrt worden. Diese Ehre wird nur wenigen amerikanischen Persönlichkeiten zuteil.

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Der verstorbene US-Bürgerrechtler und langjährige Kongress-Abgeordnete John Lewis wurde mit einer besondere Ehre bedacht, die nur wenigen Verstorbenen zuteil wird. Der Sarg des einstigen engen Mitstreiters von Martin Luther King Jr. wurde in der Rotunde des Kapitols in Washington aufgebahrt.

Der 80 Jahre alte John Lewis starb am 17. Juli an Bauchspeicheldrüsenkrebs. In den 1960er Jahren gehörte er zu den bekanntesten Bürgerrechtlern im Kampf für die Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung in den USA.

Lewis: Blutiger Kampf für Gleichstellung

Bei einem Protestmarsch vor 55 Jahren in Alabama wurden Lewis und andere Bürgerrechtskämpfer blutig niedergeschlagen. Der "Bloody Sunday" ging als Schlüsselereignis im Kampf um das Wahlrecht für schwarze Amerikaner in die US-Geschichte ein. Später vertrat er die Demokratische Partei jahrzehntelang im US-Kongress.

Die USA erweisen der US-Bürgerrechtsikone John Lewis die letzte Ehre. Der Sarg wurde mit einer Kutsche über die Edmund-Pettus-Brücke gezogen.

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McConnell: Lewis war ein "Friedensstifter"

Bei einer Trauerfeier für Lewis im Kuppelsaal des Kapitol nahmen die Spitzen der beiden Parlamentskammern sowie zahlreiche weitere Volksvertreter Abschied von Lewis. An der Zeremonie nahmen nur geladene Gäste teil. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, erinnerte an die Worte Lewis' vor 57 Jahren:

Unsere Gemüter, Seelen und Herzen können nicht zur Ruhe kommen, bis Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen existieren.
John Lewis, verstorbener Bürgerrechtler

Die Worte seien noch heute wahr, sagte Pelosi sichtlich gerührt. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, würdigte den Demokraten Lewis als "Friedensstifter".

Auch der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, erwies Lewis die letzte Ehre an dessen Sarg. Begleitet wurde er von Ehefrau Jill. Biden und Lewis arbeiteten 20 Jahre gemeinsam im Kongress und auch, als Biden Vize-Präsident unter Barack Obama war. Sie waren über die Zeit Freunde geworden.

Trump verweigert Lewis die letzte Ehre

Während auch Vizepräsident Mike Pence dem Bürgerrechtsaktivisten die letzte Ehre erwiesen hat, sah Präsident Donald Trump offenbar keinen Anlass dazu. "Nein, ich werde nicht gehen, nein", sagte er auf eine entsprechende Reporterfrage. Trump und Lewis griffen sich in der Vergangenheit gegenseitig öffentlich an - Lewis rügte Trump etwa dafür, ethnische Konflikte im Land zu schüren. Trump wiederum warf Lewis vor, dessen Wahlbezirk in Atlanta sei von Kriminalität geprägt.

Bis einschließlich Dienstag sollen Bürger Abschied nehmen können von John Lewis. Wegen der Corona-Pandemie soll der Sarg für die Öffentlichkeit am oberen Ende der Treppen an der Ostfront des Kapitols aufgebahrt werden. Der Schritt ist ungewöhnlich, aber in der Coronavirus-Pandemie nötig geworden, da das US-Kongressgebäude für die Öffentlichkeit gesperrt worden ist.

Leichenzug vorbei an historischen Orten

Vor der Ankunft am Kapitol war der Sarg vom Militärstützpunkt Andrews aus durch die Hauptstadt gefahren worden. Der Leichenwagen passierte das Lincoln Memorial, wo Lewis bei dem "Marsch auf Washington" 1963 unter anderem mit Martin Luther King Jr. vor mehr als 20.000 Menschen eine Rede hielt und ein Ende der Rassendiskriminierung in den USA gefordert hatte.

Zudem passierte der Wagen den kürzlich in "Black Lives Matters Plaza" benannten Abschnitt der 16. Straße unweit des Weißen Hauses - Schauplatz wochenlanger Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd. Lewis hatte dort vor wenigen Wochen seinen letzten öffentlichen Auftritt.

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