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Staaten holen Personal heim : Nato in Afghanistan: "Zum Zuschauen verdammt"

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Die Taliban rücken vor, in Kabul wird es brenzlig. England übt Kritik an der US-Politik in Afghanistan. Und die Nato sei, so ZDF-Korrespondentin Gellinek, "zum Zuschauen verdammt".

Die Nato ist in Afghanistan wohl kaum noch handlungsfähig. "Sie wurde", meint ZDF-Korrespondentin Gellinek, "zum Zuschauen verdammt". Sie sei von USA zum Abzug gezwungen worden und müsse nun zuschauen, weil sie kaum noch eigene Truppen vor Ort habe.

Auch die EU beschäftige sich natürlich mit dem Thema Afghanistan, so Gellinek weiter - aber eher "nur halbherzig".

Nato setzt weiter auf politische Lösung

Angesichts des Vormarschs der Taliban hatte die Nato am Freitag über die Entwicklung in Afghanistan beraten. Die Allianz stehe in kontinuierlichem Austausch untereinander, sagte ein Beamter im Nato-Hauptquartier in Brüssel. Man beobachte die Sicherheitslage sehr genau. Über den Entschluss der USA, Landsleute umgehend auszufliegen, sei das Bündnis vorab informiert worden.

In einer anschließend verbreiteten Pressemitteilung äußerte sich die Nato besorgt über das Maß der Gewalt in Zusammenhang mit den Eroberungen der Taliban, konkret Angriffe auf Zivilisten, gezielte Tötungen und Berichte von weiteren Menschenrechtsverstößen. "Die Taliban müssen begreifen, dass sie von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt werden, wenn sie das Land mit Gewalt nehmen", hieß es in der Erklärung. Die Nato setze weiter auf eine politische Lösung des Konflikts. Man wolle die afghanische Regierung und die Sicherheitskräfte "so viel wie möglich" unterstützen.

Die Sicherheit des eigenen Personals habe höchste Bedeutung. Und weiter:

Die Nato wird ihre diplomatische Präsenz in Kabul aufrecht erhalten und sie weiterhin anpassen, wo es notwendig ist.
Jens Stoltenberg, Nato-Generalsekretär

Bundeswehr "hält Kräfte bereit"

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte in Berlin, es würden in der Bundeswehr Kräfte bereitgehalten, "die im Falle eines Falles zur Verfügung stehen, auch kurzfristig". Einem Bericht des Magazins "Spiegel" zufolge bot US-Außenminister Antony Blinken Deutschland an, dass die deutschen Diplomaten mit US-Flugzeugen aus Kabul ausfliegen könnten. Die Deutschen könnten demnach am US-Stützpunkt in Ramstein aussteigen.

Die USA hatten am Donnerstag die Entsendung von rund 3.000 Soldaten nach Kabul angekündigt, die bei der Ausreise von US-Botschaftsmitarbeitern helfen sollen. Auch Großbritannien wollte 600 weitere Soldaten nach Afghanistan senden, um die Evakuierung von diplomatischem Personal und Ortskräften abzusichern

Kritik aus Großbritannien an US-Politik

Unterdessen hat der britische Verteidigungsminister Ben Wallace das Abkommen von Doha, das die USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump mit den Taliban geschlossen hatten, als "Fehler". Die internationale Gemeinschaft werde dafür "wahrscheinlich die Konsequenzen" zu tragen haben, sagte Wallace dem Sender Sky News.

Die Entscheidung zum Abzug der US-Truppen habe "ein großes Problem" hervorgerufen. Das Terrornetzwerk Al-Kaida werde "wahrscheinlich" zurückkommen und "für uns und unsere Interessen eine Bedrohung" sein.

Gescheiterte Staaten sind Brutstätten für diese Art von Menschen.
Ben Wallace, britischer Außenminister
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