Sie sind hier:

Staaten holen Personal heim - Nato in Afghanistan: "Zum Zuschauen verdammt"

Datum:

Die Taliban rücken vor, in Kabul wird es brenzlig. England übt Kritik an der US-Politik in Afghanistan. Und die Nato sei, so ZDF-Korrespondentin Gellinek, "zum Zuschauen verdammt".

Die Taliban nähern sich der afghanischen Hauptstadt Kabul. Die Nato ist in einer schwierigen Lage. Dazu die ZDF-Korrespondentinnen Shakuntala Banerjee und Anne Gellinek.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die Nato ist in Afghanistan wohl kaum noch handlungsfähig. "Sie wurde", meint ZDF-Korrespondentin Gellinek, "zum Zuschauen verdammt". Sie sei von USA zum Abzug gezwungen worden und müsse nun zuschauen, weil sie kaum noch eigene Truppen vor Ort habe.

Auch die EU beschäftige sich natürlich mit dem Thema Afghanistan, so Gellinek weiter - aber eher "nur halbherzig".

Nato setzt weiter auf politische Lösung

Angesichts des Vormarschs der Taliban hatte die Nato am Freitag über die Entwicklung in Afghanistan beraten. Die Allianz stehe in kontinuierlichem Austausch untereinander, sagte ein Beamter im Nato-Hauptquartier in Brüssel. Man beobachte die Sicherheitslage sehr genau. Über den Entschluss der USA, Landsleute umgehend auszufliegen, sei das Bündnis vorab informiert worden.

Die Taliban in Afghanistan rücken mit großem Tempo auf die Hauptstadt Kabul vor. Deutschland holt nun viele Botschaftsmitarbeitende zurück und setzt vorerst Hilfsprojekte in den eroberten Gebieten aus.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

In einer anschließend verbreiteten Pressemitteilung äußerte sich die Nato besorgt über das Maß der Gewalt in Zusammenhang mit den Eroberungen der Taliban, konkret Angriffe auf Zivilisten, gezielte Tötungen und Berichte von weiteren Menschenrechtsverstößen. "Die Taliban müssen begreifen, dass sie von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt werden, wenn sie das Land mit Gewalt nehmen", hieß es in der Erklärung. Die Nato setze weiter auf eine politische Lösung des Konflikts. Man wolle die afghanische Regierung und die Sicherheitskräfte "so viel wie möglich" unterstützen.

Die Sicherheit des eigenen Personals habe höchste Bedeutung. Und weiter:

Die Nato wird ihre diplomatische Präsenz in Kabul aufrecht erhalten und sie weiterhin anpassen, wo es notwendig ist.
Jens Stoltenberg, Nato-Generalsekretär

Bundeswehr "hält Kräfte bereit"

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte in Berlin, es würden in der Bundeswehr Kräfte bereitgehalten, "die im Falle eines Falles zur Verfügung stehen, auch kurzfristig". Einem Bericht des Magazins "Spiegel" zufolge bot US-Außenminister Antony Blinken Deutschland an, dass die deutschen Diplomaten mit US-Flugzeugen aus Kabul ausfliegen könnten. Die Deutschen könnten demnach am US-Stützpunkt in Ramstein aussteigen.

Nach Abzug der US-Truppen aus Afghanistan haben die radikal-islamischen Taliban weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. US-Präsident Biden sieht nun die Afghanen und ihre Regierung in der Verantwortung, ihr Land zu verteidigen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die USA hatten am Donnerstag die Entsendung von rund 3.000 Soldaten nach Kabul angekündigt, die bei der Ausreise von US-Botschaftsmitarbeitern helfen sollen. Auch Großbritannien wollte 600 weitere Soldaten nach Afghanistan senden, um die Evakuierung von diplomatischem Personal und Ortskräften abzusichern

Kritik aus Großbritannien an US-Politik

Unterdessen hat der britische Verteidigungsminister Ben Wallace das Abkommen von Doha, das die USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump mit den Taliban geschlossen hatten, als "Fehler". Die internationale Gemeinschaft werde dafür "wahrscheinlich die Konsequenzen" zu tragen haben, sagte Wallace dem Sender Sky News.

Die Entscheidung zum Abzug der US-Truppen habe "ein großes Problem" hervorgerufen. Das Terrornetzwerk Al-Kaida werde "wahrscheinlich" zurückkommen und "für uns und unsere Interessen eine Bedrohung" sein.

Gescheiterte Staaten sind Brutstätten für diese Art von Menschen.
Ben Wallace, britischer Außenminister
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.