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Gegenoffensive und Mobilmachung : Experte: Annexion ohne militärische Folgen

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Russland hat vier ukrainische Regionen annektiert - das habe zwar politisch für Aufsehen gesorgt, aber bislang keine militärischen Auswirkungen, sagt Experte Markus Kaim im ZDF.

Trotz einer "Dynamik zugunsten der Ukraine" sei gegenwärtig die Verkündung eines Siegs verfrüht, so Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Die Entschlossenheit Putins sei nicht zu unterschätzen.

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Die Ukraine bringt ihre Gegenoffensive weiter erfolgreich voran und hat im Kampf gegen Russlands Angriffstruppen zuletzt Geländegewinne im Osten und im Südosten des Landes vermeldet. Auch in Gebieten, die Russland durch die Annexion für sich beansprucht und in denen Präsident Wladimir Putin Kriegshandlungen als Angriff auf sein vermeintlich eigenes Revier verstehen könnte. Aus Sicht von Politikwissenschaftler Markus Kaim bedeutet das aber noch "gar nichts". Im ZDF-Morgenmagazin sagte er:

Die Ukraine hat sich von ihren militärischen Planungen nicht abbringen lassen.
Markus Kaim, Stiftung Wissenschaft und Politik

Kaim: Keine militärischen Auswirkungen

Die Dynamik zugunsten der Ukraine halte seit vier Wochen an und der militärische Fortschritt der ukrainischen Streitkräfte im Osten und im Süden sei ungebrochen.

Wir sehen keinen Rückzug mehr von der ukrainischen Seite. Eher die russische Seite zieht sich zurück.
Markus Kaim, Stiftung Wissenschaft und Politik

Die Annexion und die Teilmobilmachung hätten zwar für "politisches Getöse" gesorgt, militärisch auf dem Boden aber "keinerlei Auswirkung" gehabt. "Beide Seiten agieren weiter wie vorher", betonte der Sicherheitsexperte von der Stiftung Wissenschaft und Politik im ZDF. Putin habe seine Entschlossenheit gezeigt, nicht zurückzuziehen, trotz Waffenlieferungen des Westens und der Geländegewinne der Ukrainer.

Die ukrainische Armee rückt offenbar weiter in die besetzten Gebieten im Osten und Süden des Landes vor. Laut Präsident Selenskyj werde aktuell an mehreren Fronten hart gekämpft.

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"Müssen uns auf einen längeren Krieg einstellen"

Ob die Ukraine tatsächlich die Oberhand gewinnen kann, sei unklar. Die Dynamik weise in diese Richtung.

Aber jetzt bereits zu verkünden, die Ukraine werde den Krieg gewinnen, das scheint mir ein bisschen verfrüht, angesichts der Entschlossenheit, die Präsident Putin ja auch mit der Annexion unter Beweis stellt. Ich glaube, wir müssen uns auf einen längeren Krieg einstellen.
Markus Kaim, Stiftung Wissenschaft und Politik

Experte hält Atomwaffen-Einsatz für unwahrscheinlich

Dass Russland Atomwaffen einsetzen könnte, das hält Kaim aktuell für unwahrscheinlich. Zum einen sei das nicht mit der russischen Nukleardoktrin in Übereinstimmung zu bringen, zum anderen verlöre Russland seine Verbündeten und Präsident Putin wäre "international ein Paria". Außerdem würde für die russische Bevölkerung dann klar, dass es ein Krieg sei und nicht - wie von Putin verkündet - eine "militärische Spezialoperation".

Mit Blick auf die von Putin angekündigte Teilmobilmachung wies Kaim im ZDF darauf hin, dass die Soldaten der demokratischen Ukraine offenbar besser kämpften als die des autoritären Russlands. Die Soldaten legten eine bessere Moral an den Tag, weil sie wüssten, wofür sie kämpfen. "Nämlich für die Freiheit ihres Landes. Das ist bei den russischen Soldaten nicht der Fall."

Die Probleme der russischen Streitkräfte setzen sich fort. Von daher glaube ich nicht, dass der angestrebte Effekt so schnell eintritt.
Markus Kaim, Stiftung Wissenschaft und Politik

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