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Angriff auf die Ukraine : Entwicklungen im Kampf um Kiew am Samstag

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Russland setzt die Angriffe auf die Ukraine unbeirrt fort. Westliche Staaten greifen nun zu härteren Sanktionen und schließen russische Banken aus dem Zahlungssystem Swift aus.

Am dritten Tag der russischen Invasion der Ukraine: Der Kreml kündigt eine Ausweitung der Offensive an. Schüsse und Explosionen werden aus Kiew gemeldet. Hunderttausende sind auf der Flucht.

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Was im Ukraine-Krieg am Sonntag, den 27. Februar passiert - die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier im Überblick:

Kampf um Kiew und Charkiw - Entwicklungen im Ukraine-Krieg am Sonntag 

Russland greift die Ukraine weiter an. Vor allem umkämpft: Kiew und Charkiw. Putin setzt die "Abschreckungskräfte" in Alarmbereitschaft. Kiew ist zu Verhandlungen bereit.

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Ukrainische Soldaten bei einer Inspektion nahe Kiew.
Ukrainische Soldaten nahe Kiew.
Quelle: epa

Rückblick: Die Entwicklungen am Samstag

Russland setzt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert fort. Zehntausende russische Soldaten sind nach ukrainischen Angaben und Informationen des US-Pentagons inzwischen in das Land einmarschiert. Im Fokus der Angriffe: Kiew. Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben aber weiterhin die Kontrolle über die Hauptstadt.

Im Folgenden fassen wir für Sie die wichtigsten Entwicklungen zusammen - permanent aktualisiert. Weitere Updates zur Lage und Reaktionen finden Sie auch in unserem Liveblog zum Angriff auf die Ukraine.

Westliche Staaten schließen russische Banken aus Swift aus

Die USA, Frankreich, Kanada, Italien, Großbritannien, die EU-Kommission und Deutschland haben am Samstagabend weitere harte Sanktionen gegen Russland beschlossen. So werden alle russischen Banken, die bereits von der internationalen Gemeinschaft sanktioniert sind, vom internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen, teilte die Bundesregierung mit.

Soweit erforderlich, sollen weitere russische Banken dazukommen. Damit sollen diese Institute von den internationalen Finanzströmen abgeklemmt werden.

Deutschland liefert nun doch Waffen

Die Bundesregierung vollzieht unterdessen eine Kehrtwende und liefert nun doch Waffen aus Beständen der Bundeswehr und über Drittstaaten an die Ukraine. Dazu zählen 1.000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger".

"Jetzt ist die Bundesregierung in einer anderen Zeit angekommen", erklärt Theo Koll, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, den Wandel der der deutschen Regierung, jetzt doch Waffen an die Ukraine zu liefern.

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Der russische Einmarsch in das Land markiere eine "Zeitenwende", begründet Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den Schritt auf Twitter und bekräftigte die Solidarität mit der Ukraine. Auch den Niederlanden wird die Lieferung von 400 Panzerfäusten und weiteren Waffen aus deutscher Produktion an die Ukraine genehmigt.

Laut Präsident Selenskyj ist Kiew noch unter ukrainischer Kontrolle.

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Die weiteren Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine hier im Überblick:

Was am Samstag in Kiew passiert ist

  • Laut Staatschef Wolodymyr Selenskyj sind Kiew und weitere wichtige Städte unter der Kontrolle der ukrainischen Armee.
  • Zehntausende russische Soldaten sind demnach inzwischen in die Ukraine einmarschiert. Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko gibt es derzeit aber keine größere russische Militärpräsenz in der Stadt. Allerdings seien Gruppen von "Saboteuren" aktiv.
  • Es werden Explosionen und Schüsse gemeldet. Es soll Raketenangriffe geben. Getroffen wurden auch Wohngebäude.
  • Auch in der Nähe des Regierungsviertels waren Schüsse zu hören.
  • Laut Klitschko wurden Dutzende Menschen verletzt. Bis zum Morgen seien 35 Verletzte gezählt worden, darunter zwei Kinder.
  • Nach Angaben des ukrainischen Militärs wurde ein Stützpunkt auf der Siegesstraße angegriffen, eine der Hauptverkehrsadern. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden.
  • Russische Truppen sollen das Kiewer Wasserkraftwerk im Norden eingenommen haben, meldet die russische Agentur Interfax.
  • Die Ausgangssperre in Kiew wurde verschärft: Sie gilt von Samstag 17 Uhr (Ortszeit) durchgehend bis Montagfrüh.
  • Präsident Selensky hatte sich am Morgen in einem Video aus Kiew gemeldet und Russland den Kampf angesagt. Die ukrainische Armee werde die Waffen nicht niederlegen.
  • Er hat seine Forderung nach der Aufnahme seines Landes in die Europäische Union am Samstag wiederholt.

In der ukrainischen Hauptstadt herrscht Ausnahmezustand, berichtet ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz. In Kiew gilt eine Ausgangssperre über das gesamte Wochenende. Bisher sollen keine russischen Truppen dort sein.

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Was passiert in anderen Landesteilen?

  • Die Ukraine meldet Kämpfe aus der Nähe der Städte Mariupol, Cherson, Mykolajiw, Odessa und in Wasylkiw.
  • Aus dem Osten der Ukraine werden Luftangriffe gemeldet.
  • Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums hat es Beobachtungen zufolge am Samstag mehr als 250 russische Raketenstarts gegeben.
  • Nach Angaben des ukrainischen Gesundheitsministeriums wurden bis Samstag insgesamt 198 Zivilisten getötet. Russland bestreitet, dass zivile Einrichtungen angegriffen werden.
  • Die ukrainischen Streitkräfte melden, 3.500 russische Soldaten seien getötet und 200 weitere gefangen genommen worden. Zudem seien 14 Flugzeuge, 8 Hubschrauber und 102 Panzer sowie mehr als 530 weitere Militärfahrzeuge zerstört worden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
  • Das Moskauer Verteidigungsministerium meldet, die russischen Streitkräfte hätten mehr als 820 Militäreinrichtungen in der Ukraine zerstört, darunter 14 Flugplätze, 48 Radarstationen und 24 Flugabwehrraketensysteme. Das russische Militär habe zudem sieben Kampfjets, sieben Hubschrauber und neun Drohnen abgeschossen sowie 87 Panzer und Panzerfahrzeuge zerstört.
  • Moskau meldet außerdem die Kontrolle über die ukrainische Kleinstadt Melitopol im Südosten des Landes.

Eigentlich ist Arina Englischlehrerin, doch mit der Invasion der russischen Armee hat sich ihr Leben geändert. Zivilisten melden sich freiwillig, um ihre Heimat zur verteidigen.

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Wie Deutschland und die Welt reagieren

  • Deutschland liefert zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte 1.000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger" aus Beständen der Bundeswehr in Deutschland an die Ukraine.
  • Deutschland genehmigt auch den Niederlanden die Lieferung von 400 Panzerabwehrwaffen aus deutscher Produktion an die Ukraine.
  • Zudem hat sich die Bundesregierung für eine "gezielte und funktionale" Einschränkung des internationalen Zahlungssystems Swift ausgesprochen. 
  • Ungarn hat sich als Gastgeber für Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine angeboten.
  • Polen meldet, dass seit dem russischen Angriff rund 100.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland über die Grenze gekommen seien. Nach UN-Angaben sind mindestens 120.000 außer Landes geflohen.
  • Westliche Staaten haben weitere Sanktionen auf den Weg gebracht. Ungarn trägt laut Außenminister Peter Szijjarto EU-Sanktionen gegen Russland mit. 
  • Frankreich hat ein russisches Handelsschiff im Ärmelkanal gestoppt. Es bestehe der Verdacht, dass das Schiff gegen Sanktionen verstoße.
  • US-Präsident Joe Biden bewilligt 350 Millionen Dollar an Militärhilfe für die Ukraine.
  • Die Nato hat einen deutlichen Ausbau ihrer Präsenz an der Ostflanke beschlossen und ihre schnelle Eingreiftruppe verlegt.
  • Eine im UN-Sicherheitsrat eingebrachte Resolution hingegen scheiterte. Moskau verhinderte das per Veto. Von den 15 Mitgliedern des Rates stimmten 11 für den Entwurf.
  • Die Niederlande werden 200 Stinger-Flugabwehrraketen an die Ukraine liefern. Auch Tschechien kündigt an, Waffen und Munition zu liefern. Auch Belgien will Waffen sowie Kraftstoff liefern.
  • Facebooks Mutterkonzern Meta verbietet russischen Staatsmedien weltweit, Anzeigen zu schalten und die Plattform zum Geldverdienen zu nutzen. Auch Twitter hat angekündigt, Werbeanzeigen in Russland und der Ukraine bis auf Weiteres zu blockieren. 
  • Die Hackergruppe Anonymus teilte am Samstag mit, mit gezielten Cyberangriffen russische Regierungswebseiten lahmlegen zu wollen sowie ukrainische Webseiten und Accounts bestmöglich online zu halten.
  •  Die Lufthansa fliegt zunächst nicht mehr nach oder über Russland, teilte der Konzern am Samstagabend mit. Flüge nach Russland werden ausgesetzt. Dies gelte zunächst für sieben Tage. Auch die Fluggesellschaft KLM setzt alle Flüge nach Russland aus und meidet den Luftraum. Die baltischen Länder sperren ihren Luftraum für russische Flugzeuge.

Massenweise flüchten Menschen aus ihrer Heimat, berichtet ZDF-Korrespondentin Natalie Steger von der polnisch-ukrainischen Grenze.

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Was zuvor passiert war

Russland hatte am Donnerstagmorgen mit einem Großangriff auf die Ukraine begonnen. Russische Bodentruppen waren anschließend binnen weniger Stunden bis in den Großraum Kiew vorgedrungen.

Lesen Sie hier die Entwicklung der ersten beiden Tage nach:

Freitag, 25. Februar 2022 - Krieg in der Ukraine: Die Entwicklungen  

Der ukrainische Präsident erwartet einen russischen Sturm auf Kiew noch in der Nacht. Im UN-Sicherheitsrat scheitert eine Resolution. Die wichtigsten Entwicklungen in der Ukraine.

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Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

zerstörte Häuser in Folge des Krieges in der Ukraine.

Russland greift die Ukraine an - Aktuelles zum Krieg in der Ukraine 

Russlands Angriff auf die Ukraine dauert an. Es gibt Sanktionen gegen Moskau, Waffen für Kiew. Aktuelle News und Hintergründe zum Krieg im Blog.

Aktuelle Nachrichten zur Ukraine

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