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Die Selbstzerfleischung der CDU

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Laschets und Merz' Kandidatur - Die Selbstzerfleischung der CDU

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Mit der Verkündung der Kandidaturen von Laschet und Merz ist klar: Innerhalb von 15 Monaten leistet sich die CDU einen Machtkampf, der die Partei weiter spalten könnte.

Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen kandidieren für den CDU-Parteivorsitz. Gesundheitsminister Spahn verzichtet, soll aber Laschets möglicher Stellvertreter werden.

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Friedrich Merz macht gar keinen Hehl daraus, seine Kandidatur ist eine Abrechnung mit der Ära Merkel. "Wir haben seit heute die Alternative zwischen Kontinuität und Aufbruch und Erneuerung, ich stehe für Aufbruch und Erneuerung", sagt er bei seinem zweiten großen Auftritt in der Bundespressekonferenz innerhalb von zwei Jahren. Beim letzten Mal kündigte er, wie heute wieder, seine Kandidatur als CDU-Vorsitzender an.

CDU hat seit heute eine Kampfkandidatur

Als Kontinuität bezeichnet Merz die beiden, die kurz zuvor an derselben Stelle ihre Team-Kandidatur öffentlich gemacht hatten: Armin Laschet und Jens Spahn. Laschet kandidiert, wie Merz und zuvor schon Norbert Röttgen, als Vorsitzender, Spahn fungiert als Unterstützung.

Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen kandidieren für den Posten als neuer CDU-Chef. Dazu ZDF-Korrespondent Theo Koll mit einer Einschätzung der Kandidaten.

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Erst gestern hatte sich die CDU-Spitze ja zu einer raschen Klärung der Führungsfrage entschlossen und für den 25. April einen Sonderparteitag nach Berlin einberufen. Seit heute hat sie auch eine Kampfkandidatur.

Der CDU könnte durch die Kampfkandidatur eine Spaltung drohen - mehr dazu im Video:

Nachdem Armin Laschet und Friedrich Merz ihre Kandidatur verkündet haben, gibt es mit Norbert Röttgen drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz. ZDF-Korrespondent Florian Neuhann spricht über die Aussichten.

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"Richtungsentscheidung" der CDU

Alle Kandidaten betonen, dass mit ihren Kandidaturen auch Richtungsentscheidungen für die CDU verbunden seien. Doch bei genauerem Hinsehen fällt der Unterschied zwischen Laschet, Merz und Röttgen nicht wirklich auf.

Alle sind für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland, alle für einen härteren Kampf gegen Rechts, für eine klare Abgrenzung zur AfD, für Europa und mehr Engagement Deutschlands in der Welt. Nur in einem unterscheiden sich die drei Kandidaten fundamental - wer die CDU besser und erfolgreicher führen kann.

Und auch wenn alle gemeinsam immer wieder betonen, es gehe nicht um sie, sondern nur um das Anlanden und die Partei, ist der ausgeprägte Machtwille, das ausgeprägte Ego jedes Einzelnen wohl der wirkliche Grund dafür, dass eine Teamlösung, die alle einbindet, nicht zu erreichen war.

AfD halbieren oder die Mitte retten?

Insbesondere um Friedrich Merz hatten sich Armin Laschet und Jens Spahn bemüht. "Zahlreiche und intensive Gespräche" habe man in den letzten vierzehn Tagen geführt, bestätigen beide Seiten. Eine Einigung sei aber gescheitert.

Armin Laschet erklärt das so: Friedrich Merz sei davon überzeugt, dass er mit Erfolg dazu beizutragen könnte, die AfD zu halbieren. Er setze allerdings darauf, auch in der Mitte zu integrieren. Es gehe jetzt darum, "zusammenzuführen", so Laschet, was so klingt, als würde er Merz eher die weitere Spaltung der Partei zutrauen.

Mehr zu Armin Laschets Kandidatur im Video:

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kandidiert für den CDU-Vorsitz. Jens Spahn verzichtet zu Laschets Gunsten auf eine eigene Kandidatur. Sehen Sie hier die Pressekonferenz.

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Ein Argument, das vielfach in der CDU zu hören ist: Viele Christdemokraten haben die Sorge, dass Merz in der Mitte deutlich mehr Wähler einbüßen könnte, als er rechts gewinnen kann. Zu Norbert Röttgen wollte sich Armin Laschet auf der Pressekonferenz gar nicht äußern. Es ist kein Geheimnis, dass Laschet und Röttgen sich in Abneigung verbunden sind. Eine Abneigung, die weit bis in die gemeinsame Studentenzeit zurückgeht.

Operation Kabinett

Tatsächlich, so stellt sich jetzt heraus, war die CDU-Spitze bereit, Friedrich Merz mit einem großzügigen Angebot in ein von Laschet geführtes Team zu locken.

Merz sollte sofort Minister im Kabinett Merkel werden und zusätzlich sogar stellvertretender Parteichef. Darauf hatten sich die stellvertretenden Parteivorsitzenden unter der Führung des Hessen Volker Bouffier und des Baden-Württembergers Thomas Strobl geeinigt.

Gemeinsam, so war man sich einig, würde man auch Kanzlerin Angela Merkel davon überzeugen, ihre Abneigung gegen eine Kabinettsumbildung aufzugeben. Die Stellvertreter hatten, so wird es jetzt in der Partei erzählt, übers Wochenende versucht, sogar eine größere Lösung ins Gespräch zu bringen. Dazu sollte auch ein Tausch zwischen Jens Spahn und Fraktionschef Ralph Brinkhaus in Erwägung gezogen worden sein.

Die Lage in der Partei sei ernst, sagt der CDU-Politiker Norbert Röttgen in der Debatte über den Parteivorsitz. Die Union liege unter 30 Prozent, das sei mehr als ein Alarm.

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Keine Frauen als Bewerberinnen für Parteivorsitz in Sicht

Die größte Schwachstelle aller Kandidaten sind die Frauen - keiner der drei konnte heute ein weibliches Mitglied als Teammitglied präsentieren. Norbert Röttgen beeilte sich am Morgen, über Twitter mitzuteilen, dass er demnächst eine Frau an seiner Seite bekanntgeben werde, und Friedrich Merz sagte, er wolle "auf jeden Fall eine Generalsekretärin" berufen, falls er gewählt würde.

Armin Laschet entschuldigte den Frauenmangel in seinem Team mit den Worten, es gehe ja jetzt zunächst nur um den Posten des Vorsitzenden. Außerdem, so Laschet, habe die CDU sich bei der Frauenförderung keine Vorwürfe zu machen: erste alleinige Parteivorsitzende, erste Kanzlerin, erste EU-Kommissionspräsidentin.

"Wir erleben gerade ein Wettrennen", so ZDF-Hauptstadtkorrespondent Florian Neuhann zum aktuellen Ringen um den CDU-Vorsitz. Armin Laschet und Jens Spahn scheinen dabei ein Team zu bilden.

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Diesmal geht's beim Parteitag um Ganze

Der Showdown am 25. April wird die CDU wohl vor die größte Zerreißprobe stellen. Jens Spahn betonte, wie sehr er mit der Formulierung "schwierigste Situation in der Geschichte der CDU" gerungen habe, bevor es sie aussprach. Und tatsächlich haben alle Kandidaten viel zu verlieren.

Für Merz wäre eine Niederlage wohl das Ende aller politischen Träume, Armin Laschet müsste als Gescheiterter zurück nach NRW und Norbert Röttgen wäre die Wiederauferstehung auch nicht gelungen. Der größte Schaden aber droht der CDU. Zwar haben alle gegenüber der Noch-Parteivorsitzenden Kramp-Karrenbauer versichert, hinterher loyal zu sein, was solche Worte aber wert sind, konnte die CDU nach der knappen Wahl beim letzten Mal leidvoll mitansehen.

Alle aktuellen Entwicklungen zu den Kandidaten um den CDU-Vorsitz im Liveblog:

Friedrich Merz

Rennen um CDU-Vorsitz - Werteunion: "CDU vor Richtungsentscheidung"

Die CDU steht nach den Worten der konservativen Werteunion vor einer "schicksalhaften Richtungsentscheidung". Merz stehe für "Aufbruch", Laschet für "Weiter so". Im Liveblog:

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