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K-Frage der Union bei Lanz - Söder oder Laschet? Vor allem mehr Demut!

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"Lusche" oder "Opportunist" - die Art des K-Kandidaten-Duells zwischen Söder und Laschet verprellt schon jetzt, finden Beobacher bei "Lanz". CDU/CSU-Mitglieder widersprechen.

Über Markus Söders Bewerbung um die Kanzlerkandidatur der Union und die Gründe des ausgefallenen Corona-Gipfels von Bund und Ländern

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Am Sonntag verkündete CSU-Chef Markus Söder, er stehe für die Kandidatur zur Verfügung, wenn er auch aus der CDU breiten Rückhalt erhalte.

Dass sich CDU-Präsidium und CDU-Vorstand am Montag hinter Armin Laschet positionierten, war für die Runde bei "Markus Lanz" eigentlich ein deutliches Signal, dass der CSU-Politiker seine Kandidatur zurückziehen und Laschet den Vortritt lassen würde.

Das Festhalten Söders an der Kandidatur und die Berufung auf Umfragewerte überraschte politische Beobachter wie langjährige Unionsmitglieder gleichermaßen.

"Keiner von beiden lässt erkennen, dass er zurückziehen wird", so ZDF-Korrespondent Thomas Reichart.

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Gemeinsame Entscheidung bis Ende der Woche

CSU-Generalsekretär Markus Blume und der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter wollten am Dienstagabend nach der Fraktionssitzung der Unionsparteien von Spaltung nichts wissen.

Man habe zwei herausragende Kandidaten, waren sich die Unionspolitiker einig, und erwarte bis zum Ende der Woche eine gemeinsame Entscheidung. Blume betonte, dass Umfragewerte am Ende der Ära Merkel für den Unionskandidaten auch eine Rolle spielen müssten.

Natürlich gäbe es einen einfachen Weg zu sagen, es spielt keine Rolle. Aber natürlich spielt es eine Rolle, weil wir am 26. September die Bundestagswahl für uns entscheiden wollen.
Markus Blume, CSU-Generalsekretär, mit Blick auf Umfrageerfolge von Markus Söder

Den besten Vorschlag für das Kanzleramt sahen beide Politiker in ihrem jeweiligen Parteivorsitzenden, bestätigten aber, den finalen Kandidaten geschlossen zu unterstützen.

Söder als jemand, der Feuer unter dem Hintern mache und Laschet als Versöhner, wie Welt-Journalist Robin Alexander das Potenzial des jeweils anderen zusammenfasste.

Lernfähig oder Fähnchen im Wind?

Welchen "Söder" die CSU hier aufgestellt habe, wollte hingegen RND-Journalistin Eva Quadbeck wissen. Die Äußerungen zur Flüchtlingspolitik 2018, wo der Bayer unter anderem den Begriff "Asyltourismus" prägte und sich als Gegenpol zu Angela Merkel positionierte, seien nicht vergessen.

Auch Seitenhiebe Kiesewetters etwa zu Söders Alleingang bei der Impfstoffbestellung von Sputnik V zeichneten ein ambivalentes Bild des Politikers in den letzten Jahren.

Auch der ehemalige Stern-Chefredakteur Heiner Bremer hinterfragte die Glaubwürdigkeit des CSU-Chefs, da dieser Angela Merkels Politik immer bekämpft habe und zuletzt am vergangenen Dienstag bei "Markus Lanz" erklärte, wer die Stimmen der Kanzlerin haben wolle, müsse ihre Politik machen.

Markus Blume hingegen bescheinigte Söder Lernfähigkeit und gab zu, dass man im Wahlkampf 2018 Fehler gemacht habe.

Markus Söder war einmal der unbeliebteste aller 16. Ministerpräsidenten. Er wurde erst als ‚Corona-Knappe‘ der Bundeskanzlerin beliebt.
Robin Alexander, Journalist

Robin Alexanders Vorwurf, man wisse bei Söders Meinungsänderungen nie, wie seine Politik in zwei Jahren aussehe, wies der CSU-Generalsekretär zurück.

Machtkampf in der Union verprellt Wähler

Heiner Bremer hingegen riet der CSU zu mehr Demut. Mit ihrem Vorgehen verprelle die Union jeden Wähler und treibe sie wie bei der letzten Landtagswahl in Bayern zu den Grünen.

Wir erleben wieder den alten Söder und eine alte CSU, die sich maßlos überschätzt, weil die andere, die größere Partei gerade ein Umfragetief hat.
Heiner Bremer, Journalist

Einer der beiden Kandidaten müsse einknicken. Für Bremer könne das unter keinen Umständen Armin Laschet sein, da kein CDU-Anhänger dann mehr den Respekt hätte, die Union zu wählen.

Auch Robin Alexander bescheinigte, was die Wähler aus der Fraktionssitzung mitnehmen würden, sei, dass der eine Kandidat als Lusche, der andere als Opportunist hingestellt würde. So könne man den Gewinner der Entscheidung in einem Monat schlecht als gemeinsamen Wunschkandidaten von CDU und CSU hinstellen.

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