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Spitzenkandidaten fehlen noch - Laschet, Baerbock, Scholz - und sonst so?

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Die K-Frage ist geklärt: Drei Kandidaten bewerben sich um das Kanzleramt. Aber was ist mit FDP, Linken und der AfD? Ein Überblick.

Berlin: Das Kanzleramt spiegelt sich in einer Pfütze.
Laschet, Baerbock oder Scholz? Wer wird ins Kanzleramt einziehen?
Quelle: dpa

Nun sind sie alle beantwortet, die K-Fragen dieser Republik. Auf sehr unterschiedliche Weise: SPD und Grüne haben das geräuschlos und einvernehmlich hinbekommen, die Union hat sich im bei der Festlegung ihres Kanzlerkandidaten fast in zwei Teile zerlegt.

Wer glaubt, dass nach dem Showdown bei CDU und CSU die Personaldiskussionen ganz verstummen, der täuscht sich. Das Kandidatenkarussell dreht sich weiter. Ein Überblick über den Stand der personellen Vorbereitungen für die Bundestagswahl.

Wer darf Kanzlerkandidaten aufstellen?

Dafür gibt es keine Regeln. Jeder Partei steht das frei. Die entscheidende Frage ist nur: Ab welchem Stand in den Umfragen hat man realistische Erfolgschancen? Oder andersherum: Ab wann läuft man Gefahr, sich zum Gespött der Konkurrenz und der Wählerschaft zu machen? Letzteres ist 2002 der FDP und Guido Westerwelle passiert, dem ersten Kanzlerkandidaten jenseits von Union und SPD. Er landete schließlich bei 7,4 Prozent - statt der angepeilten 18.

Was ist mit den Grünen?

Die Grünen und ihre designierte Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock können da auf ein stabileres Fundament bauen. Sie liegen seit Ende 2018 in den Umfragen zuverlässig auf Platz zwei hinter der Union und vor der SPD.

Politbarometer 16.04.2021: Projektion Wahl
Politbarometer vom 16. April
Quelle: ZDF

Baerbock hat ihre Wahlkampagne bereits unmittelbar nach der Nominierung am Montag mit einer Interviewserie begonnen. Trotzdem muss sie formal noch auf einem Parteitag vom 11. bis 13. Juni bestätigt werden. Eine große Mehrheit ist ihr da aber sicher.

Was wollen Scholz und die SPD?

Die Sozialdemokraten haben bereits seit August vergangenen Jahres einen Kanzlerkandidaten. Damals wurde Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz einstimmig von Vorstand und Präsidium nominiert. Ein Parteitagsvotum war danach nicht mehr erforderlich.

Scholz hat als Ziel ausgegeben, mehr als 20 Prozent bei der Wahl zu holen. Für eine Partei, die auch schon mit mehr als 40 Prozent den Kanzler stellte, ein eher bescheidenes Ziel. In den Umfragen lag die SPD allerdings zuletzt kurz nach der letzten Bundestagswahl Anfang 2018 über 20 Prozent.

Wie weiter in der Union?

Die Union muss sich nun erst einmal von dem Schock des erbitterten Machtkampfs zwischen den Parteichefs Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) erholen. Die Entscheidungsfindung mit einer Kampfabstimmung im CDU-Vorstand hat es so noch nie gegeben. Die CSU hat das Votum anerkannt, Parteitage müssen Laschet jetzt nicht mehr formal als Kanzlerkandidaten bestätigen. Zum Glück, dürfte sich so mancher in der Union denken.

Nach zähem Ringen hat Armin Laschet die K-Frage in der Union für sich entschieden. Nach dem Machtkampf gilt es jetzt, schnell Geschlossenheit der Schwesterparteien herzustellen.

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Was ist mit den anderen Spitzenkandidaten?

Wer keinen Kanzlerkandidaten aufstellen möchte, geht trotzdem mit mindestens einem Spitzenkandidaten in die Bundestagswahl. Bei der Linken waren es sogar schon mal acht. Die Spitzenkandidaten sind DIE Gesichter ihrer Partei im Wahlkampf.

Ein bestimmter Posten nach der Wahl ist mit dieser Funktion aber nicht automatisch verbunden. Allerdings hat ein Spitzenkandidat beste Chancen, bei einem Einzug seiner Partei in den Bundestag Fraktionschef oder bei einer Regierungsbeteiligung Minister zu werden.

Wen stellt die FDP?

Am leichtesten hat es derzeit wohl die FDP. Parteichef Christian Lindner, der darüber hinaus auch Chef der Bundestagsfraktion ist, macht es quasi automatisch. Er gilt als unangefochten in der Partei. Möglicherweise wird es aber noch irgendeine Form der Bestätigung auf dem Parteitag im Mai geben.

Wann äußert sich die Linke?

Die Linke will ihre Spitzenkandidatur voraussichtlich in der ersten Mai-Woche klären. Denkbar wären die Parteivorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler oder auch die Fraktionschefs Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch. Es dürfte diesmal geräuschloser geklärt werden als bei früheren Wahlen. Der Parteivorstand trifft die Entscheidung, ein Parteitagsbeschluss ist nicht geplant.

Wie geht die AfD vor?

Am basisdemokratischsten geht die AfD vor. Sie lässt die Mitglieder über die Spitzenkandidaten entscheiden. Zwei sollen es werden. Der Parteivorsitzende Tino Chrupalla gilt praktisch als gesetzt. Da Chrupalla aus Sachsen kommt und die Unterstützung der Rechtsaußen-Strömung um den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke genießt, wird erwartet, dass ihm jemand aus dem Westen zur Seite gestellt wird, der eher dem Lager des zweiten Parteivorsitzenden Jörg Meuthen nahe steht. Im Gespräch sind unter anderem die Bundestagsabgeordneten Rüdiger Lucassen und Joana Cotar. Doch entschieden ist noch nichts, nur dass sich die potenziellen Spitzenkandidaten paarweise bewerben müssen.

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