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Katholische Kirche : Kardinäle beraten über Reformen im Vatikan

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Erstmals seit 2014 treffen sich die Kardinäle zu einer Vollversammlung. Beobachter sehen darin eine Art "Vorkonklave" und das Ende des Pontifikats von Franziskus nahen.

Papst Franziskus bei Treffen mit Kardinälen im Vatikan
Papst Franziskus bei der zweitägigen Vollversammlung mit knapp 200 Kardinälen im Vatikan.
Quelle: reuters

Eigentlich sollte das Kardinalskollegium als eine Art "Senat der Kirche" den Papst bei wichtigen Entscheidungen beraten. Doch Franziskus hatte zuletzt im Februar 2014 alle Kardinäle zu Beratungen in den Vatikan gerufen. Damals ging es um das Thema "Ehe und Familie".

Seitdem nahm er zwar mehrfach neue Kardinäle in das Gremium auf, doch es blieb bei liturgischen Zeremonien. Deshalb kochten die Spekulationen hoch, als der Papst im Mai eine zweitägige Kardinalsversammlung für Ende August einberief. Thema ist offiziell die Reform der Römischen Kurie.

Bei der Versammlung des Papstes mit den rund 200 Kardinälen geht es um mögliche Reformen.

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Kritik an Teilen der Kurienreform

Neun Jahre lang hatte der Papst mit rund einem Dutzend Kardinälen darüber beraten, wie die römische Zentralverwaltung der katholischen Kirche verschlankt und professionalisiert werden kann. Im März wurde die neue Kurienordnung veröffentlicht, Anfang Juni trat sie in Kraft.

Franziskus will jetzt von den Kardinälen hören, wie sie darüber denken. Die Zahl der Ministerien wurde reduziert. Neu ist, dass künftig auch Laien Chefs der "Dikasterien" werden können.

Prominente Kardinäle wie der Leiter der für Bischofsernennungen zuständigen Behörde, Marc Quellet, und der ehemalige Ökumeneminister Walter Kasper sehen diese Neuerung kritisch. Denn dieser Schritt bedeutet, dass das Leitungsamt vom Weiheamt getrennt wird. Beide waren bisher auf vatikanischer Ebene vereint.

Diese Trennung könnte auch Auswirkungen auf andere kirchliche Sphären haben, etwa die Bistümer oder Pfarreien. Deshalb geht es an dieser Stelle um mehr als nur die Frage, wie im Vatikan das Organigramm gestaltet ist.

Spekulationen über Neuregelungen für Konklave

Offiziell stehen bei den Beratungen nur die Kurienreform und ein Ausblick auf das Heilige Jahr 2025 auf dem Programm. Im Vorfeld des Treffens wurde darüber spekuliert, ob Franziskus den Kardinälen einen Text mit Regelungen für einen Papstrücktritt und Neuerungen für ein künftiges Konklave vorlegen wird. Doch dafür gab es bis zuletzt keine Bestätigung.

Viele Kardinäle sehen hier Handlungsbedarf. Experten sehen das Vorgehen bei Benedikt XVI. als nicht gelungen an. Sie plädieren dafür, dass der Zurückgetretene sich nicht "emeritierter Papst" nennt, sondern lediglich "emeritierter Bischof von Rom". Auch soll er das weiße Gewand ablegen. Damit solle deutlicher zum Ausdruck kommen, dass es keine zwei Päpste gibt.

Auch die Konklaveordnung, die in ihren wesentlichen Teilen aus dem Jahr 1996 stammt, braucht dringend eine Überarbeitung.

[Mehr Hintergründiges und Interessantes aus dem Vatikan lesen Sie im Vatikan-Blog "Papstgeflüster"].

Kardinäle in Rom - Beobachter sehen "Vorkonklave"

Jenseits der Spekulationen über den Inhalt der Beratungen ist es für die Kardinäle wichtig, dass es überhaupt einmal wieder ein solches Treffen gibt. In seinem Pontifikat hat Franziskus rund 70 Kardinäle ernannt, die an einem Konklave teilnehmen würden. Doch sie hatten bisher keine Gelegenheit, sich kennenzulernen.

Deshalb sind neben den offiziellen Beratungen die Pausen entscheidend, in denen die Kardinäle sich über Themen austauschen können, die weit über die Tagesordnung hinausgehen. Viele waren bereits am Samstag angereist, um bei der Aufnahme von 20 neuen Purpurträgern ins Kollegium dabei zu sein.

So bleibt in diesen späten Augusttagen viel Zeit, um über die Herausforderungen der katholischen Kirche zu beraten. Deshalb sprechen Beobachter von einer Art Vorkonklave, das in diesen Tagen in Rom stattfindet.

Papst Franziskus: Knieprobleme, aber nicht amtsmüde

Dass Franziskus bei dieser Gelegenheit seinen Rücktritt ankündigt, wie im Vorfeld spekuliert wurde, ist unwahrscheinlich. Seinen Kurztrip gestern nach L'Aquila ans Grab von Papst Coelestin V., der 1294 als erster Papst freiwillig zurücktrat, nutzte er, um für sein Thema Barmherzigkeit zu werben, nicht um seinen eigenen Rücktritt anzukündigen.

Trotz seiner Knieprobleme scheint er noch lange nicht amtsmüde zu sein.

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