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Umstrittener FDP-Politiker - Kemmerich lässt Bundesamt ruhen

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Mit dem Auftritt bei einer Anti-Corona-Demonstration hat Thüringens FDP-Chef Kemmerich erneut bundesweit für Wirbel gesorgt. Nun lässt er sein Mandat im FDP-Bundesvorstand ruhen.

Für seinen Auftritt erntete Thomas Kemmerich harte Kritik. Archiv
Für seinen Auftritt erntete Thomas Kemmerich harte Kritik. Archiv
Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Nach dem umstrittenen Auftritt bei einer Anti-Corona-Demonstration lässt Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich seine Funktion im Bundesvorstand der Liberalen vorerst ruhen. Das teilte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, nach einer Sondersitzung des FDP-Bundesvorstandes mit.

Kemmerich habe der FDP "schweren Schaden" zugefügt, sagte Buschmann.

Kemmerich: Beteiligung war Fehler

Seine Beteiligung an einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen am Samstag in Gera sei ein "Fehler" gewesen, erklärte Kemmerich in der Beratung des FDP-Bundesvorstands. Er übe sein Mandat im Bundesvorstand deshalb vorerst bis zum Jahresende nicht mehr aus, zudem wolle er eine Entscheidung über seine politische Zukunft in der Partei treffen.

Seine Beteiligung an der umstrittenen Kundgebung habe den politischen Gegnern der FDP die Möglichkeit geboten, die berechtigten Anliegen einer kritischen Prüfung der aktuellen Regierungspolitik "zu denunzieren und zu diffamieren".

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Er wolle die Arbeit im Bundesvorstand "nicht belasten und mir zudem klar werden, welche Rolle ich künftig in der Partei noch ausfüllen kann und will", erklärte Kemmerich. "Alles andere entscheiden die Freien Demokraten in Thüringen in eigener Verantwortung, ohne dass es dazu unerbetener Ratschläge von außen bedarf", fügte der Thüringer FDP-Chef hinzu.

Rückzugs-Entscheidung freiwillig

Die Beratung des Parteivorstands mit FDP-Chef Christian Lindner war kurzfristig anberaumt worden. Dort habe der Thüringer von sich aus die Entscheidung zum Rückzug bekannt gegeben, hieß es aus Parteikreisen.

In der Runde sei Kemmerich scharf kritisiert worden: Ihm sei vorgeworfen worden, der Partei "schweren Schaden" zugefügt zu haben. Er habe Zweifel an der politischen Verortung der Liberalen aufkommen lassen und dadurch auch "persönliche Verletzungen" im Vorstand hinterlassen.

An Spaziergang gegen Corona beteiligt

Kemmerich hatte sich am Wochenende an einem so genannten Spaziergang gegen übermäßige Corona-Auflagen beteiligt, an dem Berichten zufolge auch AfD-Vertreter mit dabei waren. Als

Kemmerich war Anfang Februar im Thüringer Landtag mit Stimmen auch von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten gewählt worden, was eine Welle der Empörung auslöst hatte. Er trat kurz darauf wieder zurück. Anfang März wurde dann Ramelow erneut zum Regierungschef gewählt.

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