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Khashoggi-Mord: 20 Verdächtige angeklagt

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Istanbul - Khashoggi-Mord: 20 Verdächtige angeklagt

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Saudi-Arabien bestreitet, den Mord an dem Journalisten Khashoggi in Istanbul geplant zu haben. Die türkische Justiz sieht das anders und erhebt Anklage.

Der saudische Journalist Jamal Khashoggi. Archivbild
Der saudische Journalist Jamal Khashoggi. Archivbild
Quelle: Hasan Jamali/AP/dpa

Rund anderthalb Jahre nach dem Mord an dem saudischen Regimekritiker und Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul ist in der Türkei Anklage gegen 20 Verdächtige erhoben worden. Hauptangeklagte sind zwei ehemalige Berater des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, wie die Istanbuler Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Vorwurf: Anstiftung zum Mord unter Folter

"Mohammed bin Salman – Kronprinz mit zwei Gesichtern": Nahaufnahme von Mohammed bin Salman. Er sitzt an einem Tisch mit Mikrofon, hinter ihm befindet sich eine saudi-arabische Flagge.
Verdächtigt: Mohammed bin Salman ist seit 2015 Kronprinz Saudi-Arabiens und damit Regierungschef Saudi-Arabiens.
Quelle: ZDF/Xavier Liberman

Saud bin Abdullah al-Kahtani und Ahmed al-Asiri werde vorgeworfen, die 18 übrigen Angeklagten zu vorsätzlichem Mord unter Folter angestiftet zu haben. Für alle 20 Verdächtigen seien Fahndungsaufrufe über Interpol erlassen worden, zudem werde ein Auslieferungsantrag vorbereitet. Ein Prozesstermin wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Ein Sonderkommando aus Riad hatte Khashoggi am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul brutal getötet, als er Papiere für seine geplante Hochzeit abholen wollte. Sein Leichnam wurde zerstückelt. Die saudische Regierung hat den Mord eingeräumt.


Kronprinz bin Salman, der faktische Herrscher in Saudi-Arabien, bestritt aber, die Tötung selbst angeordnet zu haben. Die UN-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard war dagegen zu dem Schluss gekommen, dass es glaubwürdige Hinweise auf eine mögliche persönliche Verantwortung des Kronprinzen gebe. Der in Istanbul als einer der Hauptverdächtigen aufgeführte Al-Kahtani gilt als enger Vertrauter bin Salmans und war zuständig für Medienangelegenheiten am saudischen Königshof. Er wurde in der Nacht entlassen, in der Riad den Tod Khashoggis eingeräumt hatte.


Staatsanwalt: Mit allen Details geplant

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Saudi-Arabien wurde er zwar befragt, mangels Beweisen für eine mögliche Verwicklung dort aber nicht angeklagt. Der zweite Hauptangeklagte Al-Asiri war ehemaliger Vizechef des Geheimdienstes in Saudi-Arabien. In der türkischen Anklage ist zudem ein saudischer Gerichtsmediziner aufgeführt, der Khashoggis Leiche zerstückelt haben soll.

Der türkische Staatsanwalt kommt zu dem Schluss, dass von Anfang an geplant gewesen sei, Khashoggi zu ermorden, sollte er nicht einwilligen, nach Saudi-Arabien gebracht zu werden. Man habe die Tat "mit allen Details geplant". Er widerspricht damit der saudischen Darstellung, wonach es zunächst keine Absichten zum Mord gab. Ein Gericht in Saudi-Arabien hatte im Dezember fünf Männer im Fall Khashoggi zum Tode verurteilt. Drei weitere Angeklagte erhielten Haftstrafen von insgesamt 24 Jahren.

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