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Kinder und Corona - Sehnsucht nach Oma und Pyjamaparty

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Die Weihnachtsansprache ist dem Bundespräsidenten vorbehalten, die zum neuen Jahr der Bundeskanzlerin. "Berlin direkt" sendet heute vorab eine etwas andere Ansprache.

Wie würde eine Weihnachtsansprache klingen, wenn sie statt vom Bundespräsidenten von Kindern vorgetragen würde? Eines steht fest: ganz anders!

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Es ist wieder eine dieser Fragen. "Winnie, kann mein Haustier Corona bekommen?", fragt mich ein Schüler der fünften Klasse, als ich die Paul-und-Charlotte-Kniese-Gemeinschaftsschule in Berlin besuche. Was soll ich sagen? Ich bin eigentlich in dieser Klasse, um mit ihnen über meinen Beruf zu sprechen, warum Medien manchmal Fehler machen und wie man Fake News erkennt. Und doch kommen in diesen Monaten immer auch viele Fragen zu Corona.

Fragen über Fragen

Meistens beginnt es damit, dass einer der Schülerinnen und Schüler fragt, wie das Arbeiten mit Corona im ZDF ist und wenn ich dann zurückfrage, was Corona für Auswirkungen auf ihr Leben hat, dann sprudeln die Antworten nur so:

"Ich wäre gerne in den Ferien an die Ostsee gefahren, aber das ging nicht."

"Ich würde gerne Oma häufiger besuchen."

"Ich finde es doof, wenn wir für dieses Schuljahr Noten bekommen."

"Wann gibt’s wieder Pyjamapartys?" "Warum bekommen wir keine Lüfter und müssen Maske tragen?"

Und dann stehe ich in der Klasse, schaue die Lehrerinnen und Lehrer an, die mal amüsiert und mal erschrocken gucken, welche Fragen in den Kindern stecken, und ich denke, dass Politiker sich manchmal so fühlen müssen. Verantwortlich für Antworten und doch hilflos.

Auch in der Pandemie bleibt Bildung ein hohes Gut – und Schulen daher geöffnet. Das RKI empfiehlt Wechselunterricht. Um den einzufordern, demonstrieren Schüler aus Frankfurt.

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Corona prägt die Kinder

Und immer, wenn ich nach solchen Schulbesuchen wieder zurück ins Regierungsviertel in das ZDF-Hauptstadtstudio fahre, denke ich darüber nach, wie das ist, wenn man erst zehn oder elf Jahre alt ist - und davon war ein ganzes Jahr Corona?

Monatelang haben wir über den Streit von Virologie und Politik berichtet, ob Kinder besonders ansteckend sind oder nicht. "Virenschleuder" hat sie manches Medium genannt. Oder auch "Infektionstreiber". Wir berichten viel über Maßnahmen in der Schule:

Abstand halten, Lüften, Maske tragen; der Bundespräsident mahnt, man solle die nicht vergessen, die ihre Zukunft noch vor sich haben; die Bundeskanzlerin empfiehlt Kniebeugen und Händeklatschen, wenn’s im Klassenraum zu kalt ist.

Mit Kindern reden, statt über sie

Über all das fertigen wir unsere Nachrichtenbeiträge. Aber berichten wir vielleicht zu viel über Kinder und Jugendliche und fragen sie selbst zu wenig, was sie sich wünschen, was sie von der Pandemie halten und vor allem, wie sie sie aushalten?

Es ist für uns Journalistinnen und Journalisten nicht immer ganz leicht, unsere Fragen direkt denen zu stellen, die sie angehen. Wer an einer Schule mit einem Kamerateam aufschlagen und Schülerinnen und Schülern Fragen stellen möchte, der muss sich die Genehmigung der Eltern und der Schule einholen – was richtig ist, weil Schule ein geschützter Raum bleiben muss. Aber deshalb gelingt es eben auch nicht immer, die Betroffenen von Maßnahmen selbst zu fragen, zumal wenn es wie bei uns in Berlin immer schnell gehen muss.

Wegen Coronafällen hat Schulleiter Frommeyer seine Schüler an einem Hannoveraner Gymnasium in das sogenannte Distanzlernen geschickt. Denn es lässt sich kaum feststellen, wer als Kontaktperson von infizierten Schülern eigentlich in Quarantäne müsste.

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Weihnachtsansprache mal anders

Deshalb haben wir uns entschlossen, dieses Jahr anders zu beenden als sonst. Der letzte Beitrag in unserer letzten Sendung "Berlin direkt" wird ganz allein von Schülerinnen und Schülern bestritten, alle zwischen 10 und 15 Jahren alt.

Sie haben sich in einer Schulstunde hingesetzt und haben eine Rede geschrieben – so wie es der Bundespräsident zu Weihnachten oder die Bundeskanzlerin zu Silvester immer tun: Mit einem Blick zurück, wie das Jahr 2020 war und mit vielen Wünschen, wie die Zukunft aussehen soll.

Unverblümt und undiplomatisch könnte man ihre Ansprache nennen, wenn man sie analysieren würde wie eine Politikeransprache. Oder einfach: ziemlich ehrlich.

Ein Stuhl steht in einem Klassenzimmer einer Schule auf einem Tisch

Unterricht und Betreuung - Was der Shutdown für Schule und Kita bedeutet 

Der Corona-Shutdown betrifft auch Schulen und Kitas. In jedem Bundesland gelten jedoch eigene Regeln. Von Notbetreuung bis Abschlussklassen - diese Details sind bereits bekannt.

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