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Wenn die Basis selbst aktiv wird

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Kirche im Corona-Modus - Wenn die Basis selbst aktiv wird

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Im kirchlichen Leben hat Corona wie ein Brennglas Defizite und Positives sichtbar gemacht. Eine Frage drängt sich zur Bischofskonferenz auf: Haben die Kirchen in der Krise versagt?

Archiv: Ein Mitglied der deutschen Bischofskonferenz hat seine Hände zum Gebet gefaltet.
Archiv: Ein Mitglied der deutschen Bischofskonferenz hat seine Hände zum Gebet gefaltet.
Quelle: dpa

Keine öffentlichen Gottesdienste an Ostern. Kinder-, Familien- und Seniorengruppen, die sich nicht mehr treffen dürfen. So eine Situation wie nach dem Lockdown Mitte März soll sich auch in der katholischen Kirche nicht wiederholen. Darin sind sich die Gläubigen, Priester und Bischöfe einig.

Den Vorwurf, wie ihn etwa die ehemalige thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) wiederholt formuliert hat, die Kirchen hätten in der Corona-Krise versagt, weil sie etwa Sterbende allein gelassen hätten, weisen die Kirchenoberen zurück.

Gottesdienste werden weiter online gestreamt

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, verteidigte jüngst das Vorgehen, zu Beginn der Krise die öffentlichen Gottesdienstfeiern einzustellen. Es sei auch eine Frage der Sicherheit gewesen. Zugleich würdigte er die kreativen Ideen, die in den Gemeinden im Bereich der Sozialarbeit aber in Bezug auf Gottesdienste entstanden sind.

Viele Kirchengemeinden übertragen ihre Gottesdienste als Livestreams im Internet. Das soll den Menschen helfen, sich in Zeiten von Corona nicht allein zu fühlen.

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Viele Gemeinden streamen ihre Feiern im Internet und haben diesen Dienst auch dann nicht eingestellt, als im Mai wieder Präsenzgottesdienste möglich waren. Auch im kirchlichen Bereich hat die Pandemie zu einem Digitalisierungsschub geführt. Gebete und Treffen werden wie im Berufsleben über das Internet organisiert.

Die Kirche passt sich an - auch ohne Weisung von oben

Manche Seelsorger gehen eher traditionelle Wege. So auch Pfarrer Andreas Fuchs in Hadamar, einer Gemeinde im Bistum Limburg. Er saß über Wochen zwei Stunden am Tag vor seiner Kirche und führte Gespräche mit Passanten, die mit gebührendem Abstand auf einem freien Stuhl neben ihm Platz nehmen konnten.

Das ist eines von vielen neuen Angeboten, die in die Richtung weisen, die sich die katholische Kirche in Deutschland seit vielen Jahren auf die Fahnen geschrieben hat und die Papst Franziskus stets predigt.

 

Die Kirche muss hinaus zu den Menschen gehen und nicht warten, bis die in die Kirche kommen.
Papst Franziskus

An vielen Stellen hat das die kirchliche Basis selbst in die Hand genommen - und nicht lange auf Vorgaben und Vorschläge von Seiten der Bischöfe oder gar des Vatikans gewartet. Die sozialen Dienste wurden an die neue Situation angepasst oder Solidaritätsaktionen für alte und beeinträchtige Menschen neu ins Leben gerufen.

Neue Formen der Gottesdienste wurden ausprobiert. So ist das Selbstbewusstsein an der untersten kirchlichen Ebene erneut gewachsen. Entsprechend hat die Pandemie den Wunsch der Basis nach Reformen verstärkt. Sie fordern mehr Befugnisse für Laien, Männer und Frauen.

Sorge um Aufwärtstrend bei Kirchenaustritten bleibt

Allerdings sind die Verantwortlichen in den Gemeinden teilweise auch auf Tauchstation gegangen, entweder aus Bequemlichkeit oder weil sie sich mit der Situation überfordert fühlten. So wirkte Corona auch im Negativen wie ein Beschleuniger.

In vielen Gemeinden sind nach dem Ende des Lockdowns weniger Menschen zurück in die Kirchen gekommen, als zuvor da waren. Sie nutzen weiter die geistlichen Angebote in den sozialen Medien. Längst wird die Sorge laut, Corona könnte den Abwärtstrend bei Gottesdienstbesuchern und den Aufwärtstrend bei den Kirchenaustritten beschleunigen.

Der Umgang mit den Missbrauchsfällen, die Kirche in Zeiten der Corona-Krise und die Frage, ob Frauen für Weiheämter zugelassen werden sollen. Das sind die drei Hauptthemen der Bischofskonferenz in Fulda.

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Bischofskonferenz muss Antwort finden

Wenn die katholischen Bischöfe ab heute zu ihrer Herbstvollversammlung zusammenkommen, besteht viel Gesprächsbedarf. Neben den Fragen nach notwendigen Reformen in der Folge des Missbrauchsskandals und der lange fälligen Neuregelung der Anerkennung des erfahrenen Leids für die Betroffenen wird es auch um die Konsequenzen aus der Corona-Pandemie für das kirchliche Leben gehen.

Die Krise hat Fragen nach dem Sinn von Leben und Tod, nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt neu ins Zentrum gerückt. In den Medien waren die Kirchen in den vergangenen Monaten wenig präsent, wenn es um diese Themen ging. Warum, darauf müssen die Bischöfe diese Woche in Fulda auch eine Antwort finden.

Wachsoldat der Schweizer Garde am Petersdom im Vatikan

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