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Kirchensteuer in Deutschland - Evangelische Kirche erwägt Steuersenkung

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Der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland zieht eine Senkung der Kirchensteuer für Mitglieder mit niedrigem Einkommen, wie zum Beispiel Berufsanfänger, in Betracht.

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hält im Berliner Dom die Osterpredigt in 2018. (Archiv)
Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hält die Osterpredigt 2018 in Berlin. (Archiv)
Quelle: dpa

Bestimmte Gruppen könnten bald eine niedrigere Kirchensteuer zahlen, das erwägt zumindest die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). "Wir diskutieren darüber, ob es vernünftig ist, für die Gruppe der Berufseinsteiger mit der Kirchensteuer eventuell noch zu warten oder sie zu reduzieren", sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm der "Welt".

Auch erwäge man, "generell flexibler zu sein, bei der Kirchensteuer Rücksicht auf bestimmte Lebenssituationen zu nehmen, die das Kirchenrecht bisher nicht vorsieht, die menschlich aber nachvollziehbar sind".

Steuereinnahmen in Milliardenhöhe

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben 2019 so viel Kirchensteuer erhalten wie nie, 12,7 Milliarden Euro. Davon erhielt die katholische Kirche 6,76 Milliarden und die evangelische 5,95 Milliarden Euro. Fachleute machten dafür vor allem die gute Konjunktur verantwortlich.

Für das laufende Jahr rechnen beide Kirchen mit starken Einbrüchen aufgrund der durch das Coronavirus verursachten Wirtschaftskrise. Zusätzlich sind in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Menschen aus der Kirche ausgetreten. Bei den Katholiken waren es 272.771, bei den Protestanten 270.000 Menschen.

Die Gottesdienste der katholischen und evangelischen Kirche fanden auch zu Pfingsten unter strengen Auflagen statt. Auch neben diesen Einschränkungen leidet die Kirche unter Corona.

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Steuern als wichtigste Einnahmequelle

In Deutschland ist die Kirchensteuer eine gesetzlich festgelegte Abgabe der Kirchenmitglieder. Ihre Höhe orientiert sich am Lohn oder Einkommen. Die Finanzämter ziehen das Geld ein und geben es an die Kirchen weiter. Dafür erhält der Staat etwa drei Prozent des Steuereinkommens.

Die Kirchensteuer ist die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Kirchen. Die Kirchen finanzieren aus den Einnahmen vor allem die laufenden Kosten für ihr Personal in Seelsorge, Schulen und sozialen Einrichtungen. Beide Kirchen verloren 2019 so viele Mitglieder wie nie zuvor.

Viel Geld zahlt der Staat jährlich an die Kirche – und nein, keine Kirchensteuer! Warum dieses Geld also nicht genau jetzt für Bedürftige einsetzen? Die Kirchen knausern mit zusätzlichen Soforthilfen.

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