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Bertelsmann-Studie - Kitas: Große Defizite in Ost und West

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Trotz des massiven Ausbaus bei Kitas gibt es laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung erhebliche Defizite. Im Westen mangele es an Plätzen, im Osten an Personal.

Kinder rennen in einer Kölner Kindertagesstätte über den Flur.
Kinder in einer Kölner Kita.
Quelle: dpa

In Westdeutschland gibt es trotz eines massiven Ausbaus bei den Kitas offenbar weiterhin zu wenige Plätze für Kinder unter drei Jahren. Und im Osten betreue eine Fachkraft zu viele Kinder, erklärte die Bertelsmann Stiftung anlässlich der Veröffentlichung einer Studie am Dienstag.

Von gleichwertigen Lebensverhältnissen in der frühkindlichen Bildung sei Deutschland nach wie vor weit entfernt. Um dieses "doppelte Ost-West-Gefälle" bei Betreuungsplätzen und Personalschlüssel binnen zehn Jahren weitgehend aufzulösen, würden insbesondere mehr Erzieherinnen und Erzieher benötigt.

Experten: Massiver Mangel an Fachkräften

Eine kindgerechte Personalausstattung und zugleich ausreichend Plätze in allen Kitas seien in diesem Jahrzehnt nicht mehr zu realisieren, hieß es weiter. Dafür fehlten bis 2030 mehr als 230.000 Fachkräfte.

Nach Ansicht der Stiftung besteht aber "die realistische Chance", im Osten den Personalschlüssel an das Westniveau und im Westen die Teilhabe von Kindern unter drei Jahren an das Ostniveau anzugleichen.

Viele Kinder waren fast die gesamte Corona Pandemie kaum in pädagogischen Einrichtungen. Die Isolation der Kinder hinterlässt Spuren.

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Kita-Umfrage bestätigt Personalmangel

Ein ähnliches Bild ergibt sich in der Umfrage des Verbands Bildung und Erziehung (VBE): 80 Prozent der befragten Leiterinnen und Leiter schätzen, dass der Personalschlüssel in ihrer Kita schlechter ausfällt als nach wissenschaftlichen Empfehlungen.

Expertinnen und Experten raten bei unter Dreijährigen zu einer Fachkraft für drei Kinder, bei älteren Jungen und Mädchen bis sechs Jahre zum Verhältnis von eins zu 7,5. Der Personalschlüssel gilt als zentral für Kita-Qualität.

Die Erhebung habe eine teilweise dramatische Unterdeckung beim Personal offengelegt: 40 Prozent der Kitaleitungen gaben laut VBE an, dass sie rechnerisch an mindestens einem Tag pro Woche ihre Aufsichtspflicht in der Kita nicht mehr gemäß gesetzlicher Vorgaben erfüllen können, weil ihnen das Personal fehle.

Kritik an Giffeys "Gute-Kita-Gesetz"

Das "Gute-Kita-Gesetz" habe Erwartungen vielfach nicht erfüllt, bilanzierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. Die Gelder daraus seien von vielen Bundesländern nicht in dringend notwendige Verbesserungen der Kita-Qualität gesteckt worden, sondern in eine Senkung oder Abschaffung der Elternbeiträge. Er sprach von "Etikettenschwindel".

Mit dem Gesetz, das die damalige Familienministerin Franziska Giffey auf den Weg gebracht hatte, stellt der Bund insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Menschen demonstrieren in Berlin für mehr Kitaplätze. Ein Demonstrant hält ein Schild mit der Aufschrift 'Kita für Alle'.

Haushaltsprobleme - Studie: Kommunen enttäuschen beim Kita-Ausbau 

Laut einer Studie bleiben Städte und Gemeinden beim Kita-Ausbau weit hinter den Erwartungen zurück. Grund seien unter anderem Haushaltsprobleme in vielen Kommunen.

VBE und Bertelsmann-Stiftung forderten eine Fachkräfteoffensive und mehr Ausbildungskapazitäten und weitere Anstrengungen beim Fachkraft-Kind-Schlüssel.

"Egal wie gut eine Fachkraft ausgebildet ist: Wenn sie sich um zu viele Kinder kümmern muss, kann sie maximal eine Betreuung gewährleisten", so Anette Stein, die Bildungsexpertin bei der Bertelsmann-Stiftung ist.

Von frühkindlicher Förderung und Bildung könne dann aber keine Rede mehr sein.

Zu wenige Erzieher, zu viele Kinder. Das ist laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung in 74 Prozent der deutschen Kindertagesstätten Realität.

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