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"Letzte Generation" bei "Lanz" : Aktivistin: "Protest durch Dreck gezogen"

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Carla Rochel, Mitglied der "Letzten Generation", kritisiert die öffentliche Debatte um die Protestgruppe. Man werde "durch den Dreck gezogen".

Klimaaktivistin Calra Rochel in der Sendung von Markus Lanz.
Klimaaktivistin Carla Rochel zu Gast bei Markus Lanz.
Quelle: ZDF/Markus Hertrich

Die Aktionen und Klimaproteste der "Letzten Generation" lösen in Deutschland seit Monaten hitzige Debatten aus. Vor allem der Tod einer Radfahrerin in Berlin im Rahmen einer Straßenblockade weckte Emotionen auf allen Seiten. Emotionen, die am Mittwochabend auch bei "Markus Lanz" zu spüren waren. "Ich bin einfach fassungslos, wie die Debatten darüber geführt werden", sagte Carla Rochel.

Weil dieser Unfall instrumentalisiert wird, um unseren Protest durch den Dreck zu ziehen.
Carla Rochel, "Letzte Generation"

Rochel ist eines der Gesichter der Protestgruppe. Am 31. Oktober war eine Radfahrerin in Berlin von einem LKW überfahren und tödlich verletzt worden. Der Vorwurf an die "Letzte Generation": Ihre Aktion am gleichen Tag habe verhindert, dass ein Rüstwagen mit Spezialtechnik rechtzeitig zur Verletzten durchkam.

Über den aktuellen Stand der US-Zwischenwahlen, zur Debatte über die AKW-Laufzeiten, zu zivilem Ungehorsam als Form des politischen Protests sowie zur Strategie der Klimaprotestler

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Ein Abschlussbericht der Berliner Feuerwehr zum Einsatz beim Unfall der Radfahrerin legt verschiedenen Medienberichten zufolge nun dar, dass die Blockade-Aktion der "Letzten Generation" einen Einfluss auf den Rettungseinsatz gehabt haben könnte.

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur äußerte der Sprecher der Berliner Senatsinnenverwaltung, der der Bericht vorliegt: "Der komplexe Sachverhalt muss in Gänze durch die Staatsanwaltschaft im Rahmen der Ermittlungen aufgearbeitet werden." Gleichzeitig warnte er demnach vor voreiligen Schlüssen.

Ist die radikale Form des Protests der sogenannten "Letzten Generation" gerechtfertigt? Aktivistin Carla Rochel und FDP-Politiker Konstantin Kuhle bei ZDFheute live.

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Klima-Aktivistin betont: Achten auf Rettungsgassen

Die Mitglieder der "Letzten Generation" kleben als Protestform etwa ihre Hände auf Straßen fest und behindern so den Verkehr. "Wir lassen eine Rettungsgasse", sagte Rochel, "dafür, dass die Menschen dort durchfahren können, wenn es lebensbedrohlich ist." Staus seien zudem alltäglich auf deutschen Straßen, ergänzte sie. Für Markus Lanz kein schlüssiges Argument. Es sei ein "riesiger Unterschied", ob Menschen auf dem Weg zur Arbeit im Stau stünden, "oder ob man da sitzt, weil man ein politisches Anliegen hat".

Die Straßenblockaden sollen Aufmerksamkeit schaffen für die Anliegen der Aktivisten.

Wir wollen von der Bundesregierung ein Zeichen, dass sie verstanden hat, was diese Klima-Katastrophe bedeutet.
Carla Rochel, "Letzte Generation"

"Das heißt konkret: erste Sicherheitsmaßnahmen", betonte Rochel. "Ein Neun-Euro-Ticket, das fortzuführen, wir hatten es im Sommer, es ist eine Farce, dass das nicht fortgeführt wurde. Und ein Tempolimit auf den deutschen Autobahnen." Dort solle ab sofort generell Tempo 100 gelten, fordert die Protestgruppe.

"Attacken auf Kunst helfen dem Klimaschutz überhaupt nicht", so die Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Bündnis 90/Die Grünen, zu den Protesten der 'Letzten Generation'.

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Grünen-Politiker Trittin: Aktionen "entmutigen" und lassen "resignieren"

Würden diese Bedingungen erfüllt, könnten die Aktionen sofort aufhören, heißt es seitens der "Letzten Generation". Weil die Politik nicht auf die Forderungen von Rochel und ihren Mitstreitern eingehe, müssten sie jedoch weitergehen: "Ich möchte da nicht auf der Straße sein", sagte die 20-Jährige.

Ich wäre so gerne woanders. Ich wäre so gerne in meiner Uni, ich wäre so gerne in meiner WG. Einfach zuhause. Aber ich kann nicht zulassen, dass wir einfach weiter in den Kollaps rasen.
Carla Rochel, "Letzte Generation"

Grünen-Urgestein Jürgen Trittin hörte aufmerksam zu und stimmte mit Rochel in vielen Punkten überein. Er verteidigte die "Letzte Generation" auch gegen Kritik von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Dieser hatte die Gruppe etwa als "Klima-RAF" bezeichnet. "Da geht dann auch jedes Maß verloren", sagte Trittin. Aber:

Mein persönliches Problem mit diesen Aktionen wäre, dass ich sagen würde: Sie dienen nicht dazu, die Veränderungen zu ermutigen und damit zu beschleunigen, sie dienen eher dazu zu entmutigen und zu resignieren.
Jürgen Trittin, Grünen-Politiker

Angriffe auf Kunstwerke oder Straßenblockaden: Ist dies noch eine legitime Form von Protest?

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Rochel: "Stecken 3,7 Milliarden Menschen in Todeszonen"

Der ehemalige Bundesumweltminister gestand ein, dass in der Politik in Sachen Klima vieles zu langsam passiere, betonte aber auch: "Die Behauptung, dass nichts passiert, stimmt nicht". Rochel wies in der Debatte immer wieder auf die akuten Gefahren des Klimawandels hin, mit deutlichen Worten:

"Was mir persönlich wirklich unglaublich Angst macht, ist, dass wir einfach 3,7 Milliarden Menschen in Todeszonen stecken. Zonen rund um den Äquator, wo es zu heiß ist, dass sie dort leben können", sagte sie. Diese Menschen würden entweder fliehen oder - wenn das nicht möglich sei - "dann zwingen wir sie dazu, sich bei lebensbedrohlichen Bedingungen gegenseitig die Köpfe einzuschlagen".

Weltkarte mit dem CO2-Ausstoß der Länder vor einer Windkraftanlage und einem Kohlekraftwerk
Grafiken

ZDFheute-KlimaRadar - Daten zum Klimawandel im Überblick 

Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie viel CO2 haben die Länder seit 1990 eingespart? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute.

von Moritz Zajonz
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