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1,5-Grad-Ziel, Kohleausstieg - Die wichtigsten Ergebnisse der Klimakonferenz

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Nach zwei Wochen intensiver Verhandlungen ist der Klimagipfel in Glasgow zu Ende gegangen. Worauf haben sich die rund 200 Teilnehmer-Länder geeinigt? Ein Überblick.

Blick ins Plenum der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow.
Der Gipfel hat die Staaten der Welt am Samstagabend erstmals dazu aufgefordert, den Ausstieg aus der Kohle einzuleiten.
Quelle: Christoph Soeder/dpa

Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Glasgow liegen auf dem Tisch: Die Delegierten einigten sich auf eine Schlusserklärung zum verstärkten Kampf gegen die Erderwärmung und vereinbarten weitere Umsetzungsregeln zum Pariser Klimaabkommen. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Was ist aus dem 1,5-Grad-Ziel geworden?

Die britische COP-Präsidentschaft war mit dem Ziel angetreten, das Maximalziel des Pariser Klimaabkommens, das 1,5-Grad-Ziel, in Reichweite zu halten. Ist im Pariser Abkommen noch von einer Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei und möglichst 1,5 Grad die Rede, setzte sich in Glasgow nun die strengere Zielvorgabe durch.

Die COP26-Rahmenentscheidung erkennt an, "dass die Auswirkungen des Klimawandels viel geringer sein werden bei einem Temperaturanstieg um 1,5 Grad verglichen mit zwei Grad" und sagt zu, die "Bemühungen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad fortzusetzen".

Zu einer Beschleunigung der Klimaschutzanstrengungen könnte der Aufruf an die Staaten beitragen, ihre nationalen Klimaschutzziele (NDC) schneller auf den Prüfstand zu stellen als bislang geplant - statt bis 2025 bereits bis Ende 2022.

Der internationale Vertrag ist das zentrale Instrument zum Klimaschutz. Der grafische Explainer zeigt wichtige Säulen der Vereinbarung und die aktuelle Situation.

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Kohleausstieg - jetzt doch?

Erstmals in einer COP-Entscheidung werden Kohle und andere fossile Energieträger zum Auslaufmodell erklärt. Im Paris-Abkommen von 2015 waren diese nicht als Haupttreiber des Klimawandels genannt worden.

Allerdings wurden die Formulierungen mehrfach verwässert und schließlich auf Betreiben Chinas und Indiens in letzter Minute weiter abgeschwächt. Statt des Appells an die Staaten, "ihre Bemühungen in Richtung eines Ausstiegs" aus der Kohlenutzung zu beschleunigen, wurde der Aufruf beschlossen, die Staaten sollten die Nutzung von Kohlekraftwerken ohne CO2-Abscheidung "schrittweise verringern".

Die Vorsitzende von B'90/Grünen bewertet die Einigung in Glasgow als nicht ausreichend. Zwar sei die Klimabedrohung damit anerkannt, allerdings müssen konkrete Schritte folgen. Die neue Regierung werde den früheren Ausstieg aus der Kohle durchsetzen.

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Wer bezahlt Klimaschutz und -schäden ?

Streit über schon lange geforderte Hilfen für die Bewältigung bereits eingetretener Klimaschäden verzögerte die Verhandlungen in Glasgow. In der Rahmenentscheidung wird nun zwar anerkannt, dass der Klimawandel immer größere Schäden anrichte und daher verstärkte Maßnahmen wie Finanzhilfen nötig seien.

Die Industrieländer werden zur Unterstützung aufgerufen. Eine Verpflichtung oder auch nur ein Mechanismus für die Einzahlung und Verteilung solcher Gelder gibt es aber weiterhin nicht. Anerkannt wurde hingegen, dass auch die Kosten für die Anpassung an den Klimawandel steigen. Die Industriestaaten wurden daher aufgefordert, ihre Anpassungshilfen für die Entwicklungsländer bis 2025 zu verdoppeln.

Belastet wurden die Verhandlungen über die Klimafinanzierung durch ein gebrochenes Versprechen. Vor den Verhandlungen in Glasgow wurde klar, dass die Industrieländer ihre Zusage nicht eingehalten haben, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar (87,4 Milliarden Euro) für Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel bereitzustellen. In den Konferenzbeschlüssen wird bedauert, dass das Ziel verfehlt wurde. Die Industrieländer werden "dringend" aufgefordert, ihre Zusage von jetzt an und über 2025 hinaus einzuhalten.

Damit konnten die Entwicklungsländer aber nicht festschreiben, dass die Industriestaaten die Fehlbeträge der vergangenen Jahre ausgleichen müssen. Für die Festlegung, welche höhere Summe die Industriestaaten ab 2026 bereitstellen müssen, wurde in Glasgow ein mehrjähriger Prozess in Gang gesetzt.

Pariser Klimaabkommen: Wie wird die Umsetzung kontrolliert?

Für die konkrete Umsetzung des Pariser Abkommens gibt es ein Regelbuch. Dieses konnte bei den vorherigen zwei UN-Klimakonferenzen in Madrid und Kattowitz nicht fertiggestellt werden. Nun wurden Vereinbarungen erzielt, in welcher Form und wie oft die Staaten über ihre nationalen Klimaschutzziele im Rahmen des Pariser Abkommens Bericht erstatten müssen.

Zur Berichterstattung im Fünfjahresrhythmus werden sie zwar nur "ermutigt", der ursprünglich ebenfalls diskutierte Zehnjahresrhythmus findet sich aber immerhin nicht in den Glasgower Beschlüssen.

Nach jahrelangem zähen Ringen wurde auch die besonders umstrittene Umsetzung von Artikel 6 des Paris-Abkommens beschlossen.

  • Dabei finanzieren Staaten oder Unternehmen Klimaschutzmaßnahmen in ärmeren Ländern und schreiben sich die dadurch entstehenden Emissionseinsparungen gut.
  • Bei den Artikel-6-Regeln wurden nicht so große Schlupflöcher gelassen, wie von Ländern wie Brasilien gefordert.
  • Allerdings bieten die Regeln auch keinen so klaren Rahmen für zusätzlichen Klimaschutz wie von Umweltschützern erhofft.

Auf der Weltklimakonferenz haben sich die Staaten nach fast zwei Wochen auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Beim Streitpunkt Kohleausstieg hatte Indien auf den letzten Metern auf eine Änderung gedrängt, um noch einen Kompromiss zu erzielen.

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Wie haben sich China und USA positioniert?

Unerwartet verkündeten die beiden größten Treibhausgasproduzenten China und die USA eine verstärkte Zusammenarbeit. Die Annäherung galt bis zuletzt als unwahrscheinlich, weil geopolitische Spannungen das Verhältnis beider Länder belasten.

In einer gemeinsamen Erklärung erkennen beide Seiten an, dass zwischen den bisherigen Zusagen zur CO2-Reduktion und den Pariser Zielen eine Lücke klafft. Angekündigt sind Austausch und Kooperation unter anderem beim Ausbau der erneuerbaren Energien, die Reduktion des Treibhausgases Methan, Dekarbonisierung und Waldschutz.

Was hat der Gastgeber Großbritannien noch vorgeschlagen?

Außerhalb der regulären Verhandlungsstränge hat die britische Konferenzpräsidentschaft in den vergangenen zwei Wochen zahlreiche Initiativen angestoßen, der sich Ländergruppen, Unternehmen und Institutionen anschlossen.

Unter anderem bekannten sich 190 Staaten, Regionen und Organisationen dazu, aus der Kohleverstromung aussteigen, etwa 40 Länder wollen die Finanzierung fossiler Energieträger im Ausland beenden. Mehr als 110 Staaten sagten zu, bis 2030 den weltweiten Verlust der Wälder zu stoppen. 105 Länder streben eine Minderung ihres Methan-Ausstoßes bis 2030 um 30 Prozent an.

Von der Weltklimakonferenz in Glasgow kam heute die Erklärung, dass bis 2030 die Zerstörung der Wälder gestoppt werden soll. Mehr als 100 Länder beteiligten sich.

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 Rauch steigt aus einer Fabrik auf, während ein mit Autos beladener LKW eine Brücke überquert.
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ZDFheute-KlimaRadar - Daten zum Klimawandel im Überblick 

Seit Ende der 1980er Jahre verändert sich das Klima drastisch. Im KlimaRadar von ZDFheute finden Sie einen stets aktuellen Überblick über die wichtigsten Zahlen.

von Michael Hörz, Moritz Zajonz
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