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Ernährungswende gefordert - Fleischverzicht: Die Jungen gehen voran

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Verbraucherschützer fordern eine Ernährungswende - auch beim Fleischkonsum. Während die Ampel sich mit klaren Plänen zurückhält, verzichten junge Menschen immer häufiger ganz.

Kühe im Stall (Symbolbild)
Für das Klima, die Gesundheit und die Tiere: Verbraucherschützer fordern eine "echte Ernährungswende" - auch in Bezug auf Fleischkonsum.
Quelle: dpa

Ungesund, klimaschädlich, schlecht fürs Tierwohl: Fleischkonsum hat in Deutschland ein zunehmend negatives Image. Verbraucherschützer fordern seit längerem ein Umdenken in der Agrar- und Ernährungspolitik.

Die Hoffnung auf eine Trendwende bei der CO2-intensiven Fleischproduktion mit oft grausamen Haltungsmethoden für Tiere liegt nun bei einer möglichen neuen Ampel-Regierung - und bei einer klimabewussten Jugend.

Auftrag an die künftige Regierung

Mit dem Ende der Ära Merkel gibt es auch in Sachen Ernährung und Landwirtschaft einen Paradigmenwechsel: Nach 16 Jahren unter Führung der Union wechselt das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Falle einer Einigung bei den Ampel-Koalitionsverhandlungen in die Hände von SPD, Grünen oder FDP.

Massentierhaltung und Schlachtfabriken sind immer noch die Realität in der deutschen Fleischindustrie. Wie lässt sich mehr Tierwohl erreichen?

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Den Plänen des Ampel-Bündnisses zufolge soll die Landwirtschaft neben anderen Sektoren künftig einen Beitrag zur Einhaltung der Klimaziele leisten. Aus dem Ampel-Sondierungspapier geht hervor, man wolle die Landwirtschaft unterstützen, einen "nachhaltigen, umwelt- und naturverträglichen Pfad einzuschlagen". Konkreter wird es nicht.

Verbraucherschützer fordert ambitionierte Maßnahmen

Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), fordert von einer möglichen Ampel-Regierung ein ambitioniertes Vorgehen zugunsten einer "echten Ernährungswende". Diese solle unter anderem einen Umbau der Tierhaltung beinhalten.

Die Ampel muss sicherstellen, dass nur Tierhalter, die für messbar mehr Tierwohl sorgen, auch Förderung erhalten.
Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegenüber der dpa

Zehn Cent ist das Leben eines Masthuhns wert: erschreckend wenig. Viele Mäster müssen immer mehr Küken in die Ställe setzen – zur Einkommenssicherung. Doch welche Folgen hat das? Eine Doku von Planet-e.

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Im Raum stehen eine Tierwohlabgabe und eine Tierwohlkennzeichnung. Eine Umstrukturierung von Tierhaltung in Deutschland allein reiche laut Müller allerdings noch nicht. Um einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten, müsse insgesamt in Deutschland auch weniger konsumiert werden:

Insgesamt müssen die Tierzahlen und der Konsum tierischer Lebensmittel sinken, um die Emissionen aus der Landwirtschaft zu senken.
Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegenüber der dpa

Fleischatlas: Besonders junge Menschen essen fleischarm

Laut aktuellem "Fleischatlas" 2021 lehnen besonders junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren die heutige Fleischindustrie ab. Ein Grund dafür: Die Fleischproduktion wird laut Studie als Bedrohung für das Klima wahrgenommen. Dies spiegelt sich in der Ernährung wider: Junge Menschen ernähren sich doppelt so oft vegetarisch und vegan wie der Durchschnitt der gesamten Bevölkerung. Frauen machen dabei 70 Prozent aus.

In den Supermärkten gibt es inzwischen jede Menge vegetarische Burger. Stiftung Warentest hat diese Veggie-Burger getestet.

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Die Jugendstudie des Fleischatlas kommt auch zu dem Ergebnis, dass die meisten Jugendlichen sich staatliche Bemühungen zugunsten klimafreundlicher Ernährung und Lebensmittelherstellung wünschen.

Ersatzprodukte für Fleisch boomen

Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für Fleisch-Alternativen: Die Produktion der Ersatzprodukte stieg 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund 38 Prozent, einige Hersteller wie Beyond Meat oder jüngst Veganz gehen an die Börse. Aber: Alternativen sind noch immer eine Randerscheinung. Noch machen sie weniger als ein Prozent des gesamten Warenwertes im Vergleich zum Fleichmarkt aus, so das Statistische Bundesamt.

Fleischersatz könnte eine große Rolle bei einer umweltschonenderen und auch gesünderen Ernährung spielen.
Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes entstehen bei der Produktion von Ersatzprodukten lediglich zehn Prozent der Treibhausgas-Emissionen, die bei der gleichen Menge Rindfleisch anfallen. Zudem werde auch deutlich weniger Ackerfläche, Wasser und Energie benötigt.

Echtes Hühnchen, ohne dass dafür ein Huhn sterben musste. Das soll das sogenannte Laborfleisch möglich machen. 70 Firmen forschen und entwickeln weltweit daran. Auf der Lebensmittelmesse Anuga in Köln konnte Probe gegessen werden.

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Stadt ohne Fleisch: Helsinki macht's vor

Dass es auch (fast) ganz ohne Fleisch geht, zeigt Finnlands Hauptstadt Helsinki: Um die Klimaauswirkungen von Lebensmitteln zu reduzieren soll bei offiziellen Anlässen künftig kein Fleisch mehr serviert werden. Zudem sollen hauptsächlich regionale Produkte verwendet werden.

Einzige Ausnahme: Bei "ranghohen Visiten oder ähnlichen Veranstaltungen" wie etwa dem Besuch des Königs von Schweden "könnte heimisches Wild angeboten werden", so Helsinkis Bürgermeister Juhana Vartiainen.

Sehen Sie hier die ZDF-Dokumentation "Achtung, Essen! Fleisch" in voller Länge:

Die Fleischproduktion hat einen hohen Preis: Tiere sterben und das Klima wird belastet. Immer mehr Menschen essen vegetarisch oder vegan. Sind Fleischesser ein Auslaufmodell?

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