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Klimaschutz-Aktivistin : Greta Thunberg: "Werden weiter Druck machen"

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Seit der Klimakonferenz in Glasgow sei es ruhig geworden um den Klimaschutz, moniert Thunberg. Klimaziele in der Zukunft reichten nicht aus - sie werde weiter Druck machen.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Archivbild
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Archivbild
Quelle: Steffen Trumpf/dpa

Klima- und Umweltaktivistin Greta Thunberg will die politischen Entscheidungsträger und auch die neue Bundesregierung in Berlin im kommenden Jahr weiter zu deutlich mehr Klimaschutz drängen.

Thunberg: Druck muss von allen Seiten kommen

Der Druck müsse von allen Seiten erzeugt werden und das Bewusstsein für die Dringlichkeit der Klimakrise endlich erhöht werden, sagte die junge Schwedin in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa in Stockholm.

Nach der Weltklimakonferenz in Glasgow sei es zunächst überaus ruhig um das Thema Klimaschutz geworden, monierte Thunberg.

Es fühlt sich an, als ob jeder, der über das Klima berichtet, erschöpft ist und eine Pause eingelegt hat.

Vielleicht wollten die Leute im Moment nichts über das Klima hören, vielleicht liege es aber auch daran, dass die Medien nicht darüber berichteten. "Ich hoffe, dass wir bald wieder darüber sprechen werden", sagte die 18-Jährige.

"Ganzheitlich denken"

Angesichts des Ziels der deutschen Ampel-Koalition, den bislang für 2038 festgeschriebenen Kohleausstieg vorzuziehen, warnte Thunberg vor einem zu starken Fokus auf das Festschreiben von Zeitpunkten in der Zukunft.

Wir können nicht nur über Daten sprechen, an diesem Datum werden wir aus fossilen Brennstoffen aussteigen, an jenem Datum aus der Kohle und so weiter. Wir müssen in CO2 sprechen, wir müssen in CO2-Budgets sprechen.

"Wenn wir so weitermachen wie jetzt, dann haben wir unser CO2-Budget schon vor den angekündigten Zeitpunkten aufgebraucht. Es geht darum, ganzheitlich zu denken."

Deutscher Kohleausstieg bis 2038: "Absurd"

Die neue Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, den bislang für 2038 vereinbarten Ausstieg aus der Kohleverbrennung "idealerweise auf 2030" vorzuziehen. Gelingen soll das durch den Ausbau erneuerbarer Energien und den Bau von neuen Gaskraftwerken.

Um die Klimakrise zu lösen, müssten wir sie als echte Krise ansehen, findet Greta Thunberg. Man solle aufhören sich auf einzelne, individuelle Maßnahmen zu konzentrieren.

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10 min
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Anfang 2019 hatte sich die von der damaligen Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission auf einen Kompromiss zum deutschen Kohleausstieg im Jahr 2038 geeinigt. Dazu hatte Thunberg in einem dpa-Interview gesagt:

Deutschland will bis 2038 Kohle verbrennen. Das ist absolut absurd.
Greta Thunberg

Dass sich die Scholz-Regierung stärkeren Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben hat, sorgt bei der Gymnasiastin in Stockholm nicht für sofortige Jubelsprünge. "Nun ja, wir haben auch eine neue Regierung in Schweden bekommen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass gehandelt wird", sagte sie unter Verweis auf den Regierungswechsel in ihrem Land vor gut einem Monat.

Wir sind immer noch hoffnungsvoll und werden weiter Druck machen, egal was passiert, wer auch immer in der Regierung ist.
Greta Thunberg

Fridays for Future: Noch keine konkreten Pläne

Konkrete Pläne für die Aktionen der von ihr initiierten Klimabewegung Fridays for Future im neuen Jahr gibt es unter anderem aufgrund der Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie noch nicht - und das sei eine der Stärken der Bewegung, sagte Thunberg. "Wir sind sehr spontan. Wir passen uns an alles an, was auch immer passiert."

Während die Corona-Zahlen gerade wieder anstiegen, wisse man noch nicht, ob man sich in großen Zahlen wie vor der Pandemie versammeln könne.

Klimawandel: Ein farbiges Balkendiagramm vor dunklen, tristen Wolken. Die Balken sind entsprechend der Abweichung der Temperatur vom Mittelwert von 1881 bis 1910 eingefärbt.
Grafiken

ZDFheute-KlimaRadar - Daten zum Klimawandel im Überblick 

Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie könnte es künftig bei Ihnen vor Ort aussehen? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute.

von Michael Hörz, Moritz Zajonz
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