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Klimaverhandlungen am Roten Meer : Weltklimakonferenz: Greenwashing oder Chance?

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Pauschalhotels in der Wüste statt Proteste auf den Straßen - am Sonntag beginnt der diesjährige Weltklimagipfel in Ägypten. Kann die Konferenz einen Fortschritt bringen?

Mit eindringlichen Appellen und Warnungen von Wissenschaftlern vor den Folgen der Erdererwärmung hat in Scharm el-Scheich die 27. UN-Klimakonferenz (COP27) begonnen.

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Heftige Überschwemmungen in Nigeria, extreme Dürren in Somalia, der wärmste Oktober in Deutschland: Während die Auswirkungen des Klimawandels immer sichtbarer werden, hat am Sonntag die 27. UN-Klimakonferenz (COP27) im ägypischen Scharm el Scheich begonnen, einem Traumziel von Pauschaltouristen. Vertreter von rund 200 Ländern der Erde kommen zwischen Wüste und Rotem Meer zusammen, um zu verhandeln, wie das Klimaabkommen von Paris umgesetzt werden kann.

Mit voranschreitendem Klimawandel wird das Einhalten des 1,5-Grad-Ziels zunehmend schwieriger. Die Teilnehmenden der Weltklimakonferenz könnten gegensteuern.

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"Es ist Zeit, vom Versprechen ins Handeln zu kommen", sagte Wael Aboulmagd, der ägyptische Sonderbeauftragte für die Konferenz vorab. 2015 hatten sich die Delegierten in Paris darauf geeinigt, dass jedes Land Klimaziele einreichen muss, um die Erderwärmung auf bestenfalls 1,5 Grad zu begrenzen. So sollen die Folgen des Klimawandels noch berechenbar bleiben.

Doch mit den bisher eingereichten Zielen steuert die Erde auf eine Erwärmung von etwa 2,5 Grad zu - wenn alle Ziele umgesetzt werden. Bei aktueller Politik läuft die Menschheit immer noch auf bis zu 4 Grad zu, warnte der Weltklimarat in seinem Bericht in diesem Jahr.

Der Weltklimarat warnt: Schon bis zum Jahr 2030 könnte sich die Erde um 1,5 Grad erwärmen – deutlich früher als erwartet. Man müsse deshalb schnell erneuerbare Energien ausbauen.

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Boykott auch wegen Menschenrechtslage

Trotz 27 UN-Klimakonferenzen sind die Treibhausgase bisher immer weiter gestiegen. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg nennt die Konferenzen deshalb eine Bühne für "Greenwashing" und boykottiert die diesjährige sogar - auch wegen der Menschenrechtsverletzungen des Gastgebers.

Proteste außerhalb des Konferenzgeländes würden nicht toleriert, politische Aktivisten würden von der Anreise abgehalten, einige sogar in Gefängnissen gefoltert, berichtet die NGO Human Rights Watch. Die ägyptische Regierung versuche, ihre Rolle als Vorsitz zu nutzen, "um ein Bild der Offenheit und Toleranz zu vermitteln, obwohl die politische Unterdrückung unter der Regierung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi eine der schlimmsten Menschenrechtskrisen des Landes seit Jahrzehnten verursacht hat", sagt die Umweltexpertin der NGO Katharina Rall.

Nun sei die Frage, ob andere Regierungen und die UN Stellung beziehen und die Regierung drängen, die Restriktionen zu beenden und politische Gefangene freizulassen: "Wenn das gelingt, könnte die COP27 einen echten Wendepunkt in der Geschichte der Klimaverhandlungen darstellen", so Rall.

Auf der Klimakonferenz im Badeort Scharm el Scheich beraten Vertreter aus knapp 200 Staaten zwei Wochen lang darüber, wie der Kampf gegen die Erderhitzung verstärkt werden kann.

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Deutsche Aktivisten reisen an

Die deutschen Fridays-for-Future-Aktivisten möchten bei ihrer Teilnahme an der Konferenz auch auf die Lage der ägyptischen Menschenrechtsaktivisten aufmerksam machen.

Darüber hinaus kritisieren auch sie das Format der Konferenzen. Es gebe jedoch keine Alternative, bei der der globale Norden und Süden zusammenkämen. "Ich habe meinen eigenen Klima-Aktivismus mit Fridays for Future nach einer solchen Klimakonferenz angefangen, weil ich festgestellt habe, da wird die Klimakrise nicht gelöst", sagt Luisa Neubauer dem ZDF: "Das heißt, vielmehr sehe ich diese Klimakonferenzen als einen Ort, wo wir es weiter probieren müssen, uns international zu koordinieren".

Und gleichzeitig dürfen wir uns keine Sekunde darauf verlassen, dass dort die Sache geklärt wird. Das müssen wir selbst in die Hand nehmen als Zivilgesellschaft.
Luisa Neubauer, Fridays for Future

Die Sorge um Klimawandel und Naturkatastrophen nimmt zu. ZDF-Reporterin Golineh Atai über die Erwartungen an die Weltklimakonferenz 2022.

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Schnellere Umsetzung der Energiewende in Deutschland gefordert

Etwas wohlwollender sieht die deutsche NGO Germanwatch die Verhandlungen. "Dank dieser Klimaverhandlungen haben wir schon große Fortschritte gemacht", sagt David Ryfisch von der NGO Germanwatch: "Wir müssen sehen, dass wir beim Pariser Abkommen noch mit einer Erderhitzung von etwa 3,8 Grad gerechnet haben."

Jetzt sind wir bei 2,5 Grad, das ist immer noch bei weitem nicht genug, aber es geht schnell und mit großen Schritten voran.
David Ryfisch, Germanwatch

"Und dieses Momentum müssen wir nutzen", sagt Ryfisch. Er fordert vor allem die Umsetzung einer schnelleren Energie-, Verkehrs- und Wärmewende.

Am 6. November beginnt die Weltklimakonferenz COP 27 in Scharm El-Scheich. Das Klimaziel von 1,5 Grad wurde längst formuliert - aber ist noch zu schaffen, was 2015 in Paris beschlossen wurde?

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Das forderte auch der Expertenrat für Klimafragen der Bundesregierung in einem neuen Bericht über Deutschlands Emissionen am Freitag. "Im Moment sieht es nicht so aus, als könnten wir die Ziele erreichen", sagte die stellvertretende Vorsitzende Brigitte Knopf. Die Vorständin der Klima-Allianz Deutschland, Christiane Averbeck, ergänzte: "Bei der COP27, die am Sonntag beginnt, wird Bundeskanzler Scholz den anderen Ländern erklären müssen, warum Deutschland nicht entschiedener gegen die Klimakrise vorgeht."

Weltkarte mit dem CO2-Ausstoß der Länder vor einer Windkraftanlage und einem Kohlekraftwerk
Grafiken

ZDFheute-KlimaRadar - Daten zum Klimawandel im Überblick 

Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie viel CO2 haben die Länder seit 1990 eingespart? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute.

von Michael Hörz, Moritz Zajonz
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